Bob Marley – War

Herr im Himmel hilf ihnen, solange die Finger von der Tastatur zu lassen, bis sie wissen was sie schreiben!
Dieser Gedanke kam mir spontan in den Sinn, als ich bei meiner Runde durch die WordPress-Community über diesen Beitrag stolperte. Hier versucht sich Southparkrep. an der Interpretation des Songs War von Bob Marley und wirft daraufhin die Frage auf ob, der Reggae-Musiker ein Neocon war. Mir ist es ein Rätsel, wie man so eine Vermutung aus diesem Songtext ableiten kann. Der neutrale Leser soll selbst urteilen hier der englische Orginaltext:

Until the philosophy which hold one race superior and another inferior is finally and permanently, discredity and abandonded, everywhere is war, that until there is no longer first class and second class citizens of any nation, until the colour of a man’s skin Is of no more significance than the colour of his eyes, me say war, That until the basic human rights are equally guaranteed to all, without regard to race, dis a war, that until that day the dream of lasting peace, world citizenship rule of international morality will remain in but a fleeting illusion to be pursued, but never attained

Vielleicht wird es durch die deutsche Übersetzung klarer:

„Bis die Philosophie, die eine Rasse überlegen und eine andere unterlegen macht, endgültig und permanent verrufen und abgeschafft wird, bis es keine Erste- Klasse- und Zweite-Klasse- Staatsbürger gibt, bis daß die Hautfarbe eines Menschen nicht mehr zu bedeuten hat, als die Farbe seiner Augen, bis daß die fundamentalen Menschenrechte gleichsam jedem Menschen, ohne Bezug auf seine Herkunft garantiert werden, bis zu diesem Tag wird der Traum von bestandvollem Frieden, Weltbürgerschaft und dem Vorherrschen internationaler Moral, eine flüchtige Illusion bleiben, die zwar angestrebt, aber nie erreicht wird.“

Für mich ist das einer der grossartigsten Songtexte, die je geschrieben worden, doch der Ruhm gebührt nicht allein Bob Marley, denn die Lyrics basieren auf einer Rede des ehemaligen Äthiopischen Herrschers Haille Selassie I, die er im Jahre 1968 vor der UN hielt. Auch 39 Jahre später sind diese Worte immer noch wahrhaftig. Southparkrep weiß offensichtlich nicht viel über Bob Marley, sonst hätte er gewusst das dieser Text eigentlich nicht von ihm stammt. Schon damals versuchten Politiker den Reggae-Star für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, ihm eine politische Idiologie überzustülpen. Bob Marley selbst distanzierte sich immer von der Politik. Möge Southparkrep uns doch bitte verraten wo er die Verbindung zum Neokonservatismus sieht…

Wir schreiben das Jahr 2007 – Es ist immer noch Krieg, wir haben nicht verstanden…

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4 Kommentare zu “Bob Marley – War

  1. Erstmal danke für ein wenig zusätzlichen Traffic.. Natürlich weiß ich, was es auf Deutsch heißt, ich dachte so viel Englisch ist jedem zuzumuten. Worin genau erkennst du jetzt den Widerspruch? Weil ein undemokratischer afrikanischer Herrscher die Rede gehalten hat? Nichts desto trotz ist mir im Text die Ähnlichkeit zu Natan Sharansky’s „The Power of Democracy“ aufgefallen – Leseempfehlung!

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  2. Na ja, Traffic spielt für mich keine grosse Rolle, aber schön, dass du dich darüber freust. Heisst Sharansky’s Buch nicht „The Case of Democracy – The Power of Freedom to overcome Tyranny…“ ? George W. Bush soll dieses Buch ja an einem Wochenende verschlungen haben, ich hoffe er war dabei erfolgreicher als beim Essen eines Bretzels, was ihn ja bekanntlich von der Couch gehauen hat 🙂
    Bob Marley besingt in seinem Song, der 30 Jahre vor Sharansky’s Buch entstanden ist, aber die Befreiung für sein afrikanisches Volk von der 400 Jahre andauernden Tyrannei der „westlichen Welt!“ stammt die Begrifflichkeit Neokonservatismus nicht aus der sogenannten „westlichen Welt“? Diese bezeichnen die Rastafaris aber als „Babylon-System“ in Anlehnung an die biblische Stadt als Synonym für Reichtum, Macht,Grössenwahn und Unterdrückung. Dazu gibt es übrigens auch einen Bob Marley-Song: „The Babylon-System is a Vampire, sucking the blood of the sufferer“. Zum Thema Kapitalismus dürfte Bob Marley eher eine ablehnende Einstellung gehabt haben, denn Rastas entsagten weitgehend den materiellen, weltlichen Dingen. Insofern ist der Reggae-Musiker also kaum mit neokonservatistischen Ansichten in Übereinstimmung zu bringen.

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  3. Heisst Sharansky’s Buch nicht “The Case of Democracy – The Power of Freedom to overcome Tyranny…” ?
    >> das haste recht, hat sich aber einer informiert. hast du es auch gelesen? dann dürften dir die gemeinsamkeiten auffallen: es sagt, dass es immer krieg gibt solange es regime gibt die menschen wie bürger 2.klasse behandelt und das keinen wirklichen frieden mit diktatoren geben kann, weil diese zur aufrechterhaltung immer einen inneren und äußeren feind brauchen. solange die diktatorischen regime im nahen osten bestehen gibt es deshalb auch keine lösung für terorrismus.

    was du zu rastafari sagst und wo ich mich auch ein bisschen zu erkundet habe, klingt für mich nach einer ziemlichen sekte – aber in der westlichen welt hast du die freiheit auch auf westliche freiheiten zu spucken solang du niemanden etwas aufzwingst. krass, ne?
    was die rastas in jamaika machen erinnert mich allerdings mehr an die taliban:
    [EDIT: Link entfernt, Seite kann inzwischen nicht mehr aufgerufen werden]

    aber warum hast du überhaupt einen blog? ist das nicht ein übles materialistisches produkt des kapitalismus??
    mit blogs schreiben übrigens auch iranische dissidenten gegen ihren gottestaat an! 😉

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  4. Das Bedürfnis nach Freiheit und Demokratie (Das Eine funktioniert nicht ohne das Andere) haben sicherlich fast alle Menschen, dazu muss man kein Neocon sein.Bei den Neocons gehen damit noch größtenteils veraltete, moralische Wertvorstellungen einher wie z.B. Religion, Familie und teilw. prüde Sexualität. Das alles passt irgendwie nicht zu Bob Marley. Wusstes Du, daß er 8 außereheliche Kinder hatte?
    Dass die Rastafaris homosexualität nicht tolerieren,(tuen Christen übrigens auch nicht) bedingt nicht automatisch die Gewalttaten gegen Schwule, diese werden typischerweise eher nicht von Rastas begangen. Dazu schreibe ich noch einen ausführlichen Artikel.
    Dieser Blog ist eher kein übles kapitalistisches Produkt, sonst würde er viel Geld kosten und wäre mit Werbung zugepflastert. Schrieb ich denn irgendwo, ich sei gegen Kapitlismus? Ich hab nur etwas gegen den unreglementierten, entfesselten Raubtierkapitalismus!

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