Heute nahm ich ein Bad in der Menge, direkt hinter mir lustwandelte ein junges Paar, unfreiwillig hörte ich folgendes Gespräch:
Er: Für morgen haben sie einen schlimmen Sturm angesagt.
Sie: (entsetzt, beinahe hysterisch): Oh, das ist ja schrecklich, was wird dann aus meiner Frisur? Ich war doch heute beim Friseur!
Es ist gut, wenn man schon früh im Leben die richtigen Prioritäten zu setzen weiß. Schließlich ist es nebensächlich, ob man..eh..Frau bei einem Orkan, durch herumfliegende Dachziegel, herabstürzende Satelittenschüsseln oder niederfallende Äste, verletzt wird, gar mit fragmentierter Schädeldecke in der überfluteten Straßenrinne liegt. Egal ob sämtliche Gullydeckel und Keller wegen sinnflutartiger Regenfälle überlaufen. Hauptsache die Frisur sitzt! Ich hoffe ihr persönlicher Hairstylist hat das ganze Wochende Notdienst! Noch besser wäre, wenn die Coiffeure der Stadt zur Rettung aller Haartrachten eine schnelle Eingreiftruppe bilden würden, die sogenannte Sturmfrisur-Taskforce. Wer braucht schon die Feuerwehr? Wir sollten uns doch um die Dinge kümmern, die wirklich wichtig sind…
Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Geschichte des Schriftstellers Douglas Adams aus Per Anhalter durch die Galaxis, als der Protagonist der Story glaubte, seinen rechten Arm verloren zu haben und sich ausschließlich darum sorgte, dass er nun seine digitale Armbanduhr nicht mehr bedienen könne.




LOL! Geil geschrieben, solche Blog-Einträge liest man gerne, auch wenn ich grad nur durch Zufall drauf gestoßen bin.
Das Buch finde ich übrigens auch klasse
@Tom
Wahrscheinlich würde die Frisurträgerin gar nicht merken, wenn ein Dachziegel ihre Schädeldecke fragmentiert.
Na klar, Haarspray kann leben retten – wozu braucht man da noch Helme?
Aber ich glaube, dass das irgendwie typisch Mensch ist: Es passiert etwas Schreckliches, und das erste, was einem in den Sinn kommt, ist belangloser Müll. Ich habe auch mal sowas Ähnliches in einer Kurzgeschichte gelesen: Jemand auf der Straße wurde überfallen. Ein anderer kam zuhilfe und hob den Niedergeschlagenen auf. Sein erster Gedanke: Scheiße, wenn ich dem hier helfe, ruiniere ich mir die Hose mit dem ganzen Blut. Zu menschliche um wahr zu sein
Aber mit beiläufig mitgehörten Gesprächen habe ich auch schon merkwürdige Erfahrungen gemacht. Ich lief mal an einem Pärchen vorbei, da sagte die Frau: „Armes eichhörnchenähnliches Wesen!“ Ich habe mich erst darüber amüsiert, bis mir einfiel, dass ja theoretisch ich damit gemeint sein könnte…
@Boff
Danke. Douglas Adams ist wirklich spitze!
@zeitcollector
Das ist wirklich nicht auszuschließen
@Silverblick:
Leider nicht unrealistisch, so nach dem Motto: „Hör auf zu bluten, du versaust mir ja den ganzen Teppich!“
Menschen gibt’s…kopfschüttel.
Hast Du denn etwas „eichhörnchenartiges“ an Dir, dass Du Dir solche Gedanken machst?
Ich mag jedenfalls Eichhörnchen
Also auf meinem Perso sehe ich eher aus wie ein Erdmännchen
Ich habe oft ein Problem damit, allein Bahn zu fahren – so allein vor sich hin zu grinsen, wenn irgendwelche Leute Mist reden, ist das irgendwie unangenehm…
Interessante Übung: Mal in der Bahn die Augen zu machen und Jemandem zuhören, der im gleichen Wagen sitzt. Dann sich den Menschen zur Stimme vorstellen. Augen aufmachen. Staunen.
Denn die Frau, die lautstark über ihre zahllosen Blasenentzündungen referiert, ist wahrscheinlich Anfang 20 und gehört eher zum Typ „overdressed“…
@Tom: Naja, ich hab jetzt die Verfilmung vom Anhalter gesehen und die fande ich schwach, von manchen Büchern sollten die eben doch ihre Finger lassen.
@Boff
100% Zustimmung! Ich war ebenfalls enttäuscht von dieser Verfilmung, zumal man sogar die Story umkonstruiert hat. Gut, dass ich damals nicht im Kino war.
Kennt ihr die alte BBC-Verfilmung vom Anhalter? Das lief damals als Fernsehserie. Ist in jedem Fall wegen völlig absurder technischer Umsetzung ziemlich witzig.
[...] Konna ruft auf seiner Gedankendeponie wieder zur Blog-Parade auf und ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, kurz vorm Ende der Parade am 31.Mai noch meinen Beitrag rauszuhauen. Dafür musste ich dieses Mal aber auch nicht viel tun, in der Parade geht es nämlich darum, Zitate von anderen Blogs zu sammeln, die einem – aus welchen Gründen auch immer – gut gefallen. Und das mache ich jetzt auch einfach und dann haue ich ab – heute ist schließlich letzter Bundesligaspieltag und ich muss dabei sein, wenn die FCB- und VFB-Fans sich am Radio die Köpfe einschlagen, während Hertha zweiter wird! Es ist gut, wenn man schon früh im Leben die richtigen Prioritäten zu setzen weiß. Schließlich ist es nebensächlich, ob man..eh..Frau bei einem Orkan, durch herumfliegende Dachziegel, herabstürzende Satelittenschüsseln oder niederfallende Äste, verletzt wird, gar mit fragmentierter Schädeldecke in der überfluteten Straßenrinne liegt. Egal ob sämtliche Gullydeckel und Keller wegen sinnflutartiger Regenfälle überlaufen. Hauptsache die Frisur sitzt! tomswochenschau [...]
OT:
Wenn Ihr Spaß an Douglas Adams habt, kann ich Euch „Die Letzten ihrer Art“ empfehlen, sehr geiles Buch. Darin geht es um eine Reise, die er mit einem Zooogen um die Welt macht, um dort nach aussterbenden Arten zu suchen und darüber berichtet. Herrlich.