Musik-Mafia

währe m.E. die exaktere Bezeichnung für die sogenannte Musikindustrie, weil dadurch das Handeln dieser „Only-Profit-Organisation“ besser umschrieben wird.
Bereits mit ihrer, gemeinsam mit der Filmindustrie initiierten Kampagne „Raubkopierer sind Verbrecher“, werden nicht nur ihre eigenen Kunden kriminalisiert und unter Generalverdacht gestellt, sondern auch sauber angelogen, denn Raubkopierer sind mitnichten Verbrecher!
Der aktuelle Anlass für meinen steigenden Groll gegen die „Musik-Mächtigen“ ist dieser offene Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Bundesverband Musikindustrie, der als ganzseitige Zeitungsanzeige veröffentlicht wurde.
Dieser Brief wirbt für eine totale Online-Überwachung der Internetuser, welche bereits vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert ist. Die Contentindustrie ruft also nach der Staatsmacht, um ihre Pfründe zu sichern. Das sich so genannte „Künstler“ für eine derart schäbige Propaganda hergeben, indem sie diesen Brief unterzeichnen, ist sehr enttäuschend. Auszüge aus dem Brief:

Schätzungen zufolge entfallen allein in Deutschland 70 Prozent des Internetverkehrs auf die Nutzung meist illegaler Tauschbörsenangebote. Während die milliardenschwere Telekommunikationsindustrie massiv von der Nutzung illegaler Inhalte profitiert, verweigert sie beim Schutz geistigen Eigentums die Verantwortung.

Quellen für diese Zahlen werden nicht genannt, so bleiben sie schlichtweg eine dreiste Behauptung der milliardenschweren Musikindustrie.

Während etablierte Künstler noch von den Erfolgen der Vergangenheit zehren konnten, trifft die Internetpiraterie vor allem junge Nachwuchstalente. Langfristig wird so die kulturelle Vielfalt in unserem Land abnehmen…

Die „kulturelle Vielfalt“ in den offiziellen deutschen Charts oszilliert irgendwo zwischen Hase Schnuffel, schnischna Schnappi, DJÖtzi, Retorten-Bands aus dem Gagakasten, pseudorebellischem Heuchel-Rap, Proll-Techno a la Scooter und diverser Schlageraffen. Die Musikindustriellen sind nicht die jenigen, welche die „kulturelle Vielfalt fördern, sondern eher massenkonsumierbare kommerzielle zurechtgepoppte Einfalt. Echte Nachwuchstalente bekommen dagegen kaum eine Plattform. Der bloggende Musiker PJ Wassermann bringt es auf den Punkt:

Ein wichtiges Anliegen ist für mich die Situation der Musiker, die in den letzten Jahrzehnten durch die monopolisierte Kommerzialisierung der Musik durch die grossen multinationalen Medienkonzerne in ihrer Entfaltung extrem behindert worden sind. Als Musiker konnte man nur entweder einen miserablen Deal mit der Industrie akzeptieren (wenn man überhaupt einen bekam!) und dann hatte man zumindest eine Chance, ein grösseres Publikum zu finden. Oder man versuchte es autonom und hatte dann in den Medien und der Vertriebs-Situation nur sehr geringe Möglichkeiten.
Zum Glück gibt es heute das Internet,…

[via]
Ich werde zukünftig verstärkt jene Künstler unterstützen, die sich im Internet eigenständig vermarkten. Auch Magnatunes.com ist ein sehr guter Ansatz. Die Musikindustrie braucht man nicht wirklich. Die Musiker die sich für die grenzenlose Profitgier der Musik-Mafia instrumentalisieren lassen, indem sie dieses Propagandamachwerk unterzeichnen, werde ich in der Folgezeit boykottieren. Hier die Namen der „Künstler“ die unterschrieben haben in alphabetischer Reihenfolge, gleichzeitig meine persönliche Blacklist:

