Dauerdebatte Mindestlohn
April 16, 2008 at 14:17 | In Politik | 24 CommentsTags: arbeitlosenquote, arbeitslos, arbeitslosenzahlen, armut, ökonom, demagogen, depression, eu, fressen, hunger, hungerlohn, insm, job, lobbyisten, markt, Marktradikale, marktwirtschaft, mindestlohn, neoliberal, neoliberale, niedriglohn, pop ökonom, prediger, Prof Sinn, raubtierkapitalismus, roosevelt, selbstmord, sinn, think tank, tod, wirtschaft, zitat, zitate
Arbeitslosenquote und gesetzlicher Mindestlohn in der EU

Um das Thema Mindestlohn wird in Deutschland eine Dauerdebatte geführt. Die Gegner des gesetzlichen Mindestlohn, die meist aus dem Lager der Marktradikalen kommen, benutzen häufig das Gegenargument, dass Mindestlohn höhere Arbeitslosigkeit zur Folge hat. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Arbeitlosenquote in allen EU-Ländern aufzulisten und tabellarisch darzustellen. Ebenfalls in der Tabelle links enthalten, sind die Mindestlöhne (Stundenlohn Brutto in Euro), die bereits in 20 EU-Ländern gesetzlich festgelegt sind!
Deutschland belegt in der Tabelle der Arbeitslosenquote einen unrühmlichen 20.Rang. Dabei ist noch zu berücksichtigen, dass unsere Statistik zurechtgebogen ist, denn c.a 1 Million Menschen in Umschulungsmaßnahmen, 1-Euro-Jobber und Erwerbslose über 58 Jahre sind nicht in der Arbeitslosenstatistik enthalten. Unsere Mainstreammedien steuern ihren Anteil hinzu indem sie die Arbeitslosenzahlen in der BRD dauerhaft tendenziös schönschwurbeln. Ob die anderen EU-Länder ebenfalls und in gleicher Weise ihre Statistik verfälschen, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Zahlen zeigen jedoch Eines ganz klar: Die Länder mit gesetzlich geregelten Mindestlohn weisen keine signifikant höhere Arbeitslosenquote auf!
Die Niederlande, Belgien, Irland und Großbritanien rangieren vor Deutschland trotz Mindestlohn. Den Nachweis, dass Mindestlohn höhere Erwerbslosigkeit produziert, bleiben seine Gegner also schuldig.
Österreich hat inzwischen beschlossen ebenfalls den Mindestlohn einzuführen. Das Einkommen dort soll zukünftig mindestens bei 1000 Euro monatl. (Vollzeitbeschäftigung) liegen.
Die (neoliberalen) Befürworter des Niedriglohn fordern das sogenannte Mindesteinkommen, welches erreicht wird wenn der Hungerlohn, den der Ausbeuter Arbeitgeber zahlt, vom Staat steuergeldfinanziert auf Existenzminimum aufgestockt wird. Dieser Vorschlag ist eigentlich widersprüchlich, denn gerade die Marktradikalen pflegen doch die Philosophie, das staatliche Eingriffe in den freien Markt möglichst zu vermeiden sind. Einen größeren Einfluss seitens des Staates, als durch subventionierten Niedriglohn gibt es wohl kaum.
Einer der prominentesten Mindestlohn-Gegner, Prof. Sinn, Pop-Ökonom, Wirtschaftslobbyist und Preisträger , der häufig eine Plattform bei den Boulevardmedien bekommt, wird von den pseudoreligiösen Gläubigen an die “unsichtbare Hand des Marktes” als Top-Experte für Ökonomie gefeiert. Es mag ja sein, dass der Herr Professor auf seinem Gebiet eine Koriphäe ist, was jedoch seine soziale Kompetenz angeht, würde ich einen Schimpansen höher einschätzen. Er ist m.E. ein Schwurbler vor dem Herrn, der sich selbst gerne reden hört. Das größte Problem in der Argumentation der Marktliberalen sehe ich in der Tatsache, dass sie alles der Wirtschaft unterordnen.
