Monrose, Selbsterkenntnis und die Kunst von heute

von Gastautor tiago

Durch diesen kleinen Beitrag von mir, entwickelte sich eine große kontroverse Diskussion. Tiago zeigte sich dabei besonders engagiert, deshalb biete ich ihm die Möglichkeit, seine Ansicht in Form eines eigenen Essays darzustellen:

Der Weg von den eigenen Vorurteilen zu eher objektiven Urteilen ist schwer, aber begehbar…

Um die herrschenden Differenzen in unseren Sichtweisen/konkreten Wahrnehmungen und ihren Ursprung herauszufinden, könnt‘ ich mal folgende Frage einwerfen: Von was hängt die eigene Meinungsbildung über ein Lied ab?

Wodurch entstehen die eigenen Eindrücke von „gut“ oder „schlecht“, „phänomenal“ oder „schrecklich“, noch konkreter – wieso möchte man einige Lieder mehrmals genießen(!) und andere einfach nicht beachten, einige andere sogar vergessen? Die Antwort wird nach dem Einführungsbeispiel angegangen. Sie ist aufgrund ihrer Komplexität etwas unstrukturiert gestaltet, aber als Gesamtes dennoch zu verstehen.

Einführungsbeispiel:

Zwei medienkritische eineiige Zwillinge haben im Normalfall die gleichen Vorlieben. Hören sie beide zusammen, an einem noch nie vorher gekannten Ort, ein noch nie vorher gehörtes Lied von einem unbekannten Sänger, dann werden sie höchst wahrscheinlich das Lied ähnlich wertschätzen. Hat eine von den Zwillingen aber eine hintergründige Erfahrung, z.B. über die Intentionen des Sängers, wird dadurch ihr kontextualer Gesamteindruck des Liedes umso mehr beeinflusst. Dieses Phänomen steht nicht zur Debatte. – Ein halbes Jahr später gibt es einen neuen Termin für die Zwillinge. Wieder ein neuer Ort, eine neues Lied und ein Sänger. Zwilling A hat sich in der Zeit zuvor mit diesem Sänger auseinandergesetzt; er hat sich seine Biografie angeschaut (dabei noch nichts Relevantes entdeckt) und Vieles, Vieles von drei Freunden über diesen Sänger gehört, z.B. dass er weniger auf seine eigenen Fans, als auf sein Vermögen stolz ist oder, dass er immer Playback singt und die Songtexte bei Fernsehauftritten vom Teleprompter abliest. Zwilling B kennt den Künstler immer noch nicht. Beide hören sich das unbekannte Lied an und werden danach in zwei verschiedenen Räumen interviewt und nach den eigenen Eindrücken befragt. Während Zwilling B anfängt differenziert zu erklären, dass ihm das Lied und vor allem die ausdruckskräftige Stimme gefallen hat, und nur der etwas synthetische Beat etwas irritierte, rennt Zwilling A zeitgleich aus dem anderen Interviewraum heraus und schreit lauthals: „Ihr könnt‘ mich doch alle mal“, „dieser Typ ist einfach nur scheiße, scheiße, scheiße“, „soo kommst du nicht weit mein Freund!!“

Auswertung:

Zwilling A haben die Hintergrunderfahrungen so wütend gemacht, dass er nicht einmal dazu gekommen ist seine eigene Wahrnehmung über das Lied zu beschreiben. Sie wurde von vornerein gar nicht richtig aufgenommen, praktisch ignoriert. Diese verzerrte Reaktion ist eine typische Folge von externen Einflüssen. In diesem Fall haben die herrschenden externen Einflüsse ein regelrechtes „Abschalten“ der Sinneswahrnehmungen beim dem Zwilling provoziert; standartmäßig bewirken Hintergrunderfahrungen aber nur eine zum Teil undifferenzierte Bewertung. Wie gerechtfertigt diese Einflüsse auf Zwilling A waren, stellte sich etwas später heraus, als die drei Freunde zugaben an dem diesem Experiment für eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro beteiligt gewesen zu sein.

Ohne näher auf das Beispiel einzugehen…

Wir sollten es akzeptieren, dass wir in einer Zeit und auf einem Planeten leben, auf dem wir mit sogenannten Produkten „moderner Musik“ (unterhaltende Popmusik), Tag für Tag konfrontiert werden, sie ergo ein Teil unseres Lebens sind und wir einer subjektiven Bewertung machtlos ausgesetzt sind – unabhängig davon ob man in dieser Welt den Totalverweigerer, den überkritischen (Medien-)Beobachter oder den verblendeten Enthusiast und Fanatiker lebt.

Und nichtsdestotrotz schauen doch alle Individuen aus ihrer ganz eigenen Perspektive, die sie im Laufe des Lebens durch ihre Erfahrungen formen konnten; ich nenne diese wirkenden Einflüsse mal externe Einflüsse. Im Gegensatz dazu stehen die Wahrnehmung und die Bewertung auf der Grundlage unserer seit der Geburt an festgelegten genetischen Veranlagungen; das sind die internen Strukturen. Diese beiden sich in jedem einzelnem Fall, in unterschiedlichem Ausmaß auswirkenden Hauptfaktoren, müssen auch vorsichtig von einander getrennt betrachtet werden. Sie stellen den allgemeinen Bewertungsprozess dar.