2raumwohnung, Daniel Acht, Fatih Akin, Götz Alsmann, Stefan Arndt, Bob Arnz, Uli Aselmann, Andreas Auth, Lutz Bandte, Wolf Bauer, Claudia Baumhöver, BAP, Dr. h. c. Wolfgang Beck, Christian Becker, Oliver Berben, Christoph Biemann, Julia Boehme, Claus Boje, Ranja Bonalana, Dr. Jörg Bong, Prof. Dr. Heinrich Breloer, Silke Brix, Till Brönner, Burkhard Brozat, Prof. Christian Bruhn, Francesco Bruletti, Anni Brunner, Detlev Buck, Sven Burgemeister, Leander Carell, Yvonne Catterfeld, Roger Cicero, Culcha Candela, Jakob Claussen, Caroline Daube, Samy Deluxe, Renan Demirkan, Joy Denalane, Helmut Dietl, Die Labbese, DJ Ötzi, Klaus Doldinger, Bernd Eichinger, EL*KE, Peter Eötvös, Jörg Evers, Dieter Falk, Dr. Wolfgang Ferchl, Axel Fischer, Helene Fischer, Uschi Flacke, Julia Franck, Egon L. Frauenberger, Amelie Fried, Molly von Fürstenberg, Joseline Gassen-Hesse, Hans W. Geißendörfer, Bijan Ghawami, Dr. Peter Gölitz, Ulrich Granseyer, Herbert Grönemeyer, Ludwig Güttler, Till Hagen, Martin Hagemann, Kirsten Hager, Klaus Hanslbauer, Titus Häussermann, Peter Heppner, Max Herre, Gerd Hesse, Sabine Hirler, Mischa Hofmann, Dr. G.-Jürgen Hogrefe, Höhner, Dr. Gottfried Honnefelder, Klaus Humann, Viola Jäger, Christoph John, Juli, Udo Jürgens, Dr. Joachim Kaps, Ewa Karlstroem, Andreas Langenscheidt, Toni Kater, Joachim Kaufmann, Georg Kessler, Dietrich zu Klampen, Klaus & Klaus, Alexander Klaws, Patrick Knippel, Astrid Kollex, René Kollo, Meike Kordes, Harald Kügler, Mickie Krause, Joachim Król, Michael Krüger, Dieter Thomas Kuhn, Peter Lackner, LaFee, Prof. Ulrich Limmer, Udo Lindenberg, Peter Lohmann, Annett Louisan, Peter Maffay, Manfred Mai, Martin May, Helge Malchow, Marquess, Marc Marshall, Jens Meurer, Reinhard Mey, Kari Meyer, MIA., Michael Mittermeier, Monrose, Martin Moszkowicz, Christoph Müller, Nobelpenner, Oomph!, Margit Osterwold, Erich Öxler, Wolfgang Pampel, Stefan Peters, Dr. Joerg Pfuhl, Uli Putz, Thomas Quasthoff, Rabaue, Karl-Klaus Rabe, Frank Ramond, Reamonn, Uschi Reich, Aribert Reimann, Steffen Reuter, Revolverheld, Dr. Andreas Richter, Prof. Dr. h. c. Wolfgang Rihm, Rosanna Rocci, Hilke Rosenboom, Ursula Rosengart, Rosenstolz, Jennifer Rostock, Dr. Christian Rotta, Sasha, Prof. Dr. Enjott Schneider, Philipp Schepmann, Schiller, Monika Schlitzer, Jörn Schlönvoigt, Bernhard Schmid, Kim Oliver Schmidt, Dr. Patricia Scholten, Walter Scholz, Barbara Schöneberger, Atze Schröder, Hermann Schulz, Dr. Susanne Schüssler, Jan Schütte, Til Schweiger, Scooter, Seeed, Mark von Seydlitz, Rodion Shchedrin, Ralph Siegel, Söhne Mannheims, Martin Spencker, Tom Spieß, Dagmar Stehle, Dr. Jörg D. Stiebner, Ulrich Stiehm, Dr. Henning Stumpp, Alexander Thies, Tokio Hotel, Imre Török, Judy Tossell, Matthias Ulmer, Andreas Ulmke-Smeaton, Ulla Unseld-Berkéwicz, Philip Voges, Prof. Lothar Voigtländer, Neele Vollmar, Dr. Ralf Weigand, Stefan Waggershausen, Peter Wackel, Wagner Love, Joachim Weidler, Jan Weiler, Max Wiedemann, Ursula Woerner, Johanna Wokalek, Sönke Wortmann, Peter Zenk, Tom Zickler

