Meide den Mainstream-Pop !
März 23, 2008 at 20:43 | In Musik | 8 CommentsTags: charts, dsds, extrabreit, hype, mainstream-pop, müll, monrose, music, Peter Licht, pop, pop junk, pop müll, popstars, schaumschläger, schnuffel, show, songtext, tanzpuppen
An diesem Osterwochenende sollte diese Überschrift noch fett unterstrichen werden. Ein Avatar namens Schnuffel ist Nr.1 in den deutschen Charts! Sagt das nicht alles über die von Media Control ermittelte Hitliste aus? Offensichtlich reicht es heutzutage, Popmusik vollmechanisch zu generieren um den anspruchslosen oberflächlichen Musikkonsumenten zu befriedigen. Wen wundert’s, dass dazu auch schon die entsprechende Software angeboten wird, mit der man Popmusik bzw Gesangsbegleitung vollautomatisch erstellen kann.
Gecastete Bands oder Solokünstler mit gefälschten Biographien und gefakten Images, ist das die Richtung wohin die Reise der Popindustrie geht? Ohne mich Freunde, ich bin längst ausgestiegen…
Popmusik ist kein eigenständiges Musikgenre, sondern steht für populäre Musik. Der für den Mainstream produzierte Pop inkorporiert aktuelle Musikstile, meist wird dabei die Komplexität der ursprünglichen Musikform sowie der Kunst reduziert. Oder anders ausgedrückt: Der Mainstream-Pop wird nach dem Baukasten-Prinzip erstellt, es wird aus verschiedenen Musikgenres abgekupfert, abgeschliffen und Massenkompatibel aufbereitet, so dass die Musik konsumierbar wird. Das geschieht höchst professionell und routiniert, doch genau darin liegt für mich das Problem. Musik wird zu einem Produkt herabgesetzt, wie Massenware von der Stange.
Weil ich Skepsis und Ablehnung gegnüber Mainstream-Pop und Castingbands habe, wirft man mir vorurteilbehaftetes Klischeedenken vor, eine Tatsache die ich recht amüsiert zur Kenntnis genommen habe, weil die Vorwürfe ausgerechnet von den Leuten kommen, welche Fans jener Girlgroup sind, die von der Klischeefabrik Popindustrie produziert wird.
Ihr seid sicherlich nicht durch neutrale Beurteilung zu Monrose-Fans geworden, schließlich haben die meisten von Euch die theatralische Inszenierung des Personenkultes, die mit der Bildung von Monrose endete, im TV verfolgt und Euch somit der profitorientierten Hypemaschinerie ausgesetzt. Wieviele Fans “der neuen Engel” bleiben, wenn man diejenigen ausklammert, die Popstars nicht gesehen haben? Wer ist durch den reinen Höreindruck zum Monrose-Anhänger geworden? Keiner? Oder soviele, dass sie hier ‘reinpassen? Der Weg zu objektiven Beurteilungen ist begehbar, aber auf diesem seid ihr nicht, Freunde von Monrose!
Die profibestimmende Denkweise von Popproduzenten wird durch diese Aussage vom DSDS-Chefjuror Dieter Bohlen offenbart, dessen Beurteilung vom 09.03.2008 über den musikalisch talentfreien Superstar-Kanditaden Benjamin Herd, ich hier sinngemäß zitiere:
Dein Gesang ist zwar nicht gut, aber deine Performance und Bühnenpräsenz sind klasse, du hast Selbstbewusstsein, baggerst die Mädels an, siehst geil aus. Tokio Hotel können auch nicht singen, aber die Jungs sehen geil aus und haben nur deshalb Erfolg.
Diese Äußerung ist selbstentlarvend, zeigt sie doch deutlich die Strategie der Mainstream-Musikmacher: Durch visuelle Verführung soll das Kaufverhalten, der überwiegend jungen Musikkonsumenten, beeinflusst werden.
Peter Licht, der erfolgreiche Buchautor und Musiker, hat mit seinem Song “Popkultur/Meide” die richtige Antwort:
Meide, meide die Popkultur, dann geht’s dir besser. Meide die Tittenposter, meide Bilder von Bäuchen.