Die Gesellschaft, das menschliche Miteinander funktioniert nicht ausschließlich nach den Gesetzen der Marktwirtschaft, denn diese kennen weder Ethik noch Moral. Sind das nicht die Attribute die den Menschen u.a. vom Tier unterscheiden? Der entfesselte unreglementierte Raubtierapitalismus erinnert mich eher an die Gesetze der Natur. Hier zählt die Macht des Stärkeren. Fressen und gefressen werden.
tomswochenschau meint: An 1.Stelle ist der Mensch maßgebend, nicht die Marktwirtschaft!
Haben Hans-Werner Sinn und Konsorten auch nur eine geringste Ahnung, wie der Alltag eines Menschen aussieht, der zu Niedriglohnbedingungen arbeiten muß? Sicher nicht. Der “Chef-Ökonom” ist ein großartiger Theoretiker, aber das Leben findet nicht auf dem Papier statt, sondern auf dem rauhen Boden der Realität! Das Dasein eines Hungerlöhners ist hart. Soziale Ausgrenzung, Armut, Depression. Keine Altersvorsorge, kaum Einzahlungen in die Sozialkassen, keine Perspektive, keine Zukunft.
Sicherlich ist der gesetzliche Mindestlohn kein Allheilmittel zur Armutsbekämpfung. Die weitere Umverteilung von Arm nach Reich muß dringend gestoppt werden! Der Mindestlohn wäre ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings wären weitere Maßnahmen erforderlich.
Zitate, die passend den Artikel abrunden:
“Die Forderung eines Mindestlohns ist im Prinzip ein Armutszeugnis für die Unternehmer, denn wenn ich als Unternehmer über einen Mindestlohn gezwungen werden muß, dem Mitarbeiter einen gerechten Lohn zahlen zu müssen, dann habe ich ihn ausgebeutet”
Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer des Textilherstellers Trigema, gesendet auf Deutschlandradio am 12. März 2008.
“Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben.”
Franklin D. Roosevelt
Quellen:
EUROSTAT (Arbeitslosenquoten aus Dänemark, Italien, Griechenland, Rumänien und GB sind von Dez.2007 die restlichen von Februar 2008 )
Wirtschaftliches Sozialwissenschaftliches Institut (Gesetzlich geregelter Mindestlohn, Zahlen auf dem Stand von September 2007)
Die Kriege der USA
März 15, 2008 at 21:26 | In Politik | 6 CommentsTags: imperialismus, kollateralschaden, krieg, kriegsblogger, liberalismus, neocon, neokon, neoliberal, usa, vsa, warblog, warblogger
Von einem Kommentar eines WELT Lesers war ich wirklich beeindruckt; er listet die US- Kriege auf und deren Tote:
- Mexican-American War 1846-1884 ………………….21.000
- Spanish-American War 1898 ……………………………20.000
- Philippine-Ameri. War1899-1902 …………………….250k - 1Mil
- The boxer Rebellion 1900 ………………………………..13.000
- The Moro Wars 1901-1913 ………………………………250.000
- Panamanian Revolution1903 ……………………………600.000
- The Banana Wars 1900-1933 ………………………..…Unknown
- The Korean War 1950-1953 ……………………………..2-3 Mil
- The Vietnam War 1963-1975 …………………….….…2-5 Mil
- U.S. Intervention in Lebanon 1958 ……………………2.000
- Dominican Intervention 1995 ………………………..…6.000-10.000
- U.S. Libya Conflict 1981, 1986 …………………………
- Lebanon 1982-1984 ………………………………………….17.000
- U.S. Inva. of Grenada 1983 ………………………………23.000
- Operation Earnest Will 1987-1988 ……
- U.S. Invasion of Panama 1989 ………………………….300.000
- Operation Desert Storm 1991 ……………………………100.000
- U.S. Inter. in Somalia 1992-1994 ……………………..300.000
- Intervention in Bosnia 1994-1995 ………………….…400.000-500.000
- Kosovo War 1999 …………………………………………..…5.000
- Afghanistan War 2001-……………………………………..Unknown ( DD estimation 10.000 )
- Operation Iraqi Freedom 2003-……… ………………>1Mil
Der neoliberale Kriegsgewinnler aber rechnet anders, da geht es nicht um den menschlichen Schaden, da geht es nicht um den Verlust eines Menschen:
- Kosten Afghanistan + Irak …………………………..…3.000.000.000.000
- Umsatz/Mitarbeiter in Rüstungsfirma………….…200.000 USD/Jahr
- Tote insgesamt Afghanistan + Irak …………………1.000.000 ( kommt nicht so genau drauf an )
3.000.000.000.000/200.000/1.000.000=15 in Worten:
Jeder Tote in dem Afghanistan- und Irakkrieg hat 15 Arbeitsplätze gebracht.