Die armen armen „Künstler“ weil man ihr „geistiges Eigentum“ stahl, müssen sie nun von Hartz IV, Wasser und Brot leben… 😉

Meine Endabrechnung: Von Retorten-Bands wie die rockmusik-simulierenden dauerpupertierenden Tokio Hotel und Monrose sowie dem DSDS-Trottel Alexander Klaws habe ich nichts anderes erwartet. Im Falle Monrose würde mich interessieren, inwiefern bei den Mädels „geistiges Eigentum“ besteht? Bis hierhin fällt mir der Boykott sehr leicht. Das trifft auch für Scooter zu, die ihre eigenen debilen Texte mit Dumpfbacken-Techno-Beat abfeiern.
Enttäuscht bin ich z.B. von 2raumwohnung, Seeed, Joy Denalane, die ich musikalisch eigentlich schätze, geplante Anschaffungen ihrer Alben haben sich hiermit erledigt. „Bedanken“ für den Blick hinter die Fassade, möchte ich mich auch bei Samy de Luxe, Herbert Grönemeyer, Udo Jürgens, Söhne Mannheims, Udo Lindenberg und Reinhard Mey. Gut, dass ihr eure guten Songtexte endlich als Heuchelei selbstentlarvt!
Wer das wahre Gesicht des Liedermachers Reinhard Mey kennenlernen möchte, schaut mal hier vorbei. Bei mir ist der Mann, der gute Songtexte schrieb allzeit unten durch, denn ich mag keine Hypokraten.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich solidarisiere mich keineswegs mit den „Saugern“ und deren Selbstbedienungsmentalität, für gute Musik entrichte ich gerne meinen Obulus, denn ich weiß sie wertzuschätzen! Ich käme auch nicht auf den Gedanken, „illegal herunterzuladen“ was die Major-Label größtenteils produzieren, das ist mir noch nicht mal den Strom wert, den der Rechner dabei frißt! :mrgreen:

Die Musikindustrie hat ihre Gewinneinbrüche selbst zu Verantworten, die schnarchnasigen Plattenbosse, haben den Zug der Zeit verpennt, die Absatzmöglichkeiten des Internet zu spät erkannt. Weitere Gründe für sinkende Einnahmen, sind die so genannten UnCD’s und die Tatsache dass die Menschen im Lande nunmal weniger Geld in der Tasche haben. Die totale Überwachung des Datenverkehrs im Netz zu forden, ist definitiv der falsche Weg.

Vielen Dank auch an den Bloggerkollegen Elias, der seine Beiträge zum Thema wesentlich eloquenter als ich, in Worte gegossen hat. Seine Kunst sehe ich als hochwertiger und vor Allem ehrlicher an, als die der Unterzeichner. Außerdem ist sie gratis und unverschlüsselt :mrgreen:
Propaganda der Contentindustrie – Offener Brief an Angela Merkel
Die Musikindustrie fickt die Hirne…

Ebenfalls sehr empfehlenswert:
Musik in Flaschen

Verwandte Beiträge in diesem Weblog:
Meide den Mainstream-Pop
Room2012 – Bitte abschließen und Schlüssel wegwerfen
Monrose, wie ich sie am Liebsten sehe

[update: 29.04.2008]
Raubkopieren ist kein „Kaviardelikt“
eh..Kavaliersdelikt, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auf das Pamphlet der „selbsternannten Künstler“ reagiert hat:

„Das Herunterladen von Computern“ ist eine Sache die nationale Grenzen nicht schützen können….

Die ganze Ansprache „zum Tag des geistigen Eigentums“ kann man sich hier ansehen.
Mal abgesehen davon, dass der Begriff „Raubkopierer“ ein Kontstukt der Contentindustrie ist, also im Gesetzestext gar nicht vorkommt, haben sie mich auf eine Idee gebracht, Frau Bundeskanzlerin, ich werde mir bald einen neuen Computer aus dem Internet herunterladen! Oder bin ich dann ein „Mordkopierer?“

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19 Kommentare zu “Musik-Mafia

  1. Ist halt Tag des Urheberrechts und da mussten die sich melden. Frau Merkel tut auch so, als ob sie etwas unternehmen will, aber da wird nichts passieren. So wie die Unterstützung für den Kohlebergbau enden wird, wird auch die Musikindustrie ein Auslaufmodell sein.
    Die Musiker haben dies (oder erkennen dies gerade) bereits erkannt – siehe Radiohead. Wie Du schreibst – für die Guten wollen wir auch zahlen!

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  2. Hach ja, es ist echt zum Verzweifeln. Die haben wirklich noch nicht bemerkt, dass der Zug abgefahren ist. Schade, auch zwei meiner Lieblingskünstler sind in der Liste (ganze 2!!!).

    Sehr empfehlen kann ich auch den offenen Antwort-Brief von Nerdcore (teilweise etwas derb, aber bei dieser Thematik wohl angebracht). Sehr schön fand ich auch den Beitrag bei Coffee And TV.

    PS: sorry für die Links, aber die Texte sind wirklich empfehlenswert (neben den, die du schon g enannt hast).

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  3. Oldman unterschätze die Musikindustrie nicht. Geld regiert! Die sind milliardenschwer. Wenn der Verbraucher richtig reagiert haben Musik-Mafia und „Künstler“ sich selbst mit dieser Aktion ins Knie geschossen. Doch leider sind zu viele Menschen medienhörig 😦

    Julia, Danke für die Links 🙂
    Deswegen warst du in der Moderationsschleife geparkt, habe dich aber schnell „da ‚rausgeholt“.
    Darf ich raten wer deine beiden Künstler auf der „Blacklist“ sind? Gehören die „harten Kerle“ von Ompf! dazu? Söhne Mannheims? Das Xavier Naidoo’s Truppe auf der Liste ist, überrascht mich allerdings nicht. Die rochen für mich immer schon stark nach Kommerz, obgleich ihre Musik und auch die Songtexte anspruchsvoll sind. Naja, auf der Klaviatur der Gefühle zu spielen, war schon immer gewinnträchtig. Diese Heuchler 👿
    Ich werde zukünftig in meinem Weblog verstärkt über unbekannte Künstler berichten. Vor allem über diejenigen die versuchen sich ohne die Musik-Mafia durchzuschlagen.

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  4. Moderation war klar, das habe ich in Kauf genommen 🙂

    Die Künstler sind Reamonn (obwohl für mich immer noch das Debutalbum das Beste ist) und überraschenderweise Rosenstolz (naja, eine Single).

    Ich habe mittlerweile die anderen Artikel auch gelesen und besonders den von tamagothi finde ich sehr, sehr gut.

    Vielleicht schreibe ich doch noch ein paar Zeilen zu der Thematik in Bezug auf legale (auch kostenpflichtige) Downloadangebote.

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  5. Boah, mit den „Künstlern“ lag ich ja voll daneben 😦
    Ja, der Beitrag vom Nachtwächter ist klasse. Vor Allem der Vergleich Internet/Buch gefällt mir 🙂
    Das Internet scheint einer der letzten Bastionen realer Demokratie zu sein. Das passt allerdings vielen Menschen, u.a. der Musik-Mafia und demokratiefeindlichen überwachungswahnsinnigen Politikern nicht.

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  6. Dieser geldgeile Mainstreampop geht auch mir dermaßen auf den Zeiger. Ich selbst unterstütze Künstler direkt, also ich sehe mir ihre Liveauftritte an, und kaufe mir dort die CDs. Zumeist günstiger als sie im Handel zu erwerben.
    Wirkliche Kunst findet man auch nur selten bei Musikern, die von ihrer Musik leben wollen. Ich bevorzuge solche, die nicht, um Geld zu verdienen schaffen, sondern weil sie Spaß daran haben und sich ausdrücken wollen. Da kommt dann auch was richtig gutes bei raus und es ist nicht mal besonders kostenaufwendig. Beispiel Konzert vom Samstrag: 5 Bands und Aftershowparty für 5 Euro.
    Es ist natürlich von Genre zu Genre unterschiedlich.