Jeder wird (zum Glück) ein anderes Verständnis von Kunst, und relativ gesehen auch von „gut“ und „schlecht“ tragen – oder kennt einer die feste Definition von Kunst, und von „gut“ und „schlecht“? Der Bereich der musikalischen Kunst ist nicht umsonst eines der Vielfältigsten unseres Lebens, und sie zu bewerten ist fast so schwer wie sie zu schaffen.

Wir haben vermutlich alle unsere Lieblingsmusikgenres, hören das eine lieber als das andere. Einige von uns hören nur Mainstream, andere nur anspruchsvolle Musik, wiederum andere „splitten“ sich auf in beide Musikwelten. Jeder hat seine Orientierung finden müssen.

Aber egal ob speziell unterhaltender Mainstream-Musik(Pop) oder anspruchsvoller Musik(Klassik, Jazz, Rock ´n‘ Roll…), neuartige(Techno, House) oder traditionelle (Volksmusik et cetera) Musikgenre betrachtet werden, die Musik von Heute im engeren Sinne, ist nicht die von Gestern und sie entsteht verständlicherweise auch nicht unter den gleichen Rahmenbedingungen und Vorrausetzungen. So gibt es z.B. auch die erheblichsten Unterschiede bei dem Erstellungskonzept und bei dem Erfolgsrezept eines Liedes. Künstlerische Fähigkeiten/Tätigkeiten werden vor allem bei der Mainstream-Musik-Produktion aufgeteilt und von Institutionen(Plattenfirmen) organisiert, bzw. koordiniert. Es gibt immer neuere Positionen, die eine wichtigere Rolle bei der Abwicklung des Endproduktes zu übernehmen scheinen – vom A&R Manager bis hin zum Chartscout, das neue Musikgeschäft ist entstanden und treibt auch große Teile Musik zu einer großen Veränderung an. Wie man damit umgeht, zeigt sich schließlich in den von uns gegangen Wegen.

Nähern wir uns nun der Thematik…
…und betrachten die Qualität von musikalischen Kunstwerken, dann wäre es nicht unklug (im gemeinsamen Einverständnis aller Gesprächspartner!) eine Definition für den Begriff der Qualität hinsichtlich der Musik zu finden(Diskussionen scheitern nicht nur an verschiedenen Gewichtungen der Gesprächsteilnehmer, sondern auch an den diskreten Missverständnissen, die auf das ungenaue Verständnis der Begrifflichkeiten zurückführen sind). Da dieses aber eindeutig zu umständlich ist, versuche ich sie teils zu ergründen und zu begründen, teils vorsichtig zu umgehen. So sollten wir uns zum Beispiel auf die Polarpunkte „hohe Qualität“ und „niedrige Qualität“ einigen, an statt das übliche „gute Qualität“ und „schlechte Qualität..“ 😉

Aus Deiner Sicht ist die Qualität eines Kunstwerkes des Popmarktes, in diesem Fall die Monrose-Musik, sehr beschränkt oder nicht vorhanden. Deine Begründung lautet: Du setzt dir gewisse Qualitätsstandards. Demnach muss ein Künstler die Freiheit genießen, sein Werk als ein Ganzes zu kreieren; sprich, den Songtext selbst zu schreiben, den Song selbst zu komponieren, den Song selbst zu singen und zu performen.

Gleichzeitig, als medienkritischer Bube, richtest Du Dich auf den Kontext/Hintergrund/Ursprung/ Zweck dieses Werkes. Bei einer Popband, stört Dich der Faktor des Geldes. Deren Kunst wird aus Deiner Perspektive durch das Geldstreben „eingerahmt“, geht also aus einer für den Künstler eingeschränkten, kommerzgesteuerten Produktion hervor. Dich stört also der Hintergrund und der daraus resultierende Rahmen, der weder Komposition noch Textwriting der Künstler zulässt. Näher bist Du auf diese und weitere Punkte nicht eingegangen und deshalb werde ich es jetzt tun.

Aus einem ganz bestimmten Blickwinkel könnte man diesen Rahmen als die profitorientierte Beeinträchtigung von echter Kunst und einer bedingten Benachteiligung des Künstlers beschreiben. Der vorgegebene Rahmen, der für einen Künstler, bzw. Sänger auch eine Freiheitsbegrenzung darstellt, heißt aber noch lange nicht, dass er ihm schadet, ganz im Gegenteil; wahrscheinlich ist eine Mädchenband sogar höchst darüber erfreut, wenn sie nicht die kompositorischen Aufgaben übernehmen müssen. Über das Songwriting lässt sich wirklich streiten.

Diese drei Mädchen sind Sängerinnen und sie werden von einem Label unterstützt, die Verantwortung wird geteilt. Jede interessierte „Arbeitspartei“ muss natürlich für eine reibungslose Zusammenarbeit seine Bedingungen einhalten – und dann entstehen Endprodukte durch geplante Arbeitsteilung, im Einverständnis aller Parteien wohlgemerkt. Und sie fühlen sich alle wohl, oder hast Du konkrete Gegenbeweise? Die Plattenfirma hat ihren Erfolg. Den Mädels braucht man den spaß bei der Arbeit nicht aus dem Lächeln abzusehen. Zugegeben: Ein Merkmal von Vereinbarungen, handelsüblichen Abmachungen oder Verträgen; normalerweise gibt es eine benachteiligte Partei. Diese dann aber größtenteils auf den Künstler zu beschränken ist in Anbetracht der von mir genannten Aspekte insgesamt nicht zulässig. Die Arbeit JEDER Partei stellt für die Arbeit der anderen Partei einen Rahmen dar. Eine Benachteiligung der Sängerinnen ist für mich nicht zu erkennen. (Die Parteien beschränke ich zunächst auf den Produzenten, den Songwriter und die drei Künstlerinnen als ein Ganzes)