Meide Informationen von Menschen, die vor Mikrophonen reden. Die Popkultur ist nicht gut für uns.
Meide Bilder von Menschen, die vor Kameras Sachen machen, meide Bilder von Menschen, die auf Paradewagen tanzen. Meide, meide die Sachen, wo man am Ende von kotzen muß. Die Popkultur ist nicht gut für uns…
Wie kann man den Weg zu objektiverer Bewertung von Musik beschreiten? Indem man sich hörenderweise neuer Musik nähert, dabei visuelle Eindrücke weitgehend ausblendet. Es ist völlig irrelevant, wie der Artist aussieht und was in seinem Lebenslauf steht, es kommt auf die Musik an!
Um den Beitrag abzurunden, habe ich hier noch einen schönen Songtext, der deutschen Kultrockband Extrabreit der an die Plattenbosse der Major-Label gerichtet ist:
Da gibt es Leute, die halten sich für völlig normal, sogenannte Durchschnittsverbraucher mit populären Geschmack. Manchmal werden die Labelchef bei ‘nem Plattenkonzern. Die kommen an und sagen, lass die schrägen Texte das hör’n die Leute nicht so gern. Sei nicht so bockig, bring doch mal was gefälliges an, vielleicht mit Engeln oder was von den Beach Boys mit deutschem Gesang. Liebesgeschichten aber nicht so feucht so auf Familienniveau. Du weißt, einmal ficken im Text, schon ist es aus mit Radio…
Für immer jung, für immer quer, die grauen Herren kriegen mich nicht mehr…
Und dann sitzen sie da im karierten Hemd und gestreiften Pullunder, so geil wie ‘ne alte verrostete Handtasche im Kopf platt wie ‘ne Flunder. Und jetzt sing ich auch noch in evangelisch die spezielle Sauerei, da bin ich ja beim Oberschmock im Fernsehen sowiese nicht mehr dabei. Es gibt Leute, die sagen mir ständig, nu bleib doch mal bei deinen Leisten, so wie die, die säuberlich und abgezählt kleine Korinthen scheißen. Doch die Welt ist weit und die Zukunft mein, wir werden sehn’… Extrabreit - Für immer quer
Irgendwie kommt mir bei diesem Songtext der geschasste Ex-BMG Chef “Onkel Stein” in den Sinn
“Die Breiten” haben es jedenfalls geschafft, ohne die grauen Herren! Qualität hat eben einen langen Atem und setzt sich am Ende durch.
Frohe Ostern noch
Für mich ohne Schnuffel!
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Januar 22, 2008 at 01:51 | In Lustig, Musik | 4 CommentsTags: anti dsds, bohlen, dieter bohlen, dsds, dsds kritik, junk, popmüll, popstars, rtl, satire, superstar, tanzpuppen, wildecker herzbuben
“Bitte wirf Talente vom Himmel” ruft Bohlen gen Himmel gewandt. Ebenfalls himmelwärts rufe ich: “Bitte laß die Wildecker Herzuben herunterfallen und ihn erschlagen!” Ich fürchte, ich habe nicht so viel Glück. Der nächste Dilletantanstadl ist unausweichlich und wieder werden die Einkanalkonsumenten massiv auf Dauerempfang schalten, wenn die Kühlerfigur des deutsch produzierten Popp, sein potentes F(l)achwissen über die Darbietungen der Superstaraspiranten absondert.
Hier einige Kostproben der “Musik-Koryphäe:”

“Du stehst da wie ein Schwanz in der Hochzeitsnacht. Aber am Ende kommt auch bei dir nichts raus.”
“Wenn du deine Stimmbänder in die Mülltone schmeißt, ist das artgerechte Haltung.”
“Wisst ihr, was der Unterschied zwischen euch und einem Eimer Scheiße ist? Der Eimer!”
“Warst du in der Kirche? Siehst so durchgeorgelt aus.”
“Deine Art zu singen, das klingt irgendwie wie Darmverschluss.”
“Damit kannst du Kakerlaken ins Koma singen.”
“Du singst, als wenn du ‘ne Klobürste im Arsch hättest.”
