Reggae statt Reagan

Wenn ich ziellos durchs Internet surfe, empfinde ich es manchmal so, als sei ich auf einer riesigen virtuellen Müllkippe. An solchen Tagen muss man sich durch bergeweise Unrat wühlen, um etwas brauchbares aufzutun. Gestern hatte ich kein Glück, stattdessen „trat“ ich auf eine „virtuelle Ausscheidung “ in Form dieses Artikels. Eigentlich ist es ja recht belustigend, wenn eine selbsternannte Aufklärerin über ein Thema schreibt von dem sie offenbar keine Ahnung hat. Dazu kommt noch, dass die analytische Tiefe dieses Beitrages nicht annähernd die räumliche Tiefenausdehnung meines Monitors erreicht. (Ich habe einen Flachbildschirm!).

Selbstverständlich kann man Reggae-Musik sachlich und fundiert kritisieren, der Rastafari-Kult und die Homophobie, für die einige religiöse Extremisten diese Musik missbrauchen, sind sicherlich berechtigte Ansatzpunkte. Doch Sachlichkeit ist etwas, was diesem Geschreibsel vollkommen abgeht. Stattdessen durchzieht diese Zeilen eine übelriechende Schleimspur aus Hass und Rassismus. Spätestens ab hier ist Schluss mit heiter! Aus meiner Sicht geht es nicht nur darum Reggae-Musik zu diffamieren, sondern auch alle dunkelhäutigen Menschen als minderwertig darzustellen. Visuell untermauert wird das durch bildliche Darstellungen von Afrikanern in der Kolonialzeit. Tanja Krienen, die früher mal Thomas hieß, benutzt dabei permanent, die aus unserem Sprachgebrauch zurecht verschwundene Bezeichnung „Neger“, die nichts anderes ist als eine geringschätzige Abwertung dunkelhäutiger Menschen. Die selbsternannte „Erfolgsautorin“ dagegen reklamiert diese Bezeichnung als korrekt. Tatsache ist, dass diese Begrifflichkeit seit dem Ende der Kolonialzeit allmählich aus dem Volksmund verschwand, wie auch das Kinderlied „10 kleine Negerlein“ oder die „Negerküsse“. Heutzutage wird er hauptsächlich von rechten Gruppierungen und anderen Fremdenhassern benutzt.

Auf den besagten Artikel detailierter einzugehen lohnt sich kaum, denn er quillt über vor Pauschalisierungen, differenziert in keinster Weise, ist tendenziös und dient der Autorin dazu, ihren einseiten Standpunkt abzuarbeiten. Hier wird ein ganzes Musikgenre, die Rastafari-Religion sowie das afrikanische Volk gnadenlos über einen Kamm geschoren. So ist mein persönlicher Eindruck. Der geneigte Leser mag dem obigen Link im Text folgen, um sich selbst ein Bild zu machen. O.K. der Eintrag stammt aus dem Jahre 2005, doch die Verfasserin hat ihre Einstellung zu diesem Thema keinen Deut verändert, stattdessen findet man vergleichbare Ergüsse ihrer geistigen Onanie in ihrem gesamten Blog verteilt.
Weitere Beispiele:
Osamas Bomben – Di great Inshorecksahn: Reagan statt Reggae: Drum reiht euch ein in die George Bush-Front
…keine importierte Negerkultur im Reagge-Schunkeltakt langsamer Halbmenschenwesen…
Die Titel dieser Beiträge sprechen schon für sich. Das ständige verbale Einprügeln mit virtuellen Steinzeitkeulen, geschwungen von drittklassigen Autoren, auf den Reggae, bestärkt mich immer mehr in der Annahme, wie gut diese Musik doch ist! Tja Frau Krienen, Ronald Reagan ist Geschichte, Reggae lebt weiter und zwar trotz oder gerade wegen „Autoren“ wie Sie. Drum heisst es richtig: Reaggae statt Reagan! Lets do it:

Burning Spear – Slavery days

Richtig gute Musik, nicht wahr Frau Krienen? Bleiben Sie doch lieber bei Themen, bei denen Sie über mehr Sachkenntnis verfügen, zum Beispiel bei Ihrer, ach so geliebten, minimalistischen „Kuhjungen Musik“!

6 thoughts on “Reggae statt Reagan

  1. Es ist wrklich phänomenal, auf was für Schwachsinn man ab und an stösst! Der auslösende Beitrag ist ja nicht mehr ganz frisch, ist aber während der Zeit nicht besser geworden. Anders als bei Wein, reifen Texte nicht bzw. ein dünner Wein kann auch durch Lagerung nicht besser werden.
    Liest man die Kommentare zu dem Beitrag, rundet dies das Gesamtbild ab. Da sind Statements dabei, für die man sich schämt, auch wenn man damit nichts zu tun hat!

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  2. Wieso selbsternannte „Erfolgsautorin“?
    Feuer?“, fragte sie. Sie steckten die Köpfe zusammen, der Rauch, der vertraute, stieg auf. Das „Ey-du-fühlst-du-es-auch-so-wie-ich-du-Gefühl“ verband ihre Lungen, ihre Herzen, ihr Hirn. Sie rieben sich aneinander und den Rauch ins Ohr, in die Poren. Sie waren eins. So wie damals, als alles begann. Samstagnachmittagsdemo-Sonnen-Wonne. Mädchenzimmer, Peace-Poster, Grönemeyer-Platte, Mutter wartete mit dem Essen. Reagan, der böse Sheriff, räumte ihre Ideale hinweg.
    „Auschwitz ist überall. Rettet unsere Städte“, noch einmal schrie sie es laut, so laut sie es vermochte. Die Kreatur packte alles wieder in die Tasche, auch den toten Vogel, den es am Bordstein fand und den es, so hatte es sich überlegt, zu Hause solange streicheln wollte, bis es sicher sei, dass er, der Vogel, wirklich nicht mehr lebte.
    http://www.campodecriptana.de/blog/2007/09/13/921.html

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  3. Nun ja, die Komposition mit den Worten ist gut gelungen, was Sie mit Ihrem Buchauszug beweisen, über Inhalte lässt sich streiten. Doch leider wird Erfolg an Einnahmen gemessen, auf Ihrem Weblog findet aber offenbar wegen finanzieller Probleme der Abgesang statt, was darauf schliessen lässt, das es sich wohl um eine brotlose Kunst handelt. Hinzu kommt noch die kostspielige, gerichtliche Ausseinandersetzung mit dem belanglosen, maßlos überschätzten, publizisten Broder.

    Reagan, der böse Sheriff, räumte ihre Ideale hinweg.

    Meine Ideale räumte der „talentfreie Schauspieler“ nicht weg. Ich erinnere an Bob Marley: “ I shot the sheriff“ womit ich wieder beim eigentlichen Thema wäre. Mit diesen Song, den Eric Clapton coverte, wurde der Mann aus Jamaica bekannt und nicht wie Sie schrieben, durch „Smile Jamaica“. Ihr Beitrag ist so wasserdicht, wie eine Uhr, die man von einem Strandverkäufer auf Gran Canaria kauft.

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  4. Was für eine Odyssee. Ursächlich folgte ich der Idee von dem „Was tun gegen den Broderismus?“ post bei zurpolitik, weil in meinem wordpress dashboard häufig blogs ins Auge treten, die den angesagten Hetz- und Brandschriftstil pflegen.
    Broder war mir eigentlich als Satiriker bekannt, nicht als Hohepriester humorloser Cartmans.
    Radikale,repressive,erniedrigende,verächtliche,hitzköpfige Gedanken von Ismus-Vertretern hinterliessen den Eindruck, das in erster Linie abgehasst, beleidigt und Selbstdarstellung betrieben wurde.
    Radikalverbaler Politikforen BDSM

    Das ist etwas offtopic, es ist hier nur wie eine Insel der Vernunft und ich verschnaufe kurz, bevor ich mich wieder in den Mahlstrom Aggro-polemischer Äußerungen begebe

    Bedankt

    P.S. Wahrlich eine schleierhafte groteske sonderbar faszinierende Person.
    P.S.S. Es gibt aber auch dunkelhäutige und hellhäutige Neger/Melaninreiche/Afrikaner(analog zu Asiaten)/Kollegen

    -schon ganz wirr- nexuslex

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  5. Zitat:
    „Aus meiner Sicht geht es nicht nur darum Reggae-Musik zu diffamieren, sondern auch alle dunkelhäutigen Menschen als minderwertig darzustellen…“ – was ist, wenn sie sich selbst rassistisch verhalten?
    Es ist mittlerweile bekannt, daß Jamaica eines der gefährlichsten Länder für Schwule (auf der ganzen Welt!) ist, daß sie dort gejagt, verprügelt und ermordet werden.
    WEIL REGGAE-SÄNGER IN IHREN LIEDERN DAZU AUFFORDERN. (Kein Witz.)
    Für mich war interessant zu lesen, wo der Rassismus herkommt (aus der Bibel) und daß er sich auch gegen Frauen richtet. Das paßt.
    Eine „rassistische Schleimspur“ konnte ich beim besten Willen nicht erkennen – vielleicht den mißglückten Versuch, den Rassismus der Rastafari durch den Einfluß
    von außen (eben durch die jahrhundertelange Behandlung als „Neger“) zu erklären, so wie es Frantz Fanon einst in seinem Buch „Die Verdammten dieser Erde“ tat.
    Ich fand den Artikel hilfreich, auch wenn ich Tanja Krienen seltsam finde.

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  6. Rassismus ist immer inakzeptabel, egal von welcher Seite! Dass Rassismus zum Teil aus der Bibel kommt und christliche Missionare diesen auch lange Jahre in Afrika praktiziert haben ist keine neue Erkenntnis. Eine der Ursachen, wenn nicht sogar die Hauptursache, für Homophobie ist der starke religiöse Einfluss und die christlich geprägte bibelfeste Erziehung nicht nur in Ländern wie Jamaica. Der Artikel von „TK“ ist in meinen Augen nichts weiter als der klägliche Versuch, den eigenen Rassismus mit dem Rassismus der anderen zu rechtfertigen. „TK“ ist übrigens häufig in der rassistisch pöbelnden, als Blog getarnten Jauchegrube, „Fakten und Fiktion“ anzutreffen.

    So unterschiedlich können Ansichten sein: „Jacob Licht“ findet die oben verlinkte Artikelimitation von „TK“ hilfreich, ich finde sie so nützlich wie Klopapierverleih. Ich habe mich mit der seltsamen Person „TK“ hier zweimal in Form eines Blogeintrages befasst, das reicht. Alles weitere würde ich als vergeudete Lebenszeit betrachten, deshalb schließe ich dieses Kapitel nun. Klappe zu, Affe tot!

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