Westerwelle, Du Ei
Dezember 3, 2007 at 20:46 | In Das Faule Ei des Monats, Lustig, Politik |Tags: demagogen, ei, eierkopf, faules Ei, faules ei des monats, fdp, liberal, liberalismus, populismus, populisten, satire, westerwelle, zynismus
Ok, das Thema ist nicht mehr taufrisch, zumal sich bereits viele andere Blogger dazu geäußert haben. Dennoch drücke ich auch auf meine Senftube um den Inhalt derselbigen hinzuzugeben. “Uns-Guido” hat mal wieder eine populistische Seifenblase aufsteigen lassen. Für mich ein weiterer, kläglicher Versuch die Existenzberechtigung seiner überflüssigen FDP zu untermauern, deren neoliberale, marktwirtschaftlich orientierte Politik mittlerweile durch die Regierungskoalition, angebahnt durch die rotgrüne Vorgängerregierung, praktiziert wird. Folgende Verlautbarung Westerwelle’s ist Gegenstand der Diskussion:
Wenn wir die Löhne künftig vom Staat festlegen lassen, wie es jetzt durch die Koalition bei der Post geschieht, dann ist mir das zuviel DDR.
Hier der treffendste Kommentar durch Pantoffelpunk:
Aber Herr Dr.Guido Westerwelle, wenn man den ganzen Tag arbeitet und sich doch nichts kaufen kann… ist das nicht noch ein Hauch mehr DDR?
Quelle: Blog.Pantoffelpunk
Volltreffer! Wo kriegen die Liberalen überhaupt ihre Stimmen her? Soviele Zahnärzte und Yuppie’s gibt’s doch gar nicht in Deutschland…

Herr Westerwelle, Ihr Spruch kam bei den meisten Bürgern in Deutschland nicht so gut an, vielleicht versuchen Sie es nächstes mal auf der Kirmes. Bei tomswochenschau bekommen Sie dafür das faule Ei des Monats November nachgereicht. Glückwunsch! Und Klatsch!
8 Kommentare »
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Sehr schön!
Kommentar von zeitcollector — Dezember 4, 2007 #
Hehe, meine Glückwünsche an den Guido! Man könnte ihm noch sagen, dass es da so ein großes Land auf einem fernen Kontinent gibt, wo es auch Mindestlöhne gibt und die haben nicht viel mit der DDR gemeinsam!
Kommentar von juliaL49 — Dezember 4, 2007 #
@Zeitcollector: Gelle?
@julia49: Stimmt, in “Fernost” schuften die Ausgebeuteten nicht selten 15 Std am Tag für einen Hungerlohn. Vielleicht möchte Herr Westerwelle diese Verhältnisse nach Deutschland importieren, dann erscheint seine obengenannte Aussage in einem anderen Licht.
Gruß
tom
Kommentar von tom — Dezember 5, 2007 #
Ich denke Herr Westerwelle hat recht. Der Postmindeslohn kostet per Saldo Arbeitsplätze. Und zwar bei den Mitbewerbern der Post. Wir brauchen keine Mindeslöhne, wir brauchen ein Mindeseinkommen. Falls der markträumende Lohn nicht ausreicht, sollte er durch staatliche Transferleistungen aufgestockt werden. Das kostet uns per Saldo nicht mehr Geld. Denn die Arbeitslosen die durch ein zu hohes Lohnniveau erzeugt werden, finanzieren wir jetzt schon zu 100%.
Mit freundlichen Grüßen
Noel König
Mit freundlichen Grüßen
Noel König
Kommentar von Noel König — April 12, 2008 #
Stimmt nicht ganz. Viele Arbeitslose haben selbst jahrelang, teilweise auch Jahrzehnte in die Sozaikassen eingezahlt.
Ist es überhaupt wirtschaftlich und ökonomisch sinnvoll, wenn statt ein Briefträger mit voller Tasche, zukünftig z.B. drei Brieftzusteller mit zu jeweils ein Drittel gefüllter Tasche die Post zustellen? Fakt ist doch, dass nicht mehr Briefe verschickt werden als voher.
Der Bloggerkollege Pantoffelpunk (Link oben im Artikel) hat Recht: Es ist vielmehr DDR wenn man arbeitet und arbeitet, sich aber doch nichts leisten kann.
In anderen Ländern Europas funktioniert der Mindestlohn auch, warum nicht in der BRDemokratie?