Via Deutschlanddebatte.de
Gefunden bei Duckhome
Schönen Gruß an die neoliberalen neokonservativen “Warblogger”. Beim verdauen dieser Zahlen wünsche ich euch einen schweren Stuhlgang
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Noch ein paar Worte an die Kriegsblogger
Iran-Krieg Befürworter Hosen runter!
Pro und Anti, wir sind dafür das wir dagegen sind
Bumm Bumm Bush
Preis für Professor Sinn
März 4, 2008 at 23:20 | In Das Faule Ei des Monats, Politik | 15 CommentsTags: ei, faules Ei, Hans Werner Sinn, kapital, kapitalismus, liberal, liberalismus, neoliberal, niedriglohn, Professor Sinn, Professor Unsinn, satire, unsinn, wirtschaft
Das faule Ei des Monats Februar von tomswochenschau.
Hans Werner Sinn, der sogenannte Wirtschaftsexperte und Präsident des IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung ist schon längere Zeit auf meinem “Faule-Eier-Radar”. Unbenommen ist er eine Kapazität, erfolgreicher Buchautor und in den Medien vielzitierter Pop-Ökonom. Der hochintelligente Professor ist in der Welt der Wirtschaftselite zu Hause, sozusagen die
Kühlerfigur des Kapitalismus.

Böse Zungen würden ihn auch als Mietmaul der Wirtschaftslobbyisten bezeichen. Bei Worten wie Geschäftsklimaindex, Kapitaleinkommensbesteuerung, Wirtschaftswachstum, Eigenkapitalrendite, Niedriglohn glänzen ihm die Augen, aber das Wort sozial hat auf ihn die gleiche Wirkung, wie das Kruzifix auf einen Vampir! In der Sendung Hart aber fair, die letzes Jahr im Dezember ausgestrahlt wurde, meinte Professor Sinn sinngemäß:
Es ist ein frommer Wunsch, wenn der Arbeitnehmer verlangt von seinem Einkommen leben zu können. Von diesem Anspruchsdenken müssen wir wegkommen
Ja nee is klar Herr Professor Unsinn, wir leisten zukünftig nur noch Frohndienst ab, um der reichen Elite des Landes ihre Luxusvillen mit eingebauten Whirlpools zu finanzieren, dann können sie sich noch mehr Blubberbläschen in ihre fetten Hintern blasen. Klingt irgendwie nach Neofeudalismus.
Derartig arrogant geringschätzige Äußerungen gegenüber den Arbeitern, verdienen das faule Ei des Monats, welches sie hiermit zu Ihrem 60.Geburtstag von tomswochenschau bekommen! Herzlichen Glückwunsch!
Was soll man sonst noch Jemanden schenken, der materiell schon alles hat? Ich wünsche Ihnen eine bessere soziale Einstellung, menschliche Wärme und Nächstenliebe. Für einen marktradikalen neoliberalen Fundamentalisten ist das natürlich ein frommer Wunsch!
Weiterer Stellenabbau bei den globalen Spielern
Februar 28, 2008 at 09:43 | In Politik | No CommentsTags: BMW, global player, Henkel, insm, liberal, liberale, neoliberal, neoliberale, nokia, Paviane, Politik, politrick, satire, Siemens, Stellenabbau, wirtschaft, zynismus
Beinahe jeden Tag neue Hiobsbotschaften über Arbeitsplatzverluste. Sie nennen es betriebswirtschaftliche Maßnahmen. Für tausende Menschen gleichbedeutend mit dem Entzug ihrer Lebensgrundlage! Nach Nokia folgen nun andere Global Player:
- BMW baut trotz Rekordgewinne weltweit über 8.000 Arbeitsplätze ab. Im Inland werden 5000 Zeitarbeitskräfte und 2500 Festangestellte betroffen sein.
- Henkel Hier werden voraussichtlich bis zum Jahre 2011 etwa 3.000 Mitarbeiter weltweit ihre Jobs verlieren.
- Siemens Das ehemalige deutsche Vorzeigeunternehmen, in jüngster Zeit mehr durch Korruptions- und Bestechungsskandale in den Schlagzeilen, plant den Abbau von global c.a 3.800 Jobs in seiner Kommunikationssparte SEN. Hierzulande werden etwa 2.000 Stellen betroffen sein.
- Continental Der Autozulieferer will, obwohl Rekordgewinne eingefahren, 2.500 Stellen in Deutschland streichen.
Weitere Weltkonzerne werden folgen…
Der Arbeitnehmer ist nur noch “Humankapital” oder eine “anonyme Nummer”, Sand an der Meeresküste, ein Marginalisierter des neoliberalen Wirtschaftsfaschismus!
Die herrschende Klasse in der Wirtschaft kennt weder Ethik noch Moral, entscheidet nur im Interesse der Profitmaximierung zugunsten der Großaktionäre. Diese Kaste der Mächtigen scheint weit weniger soziale Sensibillität als eine Horde Paviane zu besitzen!
Unsere Polit-Darsteller werden wieder diejenigen sein, welche die Entscheidungen der Wirtschaft dem dummen Volk vermitteln. Der Eine oder Andere unserer Volkszertreter wird sich vielleicht wieder einen Bauarbeiterhelm aufsetzen, ein Bad in der Menge nehmen, um Solidarität mit dem arbeitenden Kleinbürger vorzuheucheln. Schließlich werden sie doch der Wirtschaft den politischen Weg ebnen und der Arbeitslose darf wieder mal den bitteren Gang zur Agentur für Arbeit antreten…
So sagen sie uns:
Nippe an dem Meßbecher, nimm dir’nen Keks, setzt dich, passe dich an, falte die Hände und halte die Fresse!
Willkommen in der schönen neuen Welt der neoliberalen globalisierten Marktwirtschaft…..
Die Neo - Gestrigen
November 5, 2007 at 12:45 | In Lebensphilosophie, Politik | 2 CommentsTags: armut, blogosphäre, bush, freiheit, fud, heuchelei, neocon, neokon, neokonservativ, neoliberal, neonazi, neoprenanzug, religion, schäuble, sozial, tony blair
Neo ist eine griechische Vorsilbe und bedeutet Neu. Im positiven Sinne verbindet man mit Neu auch Fortschritt, welcher gelegentlich sogar die Lebensqualität von Menschen verbessert. Ich persönlich halte den Fortschritt für eine völlig überschätzte Sache. Das ist aber nicht Gegenstand dieses Beitrags, sondern es geht um den Fremdwortteil Neo, welcher in der Blogosphäre derzeit stark im Trend liegt. Für mich ist Neo momentan fast ausschliesslich negativ besetzt, weil mir vor allem folgende Wörter in den Sinn kommen: Continue reading Die Neo - Gestrigen…
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