Ein grauer öder Morgen. Leichter Regen. Ich fahre zur Arbeit der Sonne entgegen, die kurz und lustlos durch die Wolkenlücke lugt. Für einen Regenbogen reicht es nicht. Die Lichter der Lichtzeichenanlagen erbrechen sich an den Regentropfen auf der Windschutzscheibe. Während sich mein Körper noch schlafträge im Fahrersitz bequemt, toben die Neuronen bereits übermütig durch meinen Kopfraum. Gedanken zeichnen abgefahrene Bilder und formen Sätze, die ich mir vornehme abends ins Blog zu schreiben. Zündende Geistesblitze sind kurz davor ein metaphorisches Feuerwerk in meinem Schädel zu entfachen, als das kreischende Martinshorn eines entgegenkommenden Feuerwehrautos jäh die Gedankenkette abreißen lässt. Der präfrontale Cortex schaltet auf Rationalmodus und schiebt meine kreativen Gedanken an jenem Ort im Hirn, wo das Betriebssystem eines Rechners seinen Papierkorb hat. Abends vor dem Laptop sitzend, wühle ich in meinem Zerebrum herum und muss schließlich frustiert feststellen, dass der Gehirnadministrator den Papierkorb geleert hat. Ein herber Schicksalsschlag für den gescheiterten Kleinautor. Was bleibt ist ein gelangweilt blinkender Cursor…
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