Das faule Ei des Monats: Merkel in die Pfanne hauen

Das faule Ei des Monats April geht verdientermassen und unangefochten an Bundeskanzlerin Angela Merkel. tomswochenschau sagt: Herzlichen Glühstrumpf!

Der Standard zitierte Frau Merkel:

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt im Gegensatz zu vielen Entwicklungspolitikern nicht der steigenden Biosprit-Produktion die Hauptschuld an der Preisexplosion bei Lebensmitteln. Ursache sei vor allem “eine sehr unzureichende Agrarpolitik in den Entwicklungsländern”, sagte Merkel am Donnerstag im sächsischen Freiberg bei der Eröffnung der ersten Raffinerie für Biokraftstoffe der zweiten Generation. Ