Blogparade: Wahre Helden – gestern und heute

Obwohl ich kein Heldentum pflege, ist diese von Michaela ins Leben gerufene Blogparade interessant. Wahre Helden sind für mich nicht die Kamerasüchtigen, welche nach medialer Öffentlichkeit gieren um sich selbst ins beste Licht zu setzten. Daher werde ich die Hysterie um Teenie-Bands, die bei ihren Anhängern Heldenstatus geniessen, nie verstehen. Helden werden auch sehr selten Politiker oder gar Präsidenten. Sie reden nicht über Gutes, sie tuen es! Damit habe ich hoffentlich die erste Frage Was zeichnet einen Helden aus? zufriedenstellend beantwortet. Zu den weiteren Fragen:
Wer ist für euch ein Held?
Ich tue mich eigentlich schwer überhaupt irgendjemanden als Helden zu bezeichnen, da ich nicht so auf Personenkult stehe. Es gibt nur wenige zu denen ich aufschaue, niemanden auf den ich herabschaue. Doch wenn ich jemanden, der noch unter uns weilt, als Held benennen sollte, würde mir spontan er hier einfallen:

Foto CreativeCommons von Richard Lewkes

Paul Rusesabagina. Rusesabagina war stellvertretender Leiter des Hôtel des Mille Collines und später der Leiter des Hotels Diplomate, beide in Kigali. 1994 übernahm er die Leitung des Hôtels des Mille Collines, wo es ihm gelang, 1268 Menschen vor dem sicheren Tod zu bewahren. Paul Rusesabagina, selbst Hutu und mit einer Tutsi verheiratet, lebt heute in Belgien als Taxiunternehmer. (Wikipedia)
Never Forget: Beim Genozid in Ruanda starben c.a. 800.000 Menschen, überwiegend Tutsi aber auch gemässigte Hutu. Die Weltgemeinschaft sah damals weg, Paul Rusesabagina tat es nicht! Nach eigenen bescheidenen Worten, tat er nur, was ihm vernünftig erschien und jeder vernünftige Mensch hätte tun sollen!
Müssen Helden auch gleichzeitig Vorbilder sein?
Ihre Taten sind vorbildlich. Paul Rusesabagina zeigte: Man soll nicht wegsehen, wenn Unrecht geschieht!
Hattet ihr Kinderhelden?
Abgesehen von meinem Vater, meine Lieblingsfussballstars habe ich damals schon ein wenig bewundert. Heute sind sie für mich nur noch verwöhnte überbezahlte Millionäre in kurzen Hosen.
Was war eure letzte Heldentat?
Heldentat ist ein großes Wort, wofür ich hohe Maßstäbe anlege. Daher möchte ich eine solche nicht für mich beanspruchen, das sollen andere beurteilen.

Die Blogparade läuft noch bis zum 12.Oktober 2008

8 Gedanken zu “Blogparade: Wahre Helden – gestern und heute

  1. Die Blog-Parade klingt interessant, mal schauen, ob ich noch mitmache.

    Deine Antworten gefallen mir auch sehr, auch wenn ich von Paul Rusesabagina noch nie etwas gehört habe, aber 1994 war ich auch erst drei Jahre alt ;)

  2. Dann empfehle ich Dir den Film Hotel Ruanda. Der geht unheimlich (mir jedenfalls) unter die Haut, zumal er auf wahren Begebenheiten basiert. Im Bonusmaterial der Film-DVD gibt es ein umfangreiches Interview mit Paul Rusesabagina.

    Die “wahren Helden” stehen nicht im Rampenlicht, doch der Film hat “meinen persönlichen Helden” bekannt gemacht.

  3. Ich denke auch, dass wahre Helden weniger über das Gute reden, sondern einfach ihren Beitrag leisten. Wobei es meist auch nicht “die Helden” selbst sind, die diesen “Kult” schaffen, sondern die Leute um sie herum.

    Zum Völkermord in Ruanda ist auch der Film “Sometimes in April” (deutsche Fassung: Als das Morden begann) zu empfehlen…

  4. In der Zone hatten wir als Pioniere (nur) einen wahren Helden: Ernst Thälmann, genannt Teddy. Und 89 hieß unser Held, das war in der 8., Gorbi. Wir haben uns so komische Sticker von ihm gebastelt, wie wir sie schon von Wham und Limahl hatten… und der Held von meinem Kumpel Birne heißt: Willy Brandt.

  5. Pingback: Blog-Parade [1]: Helden - gestern und heute (3) « furchtlos

  6. Pingback: SchönerDenken » Blog Archive » Helden-Blogparade

  7. Hi zusammen,

    schade, dass hier nichts mehr geschrieben wird. Also tu ich es mal … ;-)

    Meine Helden sind die Forscher, die sich in “gefährliche” Gebiete vorwagen und unter Einsatz ihres eigenen Lebens nach Hilfen forschen, um z.B. einen Impfstoff gegen tödliche Viren suchen.

    Aber auch jene, die in Krisengebieten anderen helfen, zu überleben.

    Auch Gandhi ist für mich ein Held. Denn er hungerte sich fast zu Tode …

  8. Hi Sali,

    nun, ich denke hier wird nichts mehr geschrieben, weil diese Blogparade schon am 12.Oktober 2008 ausgelaufen ist. Trotzdem oder gerade deshalb freue ich mich über Deinen sehr willkommenden Kommentar :-)

    Ich stimme Dir zu, ergänzend würde ich noch die “Ärzte ohne Grenzen” erwähnen, die unentgeldlich, oft in ihrer Freizeit in Regionen reisen, wo Mangel an Fachärzten herrscht und sich die Menschen keinen Arzt- oder Krankenhausbesuch leisten können, weil dort bittere Armut herrscht, vor Ort kostenlose Operationen durchführen, um das Leben ihrer Patienten erträglicher zu machen.

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