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  7. Aber gern doch gebe ich meine Anmerkungen und meine unverschlüsselten Werke heraus. Übrigens hält es das Bundeskanzleramt nicht für nötig, auf meine Mail mit meinem offenen Brief zu antworten. Nicht einmal eine Eingangsbestätigung in zwei Zeilen, einfach nur Schweigen. Na ja, ich bin eben nicht die Kopierindustrie und ich kann nicht mal eben ganzseitige Reklame in der FAZ machen, deshalb halten die Medienp’litiker es wohl für unnötig, meine Anmerkungen auch nur zu beachten. Die anderen hingegen, die bringen es sogar in den Bundes-Pott-Cast.

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  8. Liebe Freunde,

    Eure unglaubliche Engstrinigkeit, deren eigentlicher Ursprung stets schleierhaft bleibt, führt zu nichts mehr, als sich das Leben noch schwerer zu machen als es schon ist.
    Passend dazu; „Welcher Mensch denkt nicht an Geld?“

    PS: Geht schlafen, die Welt strengt Euch zu sehr an!!

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  9. Tiago, inhaltlich bist nicht wirklich auf meinen Artikel eingegangen, jeden Kommentator als engstirnig zu bezeichen, ist Borniertheit deinerseits!

    Passend dazu; “Welcher Mensch denkt nicht an Geld?”

    Deiner Meinung nach rechtfertigt Geld demnach alles?
    Ich habe den Eindruck, dass du derjenige bist, der nicht ganz ausgeschlafen ist. Das klingt irgendwie nach: „Rüttel nicht zu stark an meiner Schulter, ich möchte nicht aufwachen, ich träume gerade so schön“ Na, gut verweile in deiner Traumwelt und träume schön von der heilen Welt bunter Videoclips.
    Wenn du mal aufwachst, würdest auch du feststellen, was diese Aktion de facto bedeutet: Die Musikindustrie möchte vom „Überwachungsstaat“ profitieren, alle Künstler, welche dieses geldgierige Verlangen unterstützen machen sich mit dieser Sache gemein und haben m.E. jegliche Glaubwürdigkeit verspielt 👿
    Dass du daran wahrscheinlich nichts auszusetzen hast, zeigt eher deine Engstirnigkeit.

    @Nachtwächter: Das du keine Antwort erhalten hast, überrascht mich nicht, die Polittrickser scheren sich nicht um uns kleine Leute.

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  10. “Welcher Mensch denkt nicht an Geld?”

    Auf Musiker bezogen, gibt es nicht wenige (und alle, für die ich Geld ausgebe und ausgeben würde, gehören dazu), die nicht für den Gelderwerb schaffen, sondern, weil sie Spaß an der Musik haben oder weil sie sich ausdrücken wollen. Und bei diesen Künstlern kommt dann auch wirklich etwas in der Richtung Kunst bei raus. Monetär interessierter Mainstreampop, produzierter Pop dreht sich nicht um die Musik, sondern um das Geld, weswegen Innovationen und Abwechslungsreichtum in diesem Genre so selten sind. Dieses Interesse zeigt sich dann auch in der Kriminalisierung der eigenen Fans durch den offenen Brief.

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  11. Mh, Culcha Candela ist für mich nach dem wahnsinnig intelligenten Song Hamma sowieso gestorben und es wundert mich nicht, dass sie in der Liste stehen. Von Seeed hätte ich hingegen wirklich mehr erwartet.
    Amelie Fried?! Die wohnt quasi bei mir um die Ecke, ich dachte die schreibt nur Bücher^^

    Die restlichen aus dieser Liste, die ich kenne, gefallen mir nicht und ich bin froh, dass nur einer meiner Lieblingsinterpreten drin steht. Der Rest schein also nicht nur gute Musik zu machen, sondern auch was im Hirn zu haben xD

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  12. Tom,

    „Tiago, inhaltlich bist nicht wirklich auf meinen Artikel eingegangen, jeden Kommentator als engstirnig zu bezeichen, ist Borniertheit deinerseits!“

    Das stimmt. Ich habe weder die Zeit noch die Lust gehabt mich in die Thematik zu graben bzw. im Konkreten auf Deinen Post zu antworten. Aber es ist unzulässig meinen Kommentar als Borniertheit zu betiteln – die Leute, die ich angesprochen habe wissen, dass ich SIE anspreche. 😉

    „Passend dazu; “Welcher Mensch denkt nicht an Geld?”