Aber die Kritiker scheinen auch zusätzlich zu übersehen, dass in dieser sogenannten Arbeitsteilung, nicht alle Parteien auf den Kommerz abzielen… So sind die drei Künstlerinnen von Monrose auf viel mehr, als nur Geld hinaus und das können sie zeigen und das zeigen sie mit ihrem Können, aber auch mit ihrer Ehrlichkeit und ihrem herzlichen „Bündnis“ (Fanbriefe, Chataufenthalte, Fanclubtreffen) zu den Fans.

Dieses Verfahren, diese Arbeitsteilung ist ein fester Bestandteil der aktuellen, mainstream-orientierten Branche der Musikindustrie. Unterhaltende Musik, hat im Laufe des letzten Jahrhunderts wieder eine neue Art der Definition, daran gibt es nun wirklich kein Zweifel. Mainstream-Musik ist sowieso die zeitabhängigste Musik, die es je gegeben hat und je geben wird. Sie wird von der allgemeinen Nachfrage (die prinzipiell durch soziologische Hintergründe beeinflusst wird) auf dem Musikmarkt gesteuert und ist damit das absolute Gegenteil von Zeitlos.

Nicht mehr lange und dann werden auch Teile der Klassik und des Metals zum Mainstreams konvertiert werden, so merkwürdig es klingen mag. Die Strömung der Masse geht nämlich fast überall, irgendwann einmal, „entlang“. Sie bleibt nie „stehen“, und so ist es (fast) nur eine Frage der Zeit, wann sie welches Genre in dessen Arme läuft. Und plötzlich schaut man zurück und findet die Anspruchsvolle Musik nicht mehr in der Anspruchsvollen Musik. Die Menschen entwickeln sich eben, und die Musik mit ihnen. Und… die Definitionen natürlich auch. Und Deine Argumente bezüglich des „Mainstream-alles-equal-shit“ müssen es dann wahrscheinlich auch tun… 😉

Aber wie dem auch sei, ich finde es nicht schlecht, wenn Du Dir Qualitätsstandards setzt – aber auch nur solange Du in ihnen flexibel sein kannst und nicht alles was auf den ersten Blick/Ton/, bzw. Info nicht mit diesen Standards mithalten kann, schlichtweg nicht beachtest (was als motivierter Kritiker unangebracht wäre) oder einfach zum Teil mit subjektiven Vorurteilen wortwörtlich überbelagerst (Leider hast Du so agiert in dem Thread). Vorurteile sind auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, und das ist letztendlich das was ich den meisten Kritikern auch vor werfe, und was sich an ihren meist undifferenzierten, bzw. einfach nicht auf eigener Erfahrung stützenden Vorwürfen (Monrose ist gleich: wenig Abwechslung, kein Live, keine Konzerte, nur kreischende Jünglinge als Fans, Plastik-Pop a la Hot Summer –Only und vieles mehr) wiederspiegelt. Pauschalisierung bewirkt bekanntlich Diskriminierung. Das war und ist nicht nur bei dem Konflikt der Afroamerikaner so, sondern auch bei Monrose oder Monrose-Fans.

Ich bin mitten im Zentrum und habe wie jeder andere Fan eine gewisse Übersicht all dieser Vorurteile und bin auf Vorurteile eingestellt, wie eine Biene auf das Nektar einer Blume. Diese etwas objektivere Sichtweise, mitten im blühenden Fansein, musste man sich erst einmal erarbeiten, zum Beispiel in dem man sich mit Kritikern auseinandersetzt(sie viel ernster nimmt, als sie einen selbst) und manchmal auch auf den Boden der Tatsachen geholt wurde – aber man sammelt die nötige Erfahrung und lernt – sonst wäre ich nicht jetzt „hier“.

Um jetzt alles etwas klarer zu machen ein paar Beispiele:

„Geschmack durch die Qualität“

Nehmen wir mal das Beispiel von den unterschiedlich gehaltenen Hühnern und ihren abgelegten und darauffolgend im Supermarkt verkauften Eiern. Es gibt die Eier von Hühnern aus der Freilandhaltung und die Eier von Hühnern aus der Käfighaltung, dessen Ursprung für den Konsumenten einsehbar ist. Beide haben eindeutig unterschiedliche Qualitätsstandards(Sprich: Käfighaltung ist eine Art der Tierquälerei, Freilandhaltung viel Tiergerechter), was nicht heißt das wir ohne diesen Hintergrund zu kennen, einen deutlichen Unterschied zwischen Beiden Eiern herausschmecken könnten. Was wahrscheinlich auch dazu beiträgt, dass Menschen weiterhin sehr viele Eier von Hühnern aus der Käfighaltung erwerben. Es trotz sehr unterschiedlicher Qualitätsstandards keine großen Auswirkungen auf das Kaufverhalten.