MfG
tom
Kommentar von tom — April 14, 2008 #
Natürlich haben viele Arbeitslose früher selbst lange Zeit in die Sozialkassen eingezahlt. Das ändert aber nichts daran, dass ihre Arbeitskraft heute oftmals zu teuer ist und deshalb nicht mehr nachgefragt wird. Folglich müssen diese Menschen heute zu 100% vom Staat finanziert werden, was auch daran liegt, dass die Zuverdienstgrenzen für Harz 4 Empfänger zu niedrig sind. Sie unterstellen, dass bei Nichteinführung eines Mindestlohnes zukünftig 3 Briefzusteller mit jeweils zu einem Drittel gefüllter Tasche die Post zustellen. In dieser Annahme kann ich keine Logik erkennen. Auch die Nachfrage nach Postdienstleistungen sind unter anderem vom Preis abhängig. Von diesem Preis kann z.B. abhängen ob sich jemand dazu entschließt ein Versandhandelsgeschäft aufzubauen oder nicht. Auch die Frage ob man z.B. eine Kundeninformation lieber per e-mail oder in Papierform überbringt ist eine Frage des Preises. Wenn wir dieses Preisniveau indirekt über einen für alle Dienstleister im Postdienstleistungsgewerbe verbindlichen Mindeslohn beeinflussen, minimieren wir letztlich die Wertschöpfung die in diesem Sektor stattfindet. Was letztlich Jobs in diesem Sektor kostet. Wohlgemerkt nicht bei der Deutschen Post, sondern bei deren Mitbewerbern weil diese oftmals nicht die Substanz haben den gesetzlichen Postmindestlohn zu bezahlen. Klaus Zumwinkel hat diesen Zusammenhang kühl ausgenützt als er sich für den Postmindeslohn stark gemacht hat. Weiter sagen Sie, in anderen Ländern funktioniert der Mindestlohn auch, warum nicht in der BRD? Nun, das ist die Frage wie gut der Mindestlohn in anderen Ländern funktioniert! Jean-Claude Trichet, Ökonom und Präsident der Europäischen Zentralbank, hat die BRD eindringlich vor der Einführung des Mindeslohnes gewarnt! Als Franzose weiß er, wovon er redet! In Frankreich hat der Minestlohn, den 15% der Arbeitnehmer beziehen, die Jugentlichen in die Arbeitslosigkeit getrieben; damit ist er mittelbar für die Ausschreitungen der letzten Jahre verantwortlich. Aber was zählen schon Fakten und die Einschätzungen von Fachleuten wie z.B. Prof. Sinn? Die Deutschen werden die Inflation, die Wachstumschwäche und die Arbeitlosigkeit, welche von Mindeslöhnen verursacht werden, selbst erleiden müssen, bevor sie zur Besinnung kommen. Ich kann mich nur wiederholen, wir müssen über ein Mindesteikommen nachdenken und nicht einen Mindeslohn einführen wollen, der letzlich nur Jobs kostet.
Mit freundlichem Gruß
Noel König
Kommentar von Noel König — April 15, 2008 #
Danke für den ausführlichen Kommentar.
Sorry, wenn ich das jetzt lustig finde, aber wie kann ein Brief preisgünstiger sein als eine eMail?
Diese “Geiz ist geil”-Mentalität bringt uns auch nicht viel weiter. Ich zahle lieber ein bißchen mehr, wenn ich weiß dass meine Versandware sicher ankommt. Bei einem Billigversender wäre mir das zu riskant. Dort arbeiten dann unmotivierte, weil mies bezahlte Zusteller, die mein Paket durch die Gegend schmeißen. Habe ich alles schon erlebt, denn ich habe den Job schon mal drei Monate gemacht, ich weiß worüber ich schreibe! Das alleine wäre schon ein Artikel wert.
So schlecht wie der Binnenmarkt hierzulande, aufgrund permanent sinkender Realeinkommen aussieht, glaube ich kaum, dass selbst Billigheimer das Postwesen beleben können.
Mal abgesehen davon, haben Unternehmen die keine gerechten Löhne zahlen, deren Gewinn ausschließlich aus Niedriglöhnen resultiert, nichts auf dem Markt zu suchen!
Neuer Beitrag: Link: Dauerdebatte:Mindestlohn. Dort kann weiter über Mindestlohn diskutiert werden
Mfg
tom
Kommentar von tom — April 16, 2008 #
Hallo Tom,
ich sage nicht, dass ein Brief günstiger sein kann als eine e-mail, ich schreibe selbst auch noch Briefe, es ist nur so, dass es auch eine Frage des Preises sein kann, ob sich jemand für eine e-mail oder einen Brief entscheidet. Was heißt hier “Geiz ist Geil Mentalität”? Wer ist den schon bereit nur deshalb einen höheren Preiss zu bezahlen, weil dann irgend jemand mehr verdient? Was machen Sie mit den Menschen, deren Arbeitskraft nicht zu einem Mindestlohnniveau nachgefragt wird? Auf Ihre Tabelle werden ich in den nächsten Tagen noch genauer eingehen. Nur soviel, in Frankreich beziehen 15% der Menschen den Mindestlohn. In England und den USA sind es ca. 1,5% - 2%. Allen anderen zahlt der Markt von sich aus ein höheres Niveau. Daraus folgt je mehr Menschen den Mindestlohn beziehen, desto größer seine negative Auswirkung auf die Beschäftigung.
MFG
Noel König
Kommentar von Noel König — April 17, 2008 #