    Deiner Meinung nach rechtfertigt Geld demnach alles?

    Entweder das ist eine Überbewertung des Gemeinten, oder Du hast Etwas falsch verstanden.

    Es geht nicht darum, dass Geld etwas rechtfertigt. Es geht um den Effekt, den die Kunst schon von Anfang an mit sich bringt: Das Geld! Die Grundfrage die sich stellt: Ich kann Eure Denkweise- und Richtung nachvollziehen, dass die geldmotivierte „Schaffung“ eines immateriellen Eigentums zugleich eine regelrechte Verzerrung der künstlerischen „Wurzeln“/Ursprünge darstellt, sodass wiederum der Kunst jegliche Authentizität enternt wird. Diese Sichtweise birgt aber etliche Gefahren; vor allem „Blindheiten“ in Einzelfällen. Versperrt Euch nicht die Sicht, versperrt Euch nicht das Leben. („)Abwehrmechanismen(„) sind nicht zwangsläufig und IMMER optimal, denn sie vernachlässigen den Zusammenhang einer bestimmen Lage.

    Du fragtest mich ob Geld nun wirklich alles rechtfertigt. A) Ist hättest Du die Frage genau andersherum stellen müssen. Aber ich erkenne ja klipp und klar was Du meinst – so stelle ich Dir die Gegenfrage: Ist Geld unwichtig??

    Nein. Geld ist ein Wegbegleiter bei vielen Dingen unseres Lebens. Eine davon ist z.B. die Dienstleistung der Musikbranche. Um Gottes Willen, das Geld ist für das Funktionieren derselbigen unerlässlich, unerlässlich also für die Vielfältigkeit von musikalischen Werken, die auf dem Weltmarkt herumschwirren.Ich bin mir über das Definitionsproblem von „musikalischem Werken“ (in diesem Umfeld)wohl bewusst, aber hier greift wieder das Argument der Engstirnigkeit ein… Ich Dir/Euch jedoch zu, dass vielerlei „Trash“ da Draußen AUS MEINER SICHT keine Existenzberechtigtung hat. Trotzdem: Im Rahmen meiner Wahrnehmung bzw. meines Geschmackes kann die Musik auch das Geld rechtfertigen.

    Ich habe übrigens in diesem Blog schon sehr oft zum Wort „Pauschalisierung“ gegriffen; ohne jegliche Selbstironie muss ich zugeben, im Laufe meines Lebens, ein zusätzliches Auge dafür bekommen zu haben. Wenn ich also pauschalisiere, dann soll gewusst sein, dass es mit bester Absicht geschehen ist.

    – Ich bin jetzt sehr Müde und muss das Ganze etwas abrupt abbrechen. Zur Glaubwürdigkeit von Künstler und Kunst müssen wir noch ausgiebig diskutieren, als erstes über den Begriff selbst.

    „Monetär interessierter Mainstreampop, produzierter Pop dreht sich nicht um die Musik, sondern um das Geld, weswegen Innovationen und Abwechslungsreichtum in diesem Genre so selten sind.“

    Sorry. Aber das ist heruntergeplapperte Sch….

    Rede mal ein bisschen von den Künstlern und nicht von der unübersichtlichen Allgemeinheit.Danke!!!!

    EDIT:

    Ich habe sie eben mal wieder gehört, und mir fiel doch glatt ein, dass sie mit ihrer musikalischen Vielfältigkeit und Anpassungsfähigkeit, rare Jazz-Stile mit damaligem Pop(70er/80er) verbunden hat. http://de.youtube.com/watch?v=aVlbbk4SPC4

    Dieser Soul…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Diana_Ross

    Oder dieser Mainstream-Soul 😉 :

    EDIT2:Mit “Trash” meinte ich so Etwas, bunte Videoclips halt: http://www.youtube.com/watch?v=sT8USrkLpd4&feature=related

    So jetzt aber ab ins Bett.

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  13. Pingback: Frechheiten « Heimspiel

  14. Tiago, ich hoffe es ist in Deinem Sinne, dass ich aus 3 Kommentaren, einen gemacht habe.

    so stelle ich Dir die Gegenfrage: Ist Geld unwichtig??

    Die Notwendigkeit von Geld wird den Menschen durch das bestehende System aufgezwungen.
    Hat man genug Geld zum Leben und bescheidenen Wohlstand, wird m.E. darüber hinaus die Wichtigkeit von Geld marginal. Ich bezweifele, dass die „künstlichen Künstler“ die das Elaborat des Bundesverband Musikindustrie unterzeichnet haben, von Existenzsängsten geplagt werden. Ich glaube es ist nicht vermessen hier das Wort Profitgier zu gebrauchen. Ich finde es nicht verwerflich mit Musik bzw Kunst Geld zu verdienen, von mir aus auch viel Geld. Aus meiner Sicht führen im wesentlichen 2 Wege dorthin, den Einen gehe ich mit, den Anderen nicht. Ich möchte das jetzt nicht noch detaillierter ausführen, sonst driften wir zu stark ins „Off-Topic“ ab, aber ich denke Du weißt was ich meine 😉
    Das Ziel dieser Aktion seitens der Contentindustrie ist doch klar, sie ist es, die pauschalisiert, kriminalisiert und mit unseriösen Zahlen argumentiert. Anderorts wird dieses Bestreben als „arschlochhaft“
    bezeichnet. Irgendwie kann ich nicht widersprechen 😉

    Monetär interessierter Mainstreampop, produzierter Pop dreht sich nicht um die Musik, sondern um das Geld, weswegen Innovationen und Abwechslungsreichtum in diesem Genre so selten sind.
    Sorry. Aber das ist heruntergeplapperte Sch….

    Was ist daran so falsch? Nur ungern zitiere ich den „Pop-Titan“ Dieter Bohlen, der oft mit seiner geringschätzigen arroganten Art den Gesang seiner DSDS-Kandidaten abkanzelt, der aber manchmal mit seiner „Elephant-im-Porzellanladen-Rhetorik“ ungewollt zu ehrlich ist:

    Ich will keine anspruchsvolle Musik produzieren, ich will nur Platten verkaufen

    So oder so ähnlich platze es ihm in der aktuellen DSDS-Staffel heraus. Es gibt (zu)viele „Bohlens“ im Musikgeschäft.
    Übrigens, Danke für die Links 🙂
    Diana Ross finde ich gut, Lutricia McNeal ist auch nicht übel. Niemand sagt, dass alles im Mainstream schlecht ist, das Meiste allerdings schon 😦
    Gruß
    tom

    P.S. Hier noch ein Kommentar von Professor Hoeren

    Ich habe langsam die Nase von den Frechheiten der Musikindustrie voll. Undifferenziert wird auf Nutzer und TK-Industrie eingeschlagen. Falsche Zahlen (70% der TK-Nutzung seien illegaler P2P-Verkehr) werden kombiniert mit schrägen Vergleichen gerade mit dem Zensurland China und dubiose Zitate just von Mark Getty (”Geistiges Eigentum sei das Öl des 21. Jahrhunderts”). Die eigenen Haussklaven werden als Unterzeichner vorgeschickt und instrumentalisiert, statt sich mal zu fragen, ob man nicht als Musikindustrie angemessene Salärs an Kreative zahlt. Jede differenzierte Auseinandersetzung fehlt: Hat nicht der Gewinneinbruch in der Musikindustrie noch andere Gründe als P2P? […]

    Man will in der Musikindustrie nicht differenziert denken. Man will schlagen, hauen, klotzen.

    [ via ]

    Danke Herr Professor Hoeren! Haussklaven ist irgendwie passend 🙂

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  15. „Ich bezweifele, dass die “künstlichen Künstler” die das Elaborat des Bundesverband Musikindustrie unterzeichnet haben, von Existenzsängsten geplagt werden.“

    Die Frage dreht sich bei meinem Kommentar gar nicht um die Unterzeichnung, insofern ist das Heranbringen desselbigen nicht von Nöten.

    Ich bin nur auf „Deiner Meinung nach rechtfertigt Geld alles?“ eingegangen. Meine Antwort war zusammengefasst die folgende: Natürlich rechtfertigt die Musik auch Geld. Ohne jenes System wären wir nicht einmal am Leben.

    Das Du Castingprodukten den Zugang zu Deiner Musikbox verwehrst, ist mir weiterhin suspekt.

    Dass die Musikindustrie viele Fehler begeht, weiß auch ich. Ich bin nicht einverstanden mit der Unterzeichnung dieses Briefes. Aber jenes bewirkt keinen Schock bei mir, ich kenne die Industrie gut genug.

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  16. Was für ein Zufall, dass ich gerade vorbeischaue.

    Wir sind höchstens Sklave unserer Selbst.

    Achso: Umfasst Deine Definition der „Konsumsklavenhaltung“ eigentlich auch die erhöhte Lebensqualität, die mir zu einem Großteil als Folge der erworbenen Monrose-Musik erscheint?

    Wieso gehen wir denn nicht gleich nackt in den Wald um uns dort von Früchten zu ernäheren? Kannst Du mir das eig. beantworten.

    Übrigens Tom, es stehen noch zwei Antworten Deinerseits offen. (in zwei anderen Threads)

    Gute Nacht.

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  17. Wenn ich über grundsätzliche Dinge wie Geld nachdenke, ist es eine globale Betrachtung…wir kommen vom Thema ab. Dennoch hiezu noch ein interessanter Link:
    die Angst vor der APOKALYPSE, wird ersetzt, durch die Angst vor dem BÖRSENSTURZ

    Konsumversklavung bedeuted hörige Abhängigkeit vom Konsum. Es ist für viele Menschen wie eine Droge. Das gekaufte Glück, welches so schnell vorbei geht, dann kommt das Verlangen nach mehr. Man verschuldet sich sogar dafür, will nicht wahrhaben dass man sich dieses Scheinglück nicht mehr leisten kann, verliert den Blick fürs Wesentliche. Ob das Lebensqualität ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Doch das Beste im Leben gibt es umsonst.

    „Wieso gehen wir denn nicht gleich nackt in den Wald um uns dort von Früchten zu ernäheren? Kannst Du mir das eig. beantworten.“

    Wieso sollten wir das tun? Obwohl, nackt mit der richtigen Frau auf einer Südseeinsel… 😉

    „Wir sind höchstens Sklave unserer Selbst. „

    Nur zum Teil richtig: Allein die ungehemmte globalisierte Geldwirtschaft hat seit dem Ende des „kalten Krieges“ weitere 27 Millionen Arbeitssklaven weltweit hervorgebracht. Nicht überall genießt man die Freiheit sein Schicksal zu bestimmen. Wir hatten nur das Glück, nicht am falschen Ort geboren zu sein.

    Ich möchte das Geld als Tauschmittel nicht komplett abschaffen, aber:
    Ich werde nie verstehen warum soviele Menschen den schnöden Mammon in pseudoreligiöser Art und Weise wie eine Gottheit verehren. Die Macht des Geldes ist m.E. in den letzten 20 Jahren soweit entartet, dass es den fühlenden Menschen immer mehr zu „Humankapital“ marginalisiert.

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  18. Back to Topic:

    Noch ein interessanter Link, beim hochgeschätzten Bloggerkollegen Fefe gefunden:

    „The Motion Picture Association of America said Friday intellectual-property holders should have the right to collect damages, perhaps as much as $150,000 per copyright violation, without having to prove infringement.“

    Der gesamte Artikel hier:
    Die Contentmafia braucht keine Beweise

    Ohne Worte 👿

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