CDU-Jungspund Ludewig will Klassenwahlrecht einführen

Ein offenbar elitär erzogener Wohlstandsbengel hatte einen feuchten Traum der in einer Vision mündete:

Der Vorsitzende des CDU-nahen Studentenverbands RCDS, Gottfried Ludewig, will die Stimmrechte von Rentnern und Arbeitslosen bei Bundestags- und Landtagswahlen einschränken. Er habe ein Thesenpapier an sämtliche Vereinigungen der CDU geschickt, bestätigte Ludewig einen Bericht der „Bild“-Zeitung. In dem Papier mit dem Titel „Drei Thesen zur Stärkung der Leistungsträger“ heißt es: „Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein.“

Ich glaubte irrtümlich der RCDS sei ein christlicher Gesangsverein, doch Internetrecherche bildet: RCDS bedeuted Ring Christlich Demokratischer Studenten. Den Ring der Weisheit erlangte Gottfried dort anscheinend nicht.

Zitat:

Allein mit „Hartz IV-Beziehern und Rentnern“ könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren, hieß es in dem Thesenpapier weiter. Der 25-jährige Ludewig, der auch CDU-Mitglied ist, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe mit dem Papier eine Diskussion darüber in Gang setzen wollen, wie die Leistungsträger zu stärken seien. Mit seiner E-Mail an die CDU-Vereinigungen wolle er darauf aufmerksam machen, dass das, was umverteilt werden könne, zuerst erarbeitet werden müsse. Ludewig räumte zugleich ein: „Dass das Bundesverfassungsgericht ein doppeltes Wahlrecht vermutlich nicht zulassen würde, ist eine andere Frage.“

[via AFP]

Damit dürfte klar sein, dass die wahren Verfassungsfeinde viel „mittiger“ anzutreffen sind als vielfach behauptet wird. Dieses Gedankengut beinhaltet de Fakto eine 1. und 2.Klasse-Bürgerschaft. Solche Emporkömmlinge sollte man schleunigst auf den Boden der Tatsachen zurückholen mit besonders hartem Aufschlag, das kann sehr befreiend wirken 😉
Die Mehrzahl der Hartz IV-Bezieher und Rentner hat sicherlich mehr geleistet als das Milchbübchen Gottfried Ludewig.

Toms Wochenschau meint: Dafür verdient er das faule Ei des Monats Mai! Übrigens, wenn mich meine Eltern Gottfried genannt hätten, würde ich ihnen die Elternschaft entziehen 😉

Preisträger für das faule Ei des Monats Mai: Gottfried Ludewig

Preisträger für das faule Ei des Monats Mai: Gottfried Ludewig

Inspiriert durch den Spiegelfechter:
Die CDU, ein dummer Bengel und das Klassenwahlrecht

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14 Kommentare zu “CDU-Jungspund Ludewig will Klassenwahlrecht einführen

  1. Da ist mir eben echt fast das (zugeben etwas zweifelhafte) Mensaessen hochgekommen.

    Wie kommt dieser weichgespülte Wwwwwasauchimmer dazu, denen, die sowieso schon an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, auch noch das politische Mitspracherecht nehmen? (Sie quasi endgülig vom Rand herunterzuschubsen)

    Das Klassenwahlrecht wurde in diesen Gefilden übrigens 1919 abgeschafft – reicht das nicht als Argument?

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  2. Hmm, mal wieder eine absolut großartige Idee – leider nicht konsequent genug. Wie wäre es hiermit:

    Für jede Stimme muss der Wähler bezahlen, wobei die Höhe des Betrags frei bestimmbar ist. Die Stimmen werden dann nach entsprechend nach Kaufpreis gewichtet. 😈

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  3. @bouncingsoul: Diese Version könnte man noch weiter ausweiten, könnte dann in etwa so heißen:
    Wahlberechtigung haben nur Reiche, Wirtschafts-Experten und ähnliches.

    Wie der Ludewig so einen Müll fordern kann, ist mir unbegreiflich. Wieso sollen ältere Menschen in einer DEMOKRATIE in dieser Weise benachteiligt werden? Das ist so ein absoluter Blödsinn, ich weiß gar nicht, was ich dazu noch sagen soll…

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  4. Es gibt ja auch den Vorschlag, dass Familienväter für jedes noch nicht wahlberechtigte Kind eine Stimme zusätzlich bekommen. Genau solcher Quatsch.
    Der Vorschlag von Ludewig ist aber doppelt schwachsinnig – die Rentner waren während ihrer Berufszeit Leistungsträger. Will Ludewig dann später, wenn er Rentner ist, sein Wahlrecht einschränken?

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  5. Stellt sich die Frage, ob es den zukünftig immer größeren Teil an Wähler, der von der staatlichen Umverteilung lebt vergönnt sein soll, Wahlen zu entscheiden, nur weil die eine oder andere Partei großzügige Erhöhungen von Renten und Harz IV Sätzen verspricht.

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    • Welch kreative Position, dieser Jahrhunderte alte Gedanke, wird unsere Demokratie aber in Zukunft, d.h. in den kommenden 20 Jahren zum Zusammenbruch bringen.

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    • Nein, es sind z.B. die Gedanken, von Taufschein-Christen wie Ludewig, die unsere Demokratie in den Abgrund führen. Wenn nur noch die Besitzenden bestimmen dürfen, wer regiert, nennt man das nicht Feudalismus, respektive Neofeudalismus?