Metapher: Die Hühner (Künstler) machen ihre Kunstwerke (Eier) unter einem vorgegebenen Rahmen (Freiland oder Käfig).
Objektiv gesehen, mit vorhandenem Hintergrundwissen, gilt im Normallfall für den Konsumenten folgende Feststellung: Geschmack ist der gleiche, Qualität ist eine ganz andere. Subjektiv gesehen, ohne vorhandenem Hintergrundwissen, gilt im Normalfall für den Konsumenten folgende Feststellung: Geschmack ist gleich, Qualität wenig einschätzbar.

Du, aber manchmal auch ich, wir bewegen uns unwissend zwischen beiden Fronten und können m.E. eine verzerrte Wahrnehmung der Dinge haben.

Um es realitätsnäher zu machen:

Nehmen wir an, dass es eine richtige erfolgreiche Girlband und eine erfolgreiche (Girl-) Coverband gibt, die wir beide nicht kennen und die gestern Abend in Berlin zwei identische Lieder (von den Noten und Songtext) gesungen haben und wir einen nicht wiederholbaren Gesangsauftritt aufgezeichnet haben und ihn nun auf dem Fernseher betrachten können. Der hintergründliche Unterschied ist, dass die richtige Girlband den Song einige Zeit vorher selbst geschrieben und selbst komponiert hat. Wir aber kennen diesen Hintergrund (erstmal) nicht und setzten uns in dem Sinne unwissend, heute Abend auf dem Sofa, vor dem Fernseher, und schauen uns beide Auftritte hintereinander an. Beide Bands sind zufrieden mit ihren Auftritten und haben keine groben Fehler gemacht, die wir hätten entdecken können.

Welcher ist der Unterschied zwischen beiden Performences und wie unterscheiden sich wiederum unsere Wahrnehmungen?
Zur ersten Fragestellung: Beide Bands interpretieren den Song, so wie sie es wollen. Fokus nun: Die Coverband muss gar nicht von der echten Band beeinflusst worden sein. Genau so wie Monrose sich wenig auf die Demosängerinnen ihrer Songs „konzentrieren“, denn diese interpretieren die Lieder auf ganz lascher Art und Weise, viel zu „geringfügig“, als das es über Testzwecke hinaus noch sinnvoll ist. Und diese Lücke, diesen Freiraum nutzen die Künstler wie man es sich nicht vorstellen kann.

Das Ausdruckspotenzial der Stimme ist vom Song ohne zweifel abhängig. Ein gewisser Rahmen bestimmt wie viel Freiheit ein Sänger hat. Aber dennoch ist das allesentscheidende und „allesherausstechende“ die Einzigartigkeit der Stimme(nkombinationen). Die Stimme harmonische Träger in einem Mid-Tempo oder Balladen Song. Und Live wird sowieso interpretiert, improvisiert (Adlibs) ohne Ende und Rules. Irgendwann habe ich mal folgenden Satz aufgeschnappt: Die Stimme ist das, was am Ende in der Seele bleibt. Und trifft die Bedeutung der Stimme, die ich dir ausdrücken möchte.

Zur ersten Fragestellung: Wir sehen was wir sehen, keiner wird plötzlich aufstehen und sagen: Oh mein Gott, den müssen wir das Maul zukleben. Geht danach auf die Suche nach einem Foto der Band und einem Foto eines Pflasters, damit er daraufhin beides nach seinem Wunsch editieren/kombinieren kann um es dann in seinen Webblog online zu stellen. Um zurückzukommen: Wir werden vermutlich nach den gleichen Kriterien bewerten(die üblicherweise von zwei Menschen auch unterschiedlich wahrgenommen und gewichtet werden) und selbst wenn die Gesamtbewertungen am Ende nicht identisch sind – einen großen Meinungsunterschied bezüglich der Authentizität oder das „Gefühl der Originalität“ sollte es nicht geben. Hintergrundwissen hätte hier die Meinungsbildung massiv beeinflussen können.

Freilandeier und Eier von den Hühnern der Käfighaltung. Beides haben feste Qualitätsstandards, was nicht heißt, dass das eine wirklich besser schmeckt als das andere. Und trotzdem, die Menschen neigen dazu sich auf eins der beiden Sorten festzulegen. Einen Favoriten würden wir bestimmt auch zwischen beiden Girlbands gefunden haben. Die einen beeinflusst (wenn möglich) das vorhandene Hintergrundwissen, die anderen sehen das Ei /die Girlband als solches und entscheiden nach dem losen Geschmack – andere wägen (wenn möglich) zwischen beidem ab und entscheiden sich dann. Nur die Wenigstens können sich nicht entscheiden.

