Wo bitte geht’s zu Gott?
März 11, 2008 at 14:01 | In Lebensphilosophie, Lustig |Tags: cdu, christentum, csu, ferkel, ferkelbuch, gott, heuchler, islam, judentum, kinderbuch, märchen, meinungsfreiheit, neocon, neokon, religion
fragt das kleine Ferkel, nachdem sein unbeschwertes glückliches Leben durch ein Plakat, auf welchem geschrieben stand: Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas! in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Daraufhin begab sich das freche Ferkel in Begleitung eines kleinen Igels auf die Suche nach Gott. Schließlich wollten sie erfahren, was ihnen fehlen könnte. Die Beiden stellten den “Gottesvertretern” , die sie auf ihrem Weg trafen, kindlich naiv, die richtigen Fragen. Die Story ist schön bebildert in einem Kinderbuch verpackt. Ich habe es gelesen, finde es fabelhaft! Dem renommierten Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Peter Riedesser gefällt das Buch ebenfalls:
„als Gegengift zu religiöser Indoktrination von Kindern pädagogisch besonders wertvoll“
lautet sein Statement. Das christlich neokonservative Lager ist anderer Meinung und zeigt sich intolerant: Ursula von der Leyens Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beantragte die Indizierung des Ferkelbuches als jugendgefährende Schrift. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien folgte diesem Antrag nicht, dadurch wurde der Anschlag auf die freie Meinungsäußerung am 06.03.2008 abgewehrt!
Folgende Stellungnahme gaben die scheinheiligen semireligiösen Menschen von der CDU/CSU ab:
Absichtliches Missverstehen, Verkürzen und Verhöhnen religiöser Bekenntnisse ist eine Schande für eine aufgeklärte pluralistische Gesellschaft. Kinderbücher dieses Inhalts haben bildungsfeindliche Wirkung. Von ihnen ist dringend abzuraten.
Auszugsweise. Hier der komplette Text
Bildungsfeindlich ist vor allem die fundamentalistisch religiöse Verklärung! Die Religionsvertreter sollten lieber ihre radikal konservative Haltung überdenken und sich mehr in Richtung Toleranz und Offenheit bewegen. Auch Religion sollte sich sachlich mit Kritik auseinandersetzen, anstatt nach Verboten bzw Indizierung zu schreien.
Michael Schmidt-Salomon, der Autor des Ferkelbuches, ist keinesfalls religionsfeindlich. Er bezeichnet Religionen als Schatzkammer der menschlichen Kultur, wo es viel Wertvolles aber auch reichlich Überflüssiges gibt. Im Gegensatz zu CDU/CSU möchte ich für das Kinderbuch eine Leseempfehlung aussprechen, auch für Erwachsene!
Auf Ferkelbuch.de kann man das Buch komplett in englischer Sprache als PDF-Datei herunterladen. So lautet das Fazit des Ferkelbuches zum Schluß:
The fait in God around our globe, is just bad magic, just a joke
rabies, priest and muftis too, are naked apes like me and you.
Only they see floating “ghosts”, and wear funny caps and clothes.
They couldn’t fool our piglet, when: It laughed and laughed at all of them…
Ich lasse das jetzt mal unkommentiert stehen
Quelle: Ferkelbuch.de
P.S. Bei Hänsel und Gretel wird die Hexe im Ofen verbrannt, dem permanenten Daumenlutscher wird der Daumen abgeschnitten. Frau von der Leyen, wann werden diese gewalttätigen Märchen indiziert, die sind doch brutalst jugendgefährend
Dagegen ist das kleine Schweinchen doch harmlos…
2 Kommentare »
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI
Einen Kommentar schreiben
Bloggen Sie auf WordPress.com. | Theme: Pool by Borja Fernandez.
Entries and comments feeds.

Wirklich gut, dass es nicht indiziert wurde!
Und die seit Jahrhunderten verbeiteten Märchen und Kindergeschichten sind wirklich wesentlich schlimmer, das fällt mir immer wieder auf.
PS: in dem letzten Zitat heißt es “where” anstatt “wear” (siehe engl. PDF
)
Kommentar von julial49 — März 11, 2008 #
@Julia
Danke, habe den Fehler berichtigt
Es ist mitnichten so, dass ich etwas gegen Religionen habe, weil ich das Buch lobe. Aber sollte nicht Toleranz eine wesentliche Essenz jeder Religion sein? Meine Kritik richtig sich daher gegen sogenannte religiöse Menschen die dieses Ferkelbuch verteufeln. Man sollte akzeptieren, dass es Menschen gibt, die sich keine Religion aufzwingen lassen, d.h. die “Ungläubigen” respektieren.
Kommentar von tom — März 11, 2008 #