Vollbeschäftigung

Unser Bundeswirtschaftsminister ließ verlauten:

„Wenn wir die Weichen richtig stellen, ist nach meiner Meinung Vollbeschäftigung im nächsten Jahrzehnt erreichbar“

Aber Herr Glos, wieso erst im nächsten Jahrzehnt? Wir haben doch jetzt schon Vollbeschäftigung, denn die Faustregel dafür definiert sich folgendermaßen:

Vollbeschäftigung ist nicht erst dann gegeben, wenn die Arbeitslosigkeit bei null liegt. Dazu gibt es zu viele Arbeitssuchende, die Zeit bei der Suche brauchen und solange arbeitslos gemeldet sind. Die Grenze wird daher bei drei bis fünf Prozent Arbeitslosigkeit gezogen. Nach dieser Faustregel ist Vollbeschäftigung in Baden-Württemberg (4,5 Prozent Arbeitslose im Februar 2008) und Bayern, Heimatland von Glos, (5,1 Prozent) fast erreicht.

Oder einfach ausgedrückt: Die Berufstätigen sind voll mit Arbeiten beschäftigt und die Arbeitslosen sind voll mit der Jobsuche beschäftigt. Ergo alle Vollbeschäftigt!
Die läppischen Prozentzahlen, die ihr auch gerne mal als Humanmasse bezeichnet, lassen sich auch noch schönbiegen, nicht wahr? Das Einkommen der Arbeitnehmer ist für Sie, Herr Glos, ohnehin belanglos. Hauptsache „Vollbeschäftigt“. Im Phrasendreschen seit ihr Spitze, ihr Polittrickser!

Na dann Gute Nacht 😦
Quelle

Inspiriert durch Zeitcollector
Glos verspricht das Paradies, wir dürfen aber nicht sündigen

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5 Kommentare zu “Vollbeschäftigung

  1. @Kuro

    Danke für die Links, nur deshalb hat WordPress Dich in die Moderationsschleife geschickt, sonst herrscht bei mir Meinungsfreiheit.
    Vor allem war die Bedingung für Vollbeschäftigung der Verzicht auf Mindestlohn! Was nützt Arbeit, wenn man davon nicht leben kann? Letztendlich läuft es auf, vom Steuerzahler subventionierte Billiglohn-Arbeitsplätze hinaus. So funktioniert die Umverteilung der Einkommen von unten nach oben. Am Liebsten hätten sie, man würde sagen:
    Sklaventreiber hast du Arbeit für mich? Sklaventreiber ich arbeite umsonst für dich…
    So erreicht man auch Vollbeschäftigung 👿

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  2. Glos‘ Ideen sind wirtschaftlich und sozial eine Katastrophe. Wirtschaftlich, weil dadurch keine Binnennachfrage anläuft, und die ist essentiell; sozial weil Armut Kriminalität und gewaltbereiten Extremisten einen Nährboden gibt. Der deutlische Löwenanteil an Bürgerkriegen auf dieser Erde hat übrigens soziale Ursachen. Will Glos Krieg? Klingt hart, aber ein sozialer Friede lässt sich dauerhaft nur durch Versorgung der Bevölkerung erreichen. Frustration durch verletzte Gerechtigkeit ist ein sehr starker Antrieb für Gewalt. So wie ich unsere Herren(menschen) Politiker einschätze, werden sie aber versuchen diese Gewalt mit Gegengewalt zu bekämpfen.

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  3. Kuro, wir sind einer Meinung!

    Aktuell: Wenn ich wieder sehen muß, wie einseitig euphorisch die Mainstreammedien die aktuellen Arbeitslosenzahlen abfeiern, dabei die Tatsache, dass 6Millionen Menschen im Lande bereits zu Niedriglohnbedingungen malochen und c.a. 1Millionen Menschen gar nicht in die Statistik aufgenommen werden, weil sie in Umschulungsmaßnahmen stecken bzw in 1Euro-Jobs, permanent verschwiegen wird, springt mir jedesmal der Draht aus der Mütze! Hier wird deutlich, wie durch die einseitige Deutung von Statistik, Realitätsverzerrung betrieben wird. So kann man sich auch bald Vollbeschäftigung zurechtlügen. Wie heißt es doch so schön: Mit Statistik kann man alles nachweisen!

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  4. Pingback: Einstieg in Sozialkunde « Vollbeschäftigung

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