Was aber schließen wir aus dieser ganzen Aufführung? Beziehungsweise, gibt es auch konkrete Unterschiede zu unserer Situation und falls vorhanden, welche Gemeinsamkeiten sind dann relevant? (sprachstilistisch erinnert mich dieser Satz an die Sendung mit der Maus, bei einer solch verstrickten Diskussion nicht unbedingt unpassend)

„Geschmack durch Qualität“, die Anfangsthese bestätigt sich. Wir sehen, sowohl bei den Eiern, als auch dem Band-Coverbandvergleich und unserem echten Fall Monrose: Jeder Geschmack(durch interne Strukturen) kann und wird oftmals von dem Hintergrundwissen (externe Einflüsse) sehr stark beeinflusst und geprägt. Daraus entstehen die Entscheidung zum Kauf oder Nicht-Kauf eines Tonträgers, Auseinandersetzung mit der Band, Ignorierung, order gar die Verachtung dieser. Das ist keine zwar keine Neuentdeckung, aber von hoher Relevanz…

… denn das entscheidende ist: Dieses stark gewichtetes Hintergrundwissen erlangen wir als „Marktbeobachter“ des Musikmarktes und seiner Komponenten nur teilweise (dabei sind die Fans zum Teil viel vertrauter mit der Materie als die interessierten Kritiker), und haben einen ungenauen und lückenhaften Einblick von der exakten Arbeit der Band. Deshalb sind Vorurteile und undifferenzierte Spekulationen in diesem Bereich schlichtweg vorprogrammiert und unfair. Die Eigenständigkeit der Künstlerinnen bei der Musikproduktion zu bestreiten oder zu beweisen, wird nicht so leicht möglich sein. Ein „Making of Album“ würde nicht schlecht kommen, denn von den wenigen Ausschnitten aus der Studioarbeit von Monrose kann man bisher nicht mehr entnehmen, als einem Insider verraten haben. Das ist wirklich schade.

Meine Sicht auf die Qualität im Musikmarkt:

Gute Qualität ist nach einer Definition, dass z.B. eine Dienstleistung ihre Zwecke aus Sicht des Kunden erfüllt (Qualität ist die Konformität von „Ist“ und „ Soll“). Musik muss auch unterhalten können, so dass man folgende Forderungen /Erwartungen an ihr stellen könnte: Gänsehaut, Ohrwurm, Glücksgefühle/innerliche Zufriedenheit, Erinnerungen/Momente „reproduzieren“, Phasen der Nachdenklichkeit und Selbstbesinnung et cetera. Das erwarte ich und das kann auch von Mainstream-Musik erfüllt werden. (Nenne mir ein Zweck, den Dir ein Musiktitel bietet, der keine Mainstream-Musik ist – dessen Zweck aber auch keine Mainstream-Musik schaffen könnte, schwer, oder? Zumal es ja Überschneidungen in der Definition gibt. Mainstream-Musik kann also schaffen, muss aber auch nicht. Du scheinst vielleicht zu wenig die Dimensionen der Mainstream-Musik zu kennen, auch jenseits der Verkaufscharts und Hörercharts. Ein Mensch erfasst diese riesige Strömung nicht – sondern kann sich zeitweilig das herauspicken, dass ihm Gefällt, z.B. Songs aus dem Genre des R&B. Darin findet er dann vielleicht seinen persönlichen Widererkennungswert. Es gibt auch Menschen die vermischen mehre Genres und machen sich ihre Musik auf ihre ganz eigene Weise anspruchsvoll, oder sagen wir lieber individuell.

Andere Menschen, übergreifend bekannt unter „Fans“, sehen ihren Widererkennungswert speziell in der Musik bestimmter Bands. VÖLLIG unabhängig davon ob sich diese in die Mainstream-Musik einordnen lässt – kennzeichnend ist dabei ein Stil(-mittel) (es muss einen roten Faden geben, der sich im Laufe der Zeit in der Musik immer mehr konkretisiert), Persönlichkeiten(die „Liebe zu den Bandmitglieder 😉 ), und die einzigartige Komplexität und Einzigartigkeit der Stimmen der Bandmitglieder. Das sind alles sehr, sehr wichtige Bezugspunkte die man auch in „raren“ Bands findet, ob Du es willst oder nicht. Ich setzte mir keinerlei Bezugspunkte, sondern lass mich überraschen und kann später die Grundlage für mein Fansein heranholen. Diese Bezugspunkte sind übertroffene Erwartungen, Tom, spätestens dann, wenn diese subjektive Befriedigung nicht nach dem Zufallsprinzip oder Ähnlichem auf dem Popmarkt entsteht, sondern kontinuierlich durch die Musik einer fortbestehenden Band erhalten bleibt. Diese Gabe oder sagen wir; dieser glückliche Umstand ist dann für mich eine „hohe Qualität“. 😉 Und dann bin ich auch bereit einer Plattenfirma Geld zu geben, nur damit mich die drei Mädchen verzaubern können.

Der Pop-Musikmarkt und die Verkaufscharts sind Teile einer kapitalistisch geführten Wirtschaft, allerdings muss nicht zwangsläufig die Qualität der Lieder und der Band darunter voll und ganz abhängig gemacht werden. Wenn man sich auf seine Definitionen oder Prinzipien von hoher musikalischer Qualität festigt, könnte das extrem selbstverletzend enden, denn wenn auch nur Gefallen (erinnere „interne Struktur“) an einer Band oder einem Lied gefunden wird, müsste man mit seinen Prinzipien brechen.

Das ist gar kein so unrealistisches Szenario, denn genau das ist bei einigen Menschen geschehen, und einige davon sind jetzt Monrose Fans, sogar als prinzipielle Popstarsverweigerer. Kann man das aus Deiner Sicht überhaupt fassen?
Um die Musik nun von anderen Seiten zu „beleuchten“: Zwischen ernster Musik (z.B. klassische Musik oder Teile des Jazz), die Musik dessen vermeintliche Qualitäten Du in dem Pop vergeblich suchst, und unterhaltender Musik(zum Großteil populäre Musik) gibt es im Normallfall NOCH Unterschiede. Es gibt aber manchmal Überschneidungen und daher wird es immer schwerer beide Musikfronten eindeutig von einander zu trennen.