“Du hast deinen ganz eigenen Stil, - aber den finde ich absolut Scheiße.”
Der Chef-Juror ist eben von der musikalischen Fäkaltät.
Herr Bohlen Ihre Sprüche findet nur einer lustig, Sie selbst! So sehen Sie auch aus!
Meine eigene Casting-Band
Januar 18, 2008 at 10:17 | In Lustig, Musik | 1 CommentTags: band, band creator, band generator, blogosphäre, canada, casting, csu, dsds, fun, herzilein, kanada, music, popstars, potpuri, satire, spaß, spass, usa, wausaukee, wildecker herzbuben, wisconsin, witzig
Vergesst Popstars, DSDS und Co. Jetzt kann sich jeder seine eigene imaginäre Band basteln. Und so funktioniert es:
Der Name der Band ergibt sich aus dem Titel des ersten Artikels nach Klick auf diesen Link:
http://en.wikipedia.org/wiki/Special:Random
Dein Album wird nach den letzten vier Worten des letzten Zitats dieser Seite benannt:
http://www.quotationspage.com/random.php3
Das dritte Bild auf dieser Seite wird dein Album-Cover:
http://www.flickr.com/explore/interesting/7days
Das ist meine neue Band:

Das erste sensationelle Album von Wausaukee (Wau-sau-kee) “change color and fall from the tree” is out now!
Inklusive dem Bonus-Track Microheart! Dabei handelt es sich um die US-Kanadische Coverversion des Titels Herzilein von den Wildecker Herzbuben und zwar in einer Maxi-Version, ein über 12-minütiges Potpuri, der sogenannte Hallodri-Rucksack-Mix! Vielleicht die ideale Hintergrundmusik für eine CSU-Wahlveranstaltung? Nein, besser nicht! Derart großartige Musik sollte nicht für niedrige Beweggründe mißbraucht werden!
So, jetzt aber Schluß mit dem Unsinn…
Viel Spaß mit Eurer ersten eigenen Band!
P.S. Übrigens, ich habe mich nicht ganz an die “Spielregeln” gehalten, Coverfoto und Label sind von mir, Krass ‘ne?
Via: Abfallkalender
Room 2012 - Bitte abschließen und Schlüssel wegwerfen
Dezember 14, 2007 at 00:35 | In Musik | 1 CommentTags: bohlen, choreograph, detlef d soost, dsds, junk, monrose, No Angels, Nu pagadi, overground, pop, pop müll, popstars, preluders, pro 7, room2012, rtl, soost, superstar, tanzbär, tanzpuppen
Es ist mal wieder soweit: Die Musikwelt wurde mit einer weiteren Retortenband aus dem Gagakasten made by Pro7, “beglückt”. In der Sendung Popstars hat der “dicke Tanzbär” alias “Drill-Inspektor” Detlef D. Soost eine neue “Pseudo-Band” profitgerecht zurechtgebogen geformt. Rechtzeitig vor Weihnachten kommt das neue Album “Elevator” von “Room 2012″ auf den Markt, schließlich wollen die Plattenbosse noch vor Heiligabend ihren Lieblingsklingelton vernehmen, nämlich den ihrer gefüllten Kassen! Continue reading Room 2012 - Bitte abschließen und Schlüssel wegwerfen…
Monrose, wie ich sie am Liebsten habe
September 21, 2007 at 15:57 | In Lustig, Musik | 93 CommentsTags: charts, junk, kommerz, monrose, ohrenschmalz, pop, pop müll, popstars, satire, tanzpuppen, teenie
Lautlos habe ich sie am Liebsten:

Man könnte sie auch in Moonrose umbenennen, denn zum Mond sollte man sie meiner Meinung nach schicken! Dann könnten sie die anderen “Pop-Fools” gleich mitnehmen.
Was ist eigentlich aus den sonstigen, von der Musikindustrie ferngesteuerten Tanzpüppchen geworden?
Overground? Ist jetzt im Underground. Preluders? Luders haben wir sowieso schon genug. Nu Pagadi? Im Nu waren sie wieder weg. Brosis? Bro.. wer?
[update 05.02.2008]
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