      Im übrigen leben auch Politiker „von staatlicher Umverteilung“, wie Du es nennst, die dürften demnach auch nicht wählen. Egal, die fallen zahlenmäßig nicht sehr ins Gewicht, wählen ohnehin nur sich selbst, aber es geht ja ums Prinzip :mrgreen:
      Was hat „Leistungsträger“ Ludewig bislang produktiv geleistet, abgesehen von der Produktion von inhaltsleeren Sprechblasen?

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  6. Die Zweiklassengesellschaft haben wir schon, die einen sind privat versichert, haben einen guten Job und können sich ein angenehmes Leben leisten. Dann die andere Seite, die meisten Rentner und die Millionen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger, bei Ihnen reicht das Versprechen auf etwas mehr Zuwendung durch den Stadt und es entsteht ein großer Zuspruch zu der Partei.

    Nur ist es immer noch so, dass die Menschen mit dem guten Einkommen die Stützpfeiler unser Gesellschaft sind! Sie erwirtschaften die Transferzahlungen des Stattes.
    Nun ist es ja leider so, dass die Politiker die mehr stattliches Geld für die Hartz IV & Co. versprechen die sind, die es den Leistungsträgern unser Gesellschaft das Leben mehr und mehr schwer machen.

    Wohlstand für alle ist ein sehr gutes Ziel, wir werden es nur nicht erreichen, wenn die großes Zahl von Nicht-Leistungs-Trägern, die teilweise total verblödet noch nicht mal wissen, wie unserer Bundeskanzler/in heißt, wenn diese Menschen im gleichen Maße über die Politik unsres Landes mitbestimmen dürfen wie die Menschen die durch Ihr Wissen und ihre Arbeit stark zum Wohl unserer Gesellschaft beitragen.

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  7. Viele der Rentner haben bis zu 40 Jahren malocht, oft mehr geleistet als viele der beschlipsten, seitengescheitelten Juppies, die sich nun anmaßen, den Begriff Leistung bzw „Leistungsträger“ zu definieren. Typischerweise sind Rentner (im Westen) eher konservativ eingestellt, daher potentiell CDU-Wähler.

    Deine Argumentation stützt sich auf die Leistungsträgerlüge, welche beinhaltet, dass gutes Einkommen gleichbedeutung mit Leistung ist, was so nicht stimmt. Auch Kassiererinnen, Leih- und Zeitarbeiter, Pflegedienstleister, Müllentsorger, Hilfsarbeiter in der Produktion sind Stützpfeiler in unserer Gesellschaft, tragen dazu bei, dass diese funktioniert, werden aber trotzdem teilweise mit Hungerlöhnen abgespeist, während Bank-Manager zum Teil für Nichtleistung fette Boni kassieren und Spekulanten leistungslos ihr Vermögen vermehren. „Bundesleistungsträger“ Westerwelle z.B. hat 20 Semester benötigt um sein Jurastudium abzuschließen.
    Siehe auch:
    Die wahren Leistungsträger
    Die wahren Leistungsträger 2

    Die teilweise total verblödeten Menschen scheinen die Drehbücher für die sogenannten Reality-Soaps bei RTL zu schreiben,… 😉

    P.S. Zum Wohl unserer Gesellschaft trägt nicht ausschließlich Erwerbstätigkeit bei, sondern auch ehrenamtliche Tätigkeiten, die in Deinen Ausführungen keinerlei Berücksichtigung finden,…

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  8. In der Tat lassen sich verblödete Menschen und RTL sicher nicht von einander trennen.

    Zurück zum Thema, es ist doch völlig gegenstandslos, ob eine Honorierung der Leistung entspricht, in dieser Diskussion geht es doch um die Frage, wer unseren Statt finanziert, und dass sind eben die, die entsprechende Steuerlasten tragen. Das heißt auch, dass ehrenamtliche Tätigkeiten in dieser Betrachtung gegenstandslos sind.

    Auf den Punktgebracht, Bildungsstand und die Summe der abgeführten Steuern müssen zukünftig einen direkten Einfluss auf das Stimmrecht haben.

    Es kann nicht sein, dass dumme unproduktive Menschen bestimmen können wie sich unsere Gesellschaft entwickelt.

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  9. […] es doch um die Frage, wer unseren Staat finanziert, und dass sind eben die, die entsprechende Steuerlasten tragen. [..]

    Dieses Argument greift zu kurz, denn die hohen Gehälter der Spitzenverdiener werden letztendlich auch von Arbeitern und Angestellten generiert, die dadurch den Staat zwar weniger durch ihre eigene Steurlast direkt finanzieren, aber indirekt durch ihre produktive wertschöpfende Arbeit, die erst die hohen Einkommen der „Leistungsträger“ ermöglicht. Ein Stimmengewicht proportional zum Einkommen, wäre nichts anderes als Meudalismus, das wäre keine Demokratie, dann könnten wir die Wahlen gleich ganz abschaffen, weil eh immer die gleiche Klientelpartei gewinnen würde.

    Es kann nicht sein, dass dumme unproduktive Menschen bestimmen können wie sich unsere Gesellschaft entwickelt.

    Das können sie auch nicht, denn schließlich sind ja „dumm“ und „unproduktiv“ daher leicht manipulierbar. Wie sähe denn die Alternative aus? Sollen Menschen wie z.B. Ackermann,Kleinfeld, Diekmann, Sarrazin, Prof. Sinn, Prof.Oberender, Ludewig, Mißfelder oder vielleicht Westerwelle bestimmen, wie sich unsere (globale) Gesellschaft entwickelt?

    Ohgottohgottohgott!

    Hätte eventuell auch was, nämlich den Vorteil das sich die Menschheit schneller selbst ausradiert, dann würde sie Platz schaffen und es gäbe die Chance, dass sich auf diesem Planeten endlich intelligentes Leben entwickelt,… :mrgreen:

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