Anspruchsvolle Musik ist für mich nicht (unbedingt) das reine Musik schreiben, das reine Komponieren von Musik und das reine Singen von Musik – der traditionelle Weg zu einem Kunstwerk. An der traditionellen Kunst der Musik hat sich sowieso vieles verändert (nicht zuletzt auch wegen der Medien), so gibt es wie ich letztens erfuhr im Meta-Genre vereinzelt Künstler, die sich von beliebteren Songtextern helfen lassen. Das steht dann im kleingedruckten der CD und wird „leise gehalten“, bei öffentlicher Verbreitung wäre ein negativer Eindruck dieses Genre die Folge.

Anspruchsvolle Musik ist der Mut neues zu experimentieren und dabei nicht immer auf das kommerzielle gerichtet zu sein. Authentizität und Originalität die kennzeichnenden Ergebnisse.

Dabei ist das Verstehen (was einigen Vorbedingungen wie z.B. der kompositorischer Erfahrung) und das Schätzen dieser eigenen Kunst eine überalles entscheidende Rolle.

UND, genau da können MONROSE punkten, wie nirgendwo anders. Sie sind nicht ahnungslos in den Pophimmel geschossen worden, um ahnungslos wieder zu fallen. Nein, sie hatten große Vorkenntnisse und eigene, sehr gute Lieder(wenn Du möchtest, dann zweige ich Dir wo man sie finden kann). Sie waren obwohl relativ jung, schon lange keine Laien mehr und entwickelten sich schon damals zu professionellen Sängerinnen. Sie verstehen die Musik und ein vorgegebener Rahmen (selbst wenn kommerzorientiert) nimmt ihnen nicht die Möglichkeit dieses Wissen entsprechend zu nutzen, also umzusetzen. Ihr Potenzial und ihre daraus entstandene Arbeit, bzw. Kunst, lernen sie auch heutzutage immer mehr und mehr schätzen, nicht zuletzt weil sie als Künstlerinnen (1/3 Jahre im Business) reifen und das sieht man dann letzten Endes an der vermittelten Authentizität an.

Aber selbst wenn sie in all dem was sie als Künstlerinnen tun nur etwas eingeschränkter wären, als ich es rüberbringe – an künstlerisch-(emotionaler) und künstlerisch-stimmlichen Ausdruckskraft mangelt es ihnen ganz und gar nicht – und davon bin nicht nur ich überzeugt und davon sind nicht nur Fans überzeugt, davon kannst Du Dich und jeder andere auf mehreren Fotos, Videos und Audio-Dateien überzeugen. Das ist ihr zweifelloses Talent(gleich mehr dazu)

Wie heißt es doch soo schön: Kunst ist von Jemanden für Jemanden gemacht. Die Absicht ist immer die Leute zu erreichen mein Freund; aber über die kommerzielle Basis zu sehen und die selbstverwirklichende Motivation und den zugleich uneingeschränkten Wiedererkennungswert der wahren Künstlerinnen, der Sängerinnen zu sehen, und eine „Bindung“ (Wort nicht zu überbewerten) zuzulassen, scheint aus Deiner Perspektive eine unnahbar große Kunst zu sein.

Aber sowieso, eine sehr ernste Frage: Was ist für Dich nun Deine Kunst? Was hörst Du für Musik? Genres? Künstler? Sonst bist Du ja gar nicht anfechtbar, meine Güte! Man darf eben auch nicht den Fakt vernachlässigen, das musikstilistische Unverwechselbarkeit bei einigen echten Musik-Machern von Zeit zu Zeit verloren geht. Und wenn dann noch die Arbeitsteilung kommt, sind die Grenzen zwischen einer Castingband und einer d.E. richtigen Band, endgültig verschwommen.

Ich bin ganz ehrlich. Vorurteile und Pauschalisierungen sind nicht selten oder gar übermenschlich – mit dieser Problematik sollte sich Jedermann beschäftigen und auch versuchen diese „Störenfriede“ zu erkennen. Wenn ich ein Vorurteil gegenüber etwas Bestimmten haben sollte, dann sag’s mir. Zurzeit aber, scheine nicht wirklich ich zu den Betroffenen zu sein, einverstanden oder? Schließlich werde ich mit den Vorurteilen konfrontiert, und habe diese als solche kenntlich gemacht.

Und jetzt kommen wir aber zum wesentlichen Kern und vielleicht unstrukturierten Gedanken:

„Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“,

inwiefern lässt sich das auf unseren Zustand übertragen? Etwa gar nicht?

Vor langer Zeit lief mir eine Studie über den Weg(die ich nicht selber gefälscht habe kann), die besagte, dass sich Menschen ganz bewusst nach der Meinung der Masse richten. Der Gedanke ist gar nicht so abwegig. Während in der Bergpredigt von Jesus (dessen Absicht es auch war, die Menschen aufzuwecken und wieder zu gerechten Wesen zu besinnen) unter dem Abschnitt „Von den zwei Wegen“ steht, dass man im übertragenen Sinne kein „toter Fisch“ sein soll [Ein Weg führt durch das enge Tor und ist schwer begehbar, der Andere ist eindeutig als solcher erkennbar und ist der leicht begehbare Weg. Beide Wege scheinen die gleiche Destination zu haben. Die Menschen müssen sich entscheiden und entscheiden sich: Fast alle wählen den einfachzugehenden Weg, und Jesus bittet ihnen in der Bergpredigt auch mal den engeren Weg zu begehen.], ist in einer schnelllebigen Gesellschaft wie die, die wir bilden wieder die Individualität (in) der Masse (nach)gefragt. Ergo trägt Mainstream eine immer mehr wandelnde Bedeutung, wenn ich das so nennen darf. Die Ausnahme Monrose bestätigt hier die Regel.

Verurteile mich nun trotzdem nicht zu einem Mainstream-abhängigen. Welch‘ besonnter Mensch hört denn nur Mainstream?! Ich liebe genau so Songs von vergessenen u./o. verstorbenen Künstlern z.B. aus dem Postpunk (Joy Division etc…), wie Christina Aguileras Hurt. Menschen sollten auch eine gewisse Offenheit in sich tragen, um dann, selbst bei einer höchst konventionellen Lebenseinstellung, den eigenen Geschmack in jeder Hinsicht eingestehen, akzeptieren und verdammt nochmal entfalten zu können. Wenn man nichts einsieht, dann sollte man es trotzdem versuchen und einmal alle Hintergrundinformationen abschalten und sich ne Live-Versionen von drei Stimmen anhören. Dann die allmächtige Frage (stellen): Ist das Monrose?
Bezüglich des gesanglichen und tänzerischen Talents der Gruppe Monrose noch einmal: An dem Talent wirst Du wirklich nur wenig auszusetzen haben, auch wenn Du schon vor ein paar Tagen behaupten *musstest*, dass die Stimmen aller drei prinzipiell austauschbar sind. Das belustigender Weise keine Begründung oder ein Zeichen von konkretem Auseinandersetzen mit dem Thema kam, war zu erwarten.

Keinen Erkennungswert sagtest Du: Ist das jetzt subjektiv oder objektiv zu bewerten? Ich glaube keines von Beidem, denn es stimmt einfach nicht. Das ist eines der größten „Vorwürfe“ – aber wenn Du bei dem nächsten Post gute und mehr als zwei Gegenargumente anführst – ja, dann bin ich offen, wirklich eines Besseren belehrt zu werden… Aber nur dann 😉

Live ist eben Live. Und weil es mehr Formen als nur die bekannten , und puren gibt und Du folglich Probleme haben wirst, den echten Gesang dieser Drei Mädels, explizit als solchen zu erkennen/erhören und Du Dich sowieso vom stimmlichem Talent jenseits der (improvisations-)kunst-einschränkenden Tonstudiosingle-Produktionen überzeugen solltest, bitte ich DICH: Geh‘ zu einem ihrer Konzerte! Konzerte? Ja die Pop-Plastik-Mädchen-Teeny-Kreisch-Billig-CASTING-Band gibt auch richtige Konzerte, und zwar in der nächsten Tour.(Um April oder Ende des Jahres). Das wäre dann das Unwiederholte, dass Dir wirklich keiner mehr nehmen kann 😉 Some things never Change… *Aber Schallplatten höre ich wiederum nicht mehr*

Wer nicht mit zeitgemäß (mit-) gewachsen ist, der bleibt eben im Allgemeinen zurück (nicht unbedingt unglücklich) oder er muss sich auf andere Art und Weise anpassen. Er bleibt eingeschränkt trotzdem, z.B. wenn er ständig auf alte instabil/unmobile? Schallplatten zurückgreift. Aber ich bin gar nicht davon überzeugt, dass Du ständig Schallplatten hörst. Aber es gibt eben Menschen, die denken sie sind auf dem Trip der anspruchsvollen Musik, wenn sie Bon Jovi’s Album hören, nur weil er kein „puren“ Pop macht und es einige seiner Alben noch auf Schallplatten gibt. Sich jedoch gegenüber der scheinbaren Massenmeinung zu verschließen, das ist eine Beeinträchtigung des musikalischen Individuums – wirklich.

Zum Abschluss bleibt mir nur noch eine Anmerkung, ich nicht loswerden werde: Ich kann zwar ansatzweise die Kritik verstehen, dass plötzlich ein Künstler auch der wortgemäß bleiben soll, der nicht mikomponiert und seine Texte schreibt, aber trotzdem hoffe ich für viele sprechen zu können, wenn ich Joe Montana zustimme: , und jetzt kommt mein Part –meine Jugend aber trotzdem prägen könnten, und gleichzeitig eindeutigster Mainstream waren.

PS: Ein kleiner (netter!) Hinweis: Du musst nicht alles so *wört-lich* nehmen, sonst könnte noch der Sinn verloren gehen.

PPS: Bist Du eigentlich gegen Girlbands? Ich meine, ich erinnere mich an keine Girlband, die ihre Songs zusammen geschrieben, komponiert und gesungen haben. Ohne Mayorlabel. Bin Gespannt auf Deine Antwort.

PPPS: Fangfrage: Haben die Beatles gegen Mitte-Ende ihrer Karriere Mainsstream-Musik gemacht?

PPPPS: Was hälst Du von den No Angel?

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6 Kommentare zu “Monrose, Selbsterkenntnis und die Kunst von heute

  1. @tiago, ich hoffe, dass mit den Absätzen ist nun o.k.

    Statistik: Dieser Artikel umfasst 4480 Wörter und stieg gestern auf Platz 66 in die WordPress-Charts ein.. (Top-Posts) Momentane Position: Rang 44. Zumindest ist diese Arbeit nun mit Aufmerksamkeit belohnt. Vielleicht gibt es in der WordPress-Community c.a 10. 000 deutschsprachige Weblog-Betreiber. Nichts genaues weiß man nicht…So far…
    Ihr kennt allerdings meine Einstellung zu Charts und Mainstream. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Qualität und Quote nicht immer proportional zueinander sind.
    Unabhängig davon möchte ich nochmal Tiago meinen Respekt ausdrücken, für die Mühe und Arbeit die in seinem Artikel steckt.
    Nun hoffe ich auf reichlich Resonanz, die sich in Kommentaren bezüglich des Inhalts zeigt.
    Grüße an Alle Leser, Ihr seid herzlich zum Kommentieren eingeladen!
    Gruß tom

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  2. Hätte schon etwas mehr Resonanz erwartet.
    Wo sind die ganzen Monrose-Fans?? Wo ist Slade?
    Ich überlege noch, ob ich einen „Gegenartikel“ verfasse oder mich ausgiebig im Kommentarbereich auslasse…

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  3. Ja, mehr Resonanz war tatsächlich zu erwarten.
    Aber es ist eben auch (im ursprünglichen Thread) vieles wenn nicht „alles“ gesagt worden.

    Ich neige zwar auch zu längeren Beiträgen, bin mir der damit verbundenen Problamatik aber durchaus bewußt.

    Die hier gegebene Komplexität des Textes macht die Gegenargumentation nicht einfach, wenn man versucht sich dabei auf bestimmte Passagen/Aspekte zu beziehen und dabei nicht Gefahr laufen will, „auseinandergenommen“ zu werden, weil man andere Teile der Gesamtaussage nicht im selben Maße wahrgenommen hat.

    Der misionarisch anmutende, aber durchaus gelungene Versuch, den heutigen Musikmarkt und vor allem wie Künstler und Konsument in ihm funktionieren, zu beleuchten, rührt letzlich von einem aus meiner Sicht bedauerlichen, aber sehr einfachen Umstand her.

    Manche Künstler müssen sich ständig für das, was sie tun rechtfertigen, genauso wie sich ihre Fans dafür rechtfertigen müssen, dass sie die Künstler und (/oder) das was tun mögen und andere müssen das nicht. Weder die Künstler noch die Fans.

    Während man sich im zweiten Fall mit einem einfachen „mag ich“ oder „mag ich nicht“ zufrieden gibt, befinden sich die Ersten fortwährend in der Devensive und bemühen sich zwangsläufig um Argumente, die es der „Gegenseite“ ermöglichen soll, zu einer differenzierteren Betrachtung zukommen, was meiner Erfahrung nach unmöglich zu sein scheint. Und irgendwie ist es ja auch „chic“, alles was nach Mainstream riecht, in einen Sack zu stecken und auf die Müllhalde zu werfen. Dabei vergessen viele, dass auch der Rock’n’Roll und später Motown mal Underground waren.

    Aber früher war ja eh‘ alles besser…..und Castings hat das Fernsehen erfunden……und die Erde ist eine Scheibe…..

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  4. Ich muss mich wohl für meine Abwesenheit entschuldigen, aber es ist so wie Purple es beschrieben hat: Ich habe alles in meinen Augen notwendige gesagt und ich möchte mich mit Zitate-bashen nicht dauernd im Kreis drehen. Entweder man kann meine Argumentation nachvollziehen oder man lässt es sein. Ich schreibe bewußt „es sein lassen“, weil von nicht-verstehen ja wohl nicht die Rede sein kann – es muss eine Motivation dahinter stecken, anders kann ich mir ein Unverständnis langsam nicht mehr erklären. :-/
    Es fällt mir auch schwer, den Postings von Tiago, Purple und JoeMontana noch etwas hinzuzufügen, denn zum Teil fehlt mir das nötige Fachwissen, um meinen Senf da noch hinzuzugeben, und zum anderen Teil spiegeln sie genau meine Meinung wieder.^^
    Einfach gesagt: Ich bin müde vom dagegen angehen, man trifft eben ab und zu auf Menschen, die einfach zu fest gefahren in ihren Ansichten sind, da sollte man auch rechtzeitig den Schlussstrich ziehen, sonst wird die Diskussion noch endlos…

    Ich hoffe nur wirklich, dass sich jeder, der hier mal hereinschnuppert, nun selbst ein objektives Bild machen kann – wenn er/sie nicht wie die meisten Kritiker schon ein Klischee im Kopf hat, bei dem er/sie einfach zu bequem ist, das einmal zu überdenken. (provokant formuliert)
    Argumente und Gegenargumente (wobei man die Gegenargumente meiner Meinung nach mal in Klammern setzen sollte…) gibt es nun genug.
    Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! Man sieht sich. 🙂

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  5. Tom, lass Dir ruhig Zeit für deinen Gegenpost/Thread – hier ein Text der in diesem Kontext nicht irrelevant zu sein scheint – viel mehr deckt er aber einen Bereich ab, den ich in meinem großen Post nicht zu erwähnen versucht habe.

    Grüße und auf baldiges Wiederschreiben…

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