Worum es in Afghanistan primär geht

Unser Bundeshorst Köhler hat es ausgeplaudert:

Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, Zitat ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten. Köhler hatte auf der Rückreise von China einen Zwischenstopp in Afghanistan eingelegt.” Quelle: dradio.de via Feynsinn

Und ich dachte immer (nicht wirklich), wir würden dort primär den Afghanen beistehen, sie vor den bösen Taliban beschützen, unterdrückten Frauen zu ihrem Recht verhelfen. Immerhin verteidigen wir am Hindukusch die Freiheit. Unsere Freiheit. Die Wirtschaftliche. Es geht beim Afghanistan-Krieg vorrangig um geostrategische und wirtschaftliche Interessen, Menschenrechte tangieren maximal sekundär. Danke Herr Bundespräsident, dass wir es nun offiziell bestätigt haben. (Hat man dem ein Wahrheitsserum verabreicht?)  Endlich ist jetzt auch formell verlautbart, wofür deutsche Soldaten sterben,…

6 Gedanken zu “Worum es in Afghanistan primär geht

  1. Mal sehen, was ihm diese Ehrlichkeit bringt. Die daraus sich entwickelnde Diskussion wird interessant – oder geht diese Äußerung unter im Medienrummel um European Song Contest, die Vorfreude auf die Fußballweltmeisterschaft, die gerade in den Golfstaaten abgeschlossenen Wirtschaftsverträge etc….. Wir sollten dieses Interview spätestens dann wieder präsent machen, wenn die nächsten Särge aus Afghanistan hier eintreffen.

  2. Es ist einfach fürchterlich, dass man bei Allem was geschieht, immer dessen gewiß sein darf, dass irgendwer davon profitiert. Die Gleichgültigkeit, mit der all das in Kauf genommen wird ist erschreckend.

  3. Man weiß nicht, was einem lieber sein soll: Heuchelei oder diese Form der Aufrichtigkeit? Der Heuchler zollt den berechtigten Ansprüchen der Moral mit seiner Heuchelei immerhin noch Minimaltribut.

  4. Pingback: Die Toten von Kunduz – die Ausstellung und Herr Köhler « HFs Libreta

  5. Pingback: Zementblog » Ein Horst weniger

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