USA, die Neokolonialherren Afrikas?

Wayne Madsen, der US-Amerikanische Enthüllungsjournalist veröffentliche eine fundierte, schonungslose Untersuchung über „Völkermord und Untergrundaktionen“ in Afrika. Orginaltitel: „Genocide and Covert Operations in Afrika 1993-1999“ aus der ich folgenden Abschnitt zitieren möchte:

Mit dem Ende des kalten Krieges wurden die natürlichen Reichtümer Afrikas den gewissenlosen Freibeutern und Unternehmern ausgeliefert. Die Vereinigten Staaten, sekundiert von ihren unterwürfigen „Straßenkehrern“ in Großbritanien und Kanada, suchen den französischen Einfluss in Afrika zu entwurzeln. Um 1998 ist es den Amerikanern und ihren Verbündeten weitgehend gelungen, Frankreich als die bislang dominierende Wirtschaftskraft aus weiten Teilen des Erdteils zu verdrängen. Von Banjul in Gambia bis Kigali in Ruanda haben die USA ehemalige Militärs oder marxistische Guerilla-Führer, die sich neuerdings als „Reform-Demokraten“ tarnen, auf die Throne ihrer neo-kolonialen Domäne platziert. Diese pseudodemokratischen Führer irren jedoch gewaltig, wenn sie eine Distanzierung von den neuen Schutzpatronen für möglich halten, denn die Weltbank und Internationaler Währungsfonds – beide sind bekanntlich durch die amerikanische Regierung oder amerikanischen Finanzinteressen beherrscht – halten ihr finanzielles Damokles-Schwert bereit. Wie der ehemalige Präsident von Tansania, Julius Nyerere, es formulierte: Falls der eine oder andere afrikanische Regierungschef sich gegen die Bedingungen von „World Bank“ und „International Monetary Fund“ auflehnte, bekam er stets die deutliche Drohung zu hören: Wenn ihr unserer Konditionen nicht akzeptiert, werdet ihr nirgendwo sonst Geld finden. Unter Amerikas Schirmherrschaft ist Afrika alles andere als ein friedlicher Kontinent geworden. Der Erdteil ist reif für hemmungslose kommerzielle Ausbeutung. Ein hoher Beamter der Weltbank brachte die Situation Afrikas auf den Punkt: „Wir erleben eine neue Kolonisierung Afrikas, und die ist das Werk von amerikanischen Spekulanten, die mit einem Minimum an ‚cash‘ einem Maximum an Profit operieren und sich dabei kurzfristige fast risikolose Ausstiege-Optionen offen halten. Die politische und militärische Muskelkraft der USA wird eingesetzt, um den Raub der afrikanischen Ressourcen durch amerikanische ‚multilaterale Gesellschaften‘ zu erleichtern. Im Hintergrund agieren schwergewichtige Politiker der Demokratischen und der Republikanischen Partei.

Diese Worte machen die Mitverantwortung der Großmacht USA für Kriege, Völkermord, Armut und Elend auf dem schwarzen Kontinent deutlich. Den ignoranten Zeitgenossen, die behaupten, die Afrikaner seien an ihrer misslichen Lage selbst schuld, halte ich entgegen: Das afrikanische Volk ist den mächtigen milliardenschweren Globalisierungsterroristen mit massiven politischem Einfluss, wehrlos ausgeliefert.

Alles was Menschen mit Herz und Hand für Afrika tun, wie z.B. Hilfsorganisationen, Ärzte ohne Grenzen oder auch Karl-Heinz Böehm für Äthopien, bleibt angesichts der weltpolitischen Lage, leider nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein, denn alles was diese Leute für Afrika aufbauen, reißen Spekulationsverbrecher, korrupte Politker, Global Player und War-Lords mit ihren Ärschen wieder ein.

3 thoughts on “USA, die Neokolonialherren Afrikas?

  1. Man sollte sich da keinen Illusionen hingeben, was die Triebkräfte der USA-Politik angeht. Wer das plakative Gerede a la ‚Hüter der Demokratie und Menschenrechte‘ ernst nimmt, ist selbst schuld. Das zeigen die Beispiele der jüngeren Geschichte.

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  2. Sehr guter Bericht
    Man kann nur hoffen das immer mehr Menschen diese Dinge auch einsehen und das sich vor allen auch hochrangige europäische Politiker gegen diese Vorgehensweise stellen damit sich vielleicht im Laufe der nächsten Hundert Jahre etwas an dieser Situation ändert

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