Islamophobe Kakophonie

Als hätte Kenia derzeit noch nicht genug Probleme, kommen nun auch die islmamophoben Kakophonisten daher und interpretieren dort eine religiös motivierte Auseinandersetzung hinein. Die politisch Irreparablen und ihre befreundeten Blogger verteilen derzeit überall ihre „virtuellen Kimmenfrüchte“ zu diesem Thema im Netz.
Die Inhaber der „Universalwahrheit“ berufen sich bei ihren Desinformationen auf das christlich fundamentalistische Online-Magazin Christian Today. Die Verschwörungstherorie lautet, daß der Wahlkampf von Oppositionsführer Odinga durch Islamisten „mit allen Mitteln“ unterstützt wurde, als Gegenleistung hätte er angeblich dafür unterzeichnet, im Falle eines Wahlsieges sozusagen eine islamistische Übernahme des Landes durchzuführen. Die Tatsache, daß Christian Today seine Meldung bereits revidiert hat, stört unsere Hobbydemagogen nicht, schließlich sind sie im „Auftrag des Herrn“ unterwegs und der Zweck heiligt offenbar die Mittel. So heißt die Devise: Lüge, lüge, lüge…irgendwas wird schon hängen bleiben!
Sogar Kibaki’s Wahlbetrug haben die Antiislamhetzer legitimiert, schließlich hat er dadurch eine „islamistische Adaptierung“ Kenias verhindert!
Zu den selbsternannten Kreuzrittern und Verteidigern der „westlichen“ Werte, die sie für die moralisch höchste Instanz halten, gehören u.a. die Gutachsler wie Broder, die politisch Irrelevanten oder auch „Acht der Zahnstocher“ und ein „Frosch Blog“. Mit sehr viel Wohlwollen kann man deren Publikationen auch als Satire abtuen, denn teilweise sind sie auch unfreiwillig komisch. Irgendwie erinnert mich die „Eliteeinheit“ der Verteidiger gegen die „weltweite islamistische Unterwerfung“, an Monty Python’s Ritter der Kokusnuß.
Gar nicht mehr lustig dagegen finde ich, wenn man das Hungerleiden in Kenia in Frage stellt und als „ziemlich typische Argumentation“ für die Gründe der dortigen Unruhen heruntergespielt. Natürlich ist das Elend und die bittere Armut in dem ostafrikanischen Land eine der elementaren Ursachen für die gewaltsamen Auseinandersetzungen, wer diese Tatsache ignoriert, stattdessen die dortige humane Katastrophe für seine schäbige Propaganda instrumentalisiert, ist vor neutralem Urteilsvermögen absolut bewahrt! Die Kleinpopulisten mit „großen Ambitionen“ haben offensichtlich ihre „Wohlstandsfestung“ noch nie verlassen, also noch nie ein sogenanntes Entwicklungsland bereist. Und so „berichten“ sie weiter aus dem Tal der Ahnungslosen.

Hier auch ein guter Beitrag zum Thema

Fakt ist, daß es in Kenia keine nennenswerten religiösen Konflikte gibt. Im Gegenteil, die größte Hafenstadt Ostafrika’s, Mombasa am indischen Ozean, ist ein Musterbeispiel für das Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen!

Mombasa, melting Pot der Kulturen und Religionen

mombasa.jpg

Hier leben und arbeiten Moslems, Christen und Hindus auf engsten Raum, friedlich miteinander.

Weitere Fakten: 70% der kenianischen Bevölkerung sind Christen, lediglich 20% Muslime, alleine deswegen wäre eine „isalmistische Übernahme“ sehr unwahrscheinlich.

Advertisements

4 Kommentare zu “Islamophobe Kakophonie

  1. Hallo Tom,

    Sehr schöner Artikel. Zu Permanent Indoktrinierend (PI) brauch man ja nicht mehr viel zu sagen… Ein wenig kritisieren möchte ich die Aussage

    „…das Elend und die bittere Armut in dem ostafrikanischen Land die Hauptursache für die gewaltsamen Auseinandersetzungen…“,

    denn das ökonomisch viel schlechter darstehende Nachbarland Tanzania ist politisch stabil. Es hat mich immer wieder gewundert, wie sehr Kenia zum ostafrikanischen „Musterland“ hochgejubelt und jeder neue Präsident zum neuen Hoffnungsträger für ganz Afrika ernannt wird und sich in schöner Regelmäßigkeit als korrupter als sein Vorgänger entpuppt. M. E. ist Kenia ein klassischer „failed state“ mit ökonomischen Enklaven und von außen induzierter „Entwicklung“, welche die Eliten protegiert. Politisches Hauptproblem ist der Tribalismus, d. h. das jede amtierende Regierung ihre politsche Basis im „Heimat-Tribe“ ihres Präsidenten hat.

    Gefällt mir

  2. Hi red.cloud!

    🙂 Freut mich wieder von Dir zu Lesen. Danke für den netten sachlichen Kommentar.

    M. E. ist Kenia ein klassischer “failed state” mit ökonomischen Enklaven und von außen induzierter “Entwicklung”, welche die Eliten protegiert. Politisches Hauptproblem ist der Tribalismus, d. h. das jede amtierende Regierung ihre politsche Basis im “Heimat-Tribe” ihres Präsidenten hat.

    Sehr trefflich analysiert! Genauso ist es. Ich hatte ja gehofft, daß es mit Kibaki ab 2002 aufwärts ginge, aber recht bald wurde ich diesbezüglich mit meiner eigenen Naivität konfrontiert, denn es ging für die Mehrzahl der Kenianer, nach der unseeligen Ära Moi, weiter abwärts. Die Not der meisten Menschen wurde größer, während sich die Führungselite noch immer in Völlerei ergeht.
    Vielleicht wird Kenia in den „westlichen“ Medien deshalb als „Musterland“ Ostafrikas dargestellt, weil es als wichtiger Bündnispartner der „Westmächte“ im Kampf gegen den Terrorismus gilt. Schließlich gibt es ja eine über 600km lange Grenze zu Somalia, jenes Land welches oftmals als Hort für Terroristen bezeichnet wird.
    Berechtigterweise kritisierst Du den oben zitierten Satz, ich hätte vielleicht schreiben sollen:

    Natürlich ist das Elend und die bittere Armut in dem ostafrikanischen Land eine der elementaren Ursachen für die gewaltsamen Auseinandersetzungen

    Einverstanden? Die politisch inkontinenten und ihre islamophoben Freunde dagegen bagatellisierten das Elend in Afrika derart, daß ich mich zur „Gegenöffentlichkeit“ entschied. Selbst wenn dieser Artikel vergleichsweise wenig Beachtung findet, fühlte ich mich nach dessen Fertigstellung besser…viel besser 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s