Songtipp (20): Wahu Kagwi – Still a liar

Klänge aus einem fernen Land dringen durchs Radio an mein Ohr. Der Gesang in einer Sprache, so exotisch und doch so vertraut. Musik aus Kenia, jenes Land das mit meinem Herzen verlinkt ist, hat bei mir immer einen Extrabonus:

Die Nummer läuft derzeit mehrmals täglich auf Funkhaus Europa und  hat sich als Ohrwurm bereits in meine Hirnwindungen festgesetzt.

Zum Valentinstag nicht nur der eigenen Liebsten ein Stück Liebe schenken

Morgen ist wieder Valentinstag. Popularität erlangte der Tag der Liebenden durch die wirkmächtige Werbung der Floristikindustrie, die sich dadurch zusätzlich zum Muttertag eine weitere Mehreinnahme erschloss. Wer seiner Liebsten morgen eine Freude machen möchte, indem er seine Liebe durch Blumen ausdrückt, sollte auch ein Stück Liebe an die Menschen weitergeben, die unter widrigen menschenunwürdigen Bedingungen für kargen Hungerlohn ohne Gesundheitsschutz diese Blumen züchten und pflücken. Liebe Rosenkavaliere, wenn ihr morgen – und in der Zukunft die über morgen hinausgeht – in die Blumenläden geht, achtet bitte auf das Fair Trade-Siegel (entweder FLP oder Fair Trade, wie oben abgebildet) und entscheidet Euch für diese Blumen. Die Arbeiterinnen auf den Farmen z.B. in Kenia werden dafür sehr dankbar sein, damit habt Ihr auch diesen Menschen ein winziges kleines Stück Liebe geschenkt. In diesem Sinne wünsche ich allen Liebenden einen schönen Valentinstag <3

Ich möchte Euch auch den hervorragenden Beitrag von meinem sehr geschätzten Blognachbarn “Mzungumike” ans Herz legen:

Sag mir woher die Blumen sind

Tschuldigung, aber ich habe ihn nicht gewählt!

Wir haben über 30 Grad im Schatten, eine leichte Brise weht über den indischen Ozean, macht das Klima angenehm. Ich sitze in einer Strandbar in Mombasa, internationale Nachrichten flimmern über den Bildschirm. Plötzlich erscheint unser Außenminister und Vizekanzler auf der Mattscheibe, seine Worte sind in swaheli untertitelt. Sieht lustig aus. Auf einmal schauen mich die Einheimischen und andere nichtdeutsche Touristen vorwurfsvoll an. Ich mache sofort eine entschuldigende beschwichtigende Geste:
“Sorry, but I did not vote for him!”

Um sich bei Auslandsreisen vor Peinlichkeiten zu schützen, empfehle ich ein T-Shirt mit folgendem Aufdruck zu tragen:

Karibu heißt willkommen – Lern Swaheli, lerne Suaheli

Wer als Ostafrika-Reisender folgende Wörter kennt, hat den Swaheli-Standardsprachschatz für Touristen inne. Sozusagen “das Swaheli (sprich: Suaheli) for runaways”. Natürlich kommt man auch mit Englisch weiter, aber die Einheimischen werden es schätzen, wenn man als Mgeni (Besucher) ein paar Worte in Swaheli kennt. Sie werden Dir mit warmer Herzlichkeit begegnen, Karibu heißt willkommen.

swaheli

Wenn Dich beispielsweise ein Kenianer mit “Jambo, Habari?” begrüßt, antwortest Du: “Mzuri sana.” Eine wohlklingende schöne Sprache, eigentlich relativ leicht zu erlernen. Ich kenne auch einige Schimpfwörter, die ich aber hier nicht nenne, so kann ich ungestraft meinen Chef beleidigen ;-)
Würde ich natürlich nie machen,…

Afrika tanzt den “Obama-Reggae”

Barack Obama hat kenianische Wurzeln väterlicherseits, er ist einer von ihnen sozusagen ein Halb-Ostafrikaner. Die Chance, dass er der neue Präsident der USA und somit der mächtigste Mann der Welt werden könnte, elektrifiziert die Menschen in Uganda, Tansania und besonders in Kenia, wo jeder fanatisch für Obama schwärmt. Kogelo, das Heimatdorf von Oma Obama wird beinahe zur Wallfahrtsstätte. Von internationalen Fernsehkameras belagert,fiebert man der heutigen Wahl entgegen. Partystimmung. Die lokalen Radiostationen berichten täglich mehrere Stunden über die U.S.-Wahlen.

Die tiefen Wunden, verursacht durch die Parlamentswahlen im Dezember 2007 in Kenia, die von Wahlmanipulation und anschließenden bürgerkriegsartigen Unruhen überschattet waren, sind noch nicht verheilt. Das Land leidet noch immer darunter. Der Tourismus läuft nur langsam wieder an, immer mehr Menschen hungern wegen der hohen Lebensmittelpreise. Je größer die Verzweiflung, desto größer die Hoffnung auf Veränderung, auf Verbesserung. Und diese Hoffnung trägt einen Namen: Barack Obama.

Die imperialen Rohstoffausbeuter, EX-Kolonial- und Postkolonialherren mit ihren falschen Versprechungen hat man satt. Obama ist schwarz, einer von ihnen, ein Afrikaner. Schon Bob Marley’s Weggefährte Peter Tosh sang einst: “Don’t care where you come from, as long as you a black man, you’re an african”.
Barack Obama wäre also nicht nur der Präsident der Vereinigten Staaten, sondern auch der Präsident Kenias, gar der Präsident von ganz Schwarzafrika. Ihrer eigenen korrupten Despoten sind sie längst überdrüssig. Obama ist der Strohhalm an dem sich die Menschen südl. der Sahara nun klammern.
Die Spannung steigt. Afrika tanzt den “Obama-Reggae”.
America do the right thing: VOTE OBAMA!

Der Nr.1-Hit in Kenia:
Cocoa Tea – Barack Obama

Sehr schöner Song, feiner Roots-Reggae, made in Jamaica :-)

Well, this is not about class,
nor color, race, nor creed.
Make no mistake it’s the changes
well all the people dem need
Then I’m a shout out…Barack Obama, Barack Obama, Barack Obama
Ooyy ooyy
Dem said Barack Obama, Barack Obama, Barack Obama
Ooyy ooyy
[...]
it is not Hillary Clinton (Obama!)
and it is not John McCain (Obama!)
It is not Chuck Norris (Obama!),
And I know it’s not John Wayne (Obama!),
It is not the one Rambo (Obama!),
And it is not the Terminator (Obama!),
But a new trendsetter (Obama!),
The mountain of the whole America
and dem shout out…

Komplette Lyrics

Islamophobe Kakophonie

Als hätte Kenia derzeit noch nicht genug Probleme, kommen nun auch die islmamophoben Kakophonisten daher und interpretieren dort eine religiös motivierte Auseinandersetzung hinein. Die politisch Irreparablen und ihre befreundeten Blogger verteilen derzeit überall ihre “virtuellen Kimmenfrüchte” zu diesem Thema im Netz. Weiterlesen

Kenia im Chaos

Dieses Land galt immer als ein Model für Stabilität in Afrika. Dieses Bild wurde durch Kibaki’s immer offensichtlicheren Wahlbetrug zerschmettert. Spätestens seit der Aussage des Vorsitzenden der Wahlkommission Samuel Kivuitu:

“Ich weiß nicht ob Kibaki die Wahl gewonnen hat.”

dürfte wohl klar sein, dass die Volksabstimmung manipuliert worden ist.
Zum eiskalten Kalkül machtbesessener korrupter Politiker gehört meist das bewusste Verlagern des Kampfes auf die ethnische Linie. Die Mächtigen haben schon immer ihre eigene Volksgruppe bei der Vergabe von Führungspositionen bevorzugt und dadurch die Spaltung im Volk gefördert. Auch Kibaki und Odinga sind das Gegenteil von vorbildlichen Staatsmännern, durch ihre aggressive Rhetorik schüren sie das Feuer des Hasses zwischen den Volksstämmen Kikuyu und Luo. Während sich die reiche Elite des Landes in ihren Wohlstandsfestungen verschanzt, reiben sich die Armen des Landes in den Slums durch gewaltsame, tribale Außeinandersetzungen auf. Weiterlesen

Gewalt in Kenia

Ein trauriger Tag für Kenias Demokratie, war der 30.12.2007, als der 76-jährige Mwai Kibaki seine Wiederwahl verkündete und sich vereidigen ließ. Überschattet wird sein “Sieg” vom Verdacht des Wahlbetrugs. Hier noch einmal die Chronologie der Ereignisse:
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Wahlen in Kenia

Mein Blick ist dieser Tage nach Kenia gerichtet, das Land welches ich mehrmals bereiste, liegt mir am Herzen. Gestern waren rund 14 Millionen wahlberechtigte Kenianer aufgerufen einen neuen Präsidenten sowie 210 Parlamentsabgeordnete und 2484 Vertreter von Lokalregierungen zu bestimmen. Wenn in dem ostafrikanischen Land gewählt wird, habe ich immer ein mulmiges Gefühl im Magen, denn meist sind gewaltsame Unruhen und Betrug die Begleiterscheinungen. Weiterlesen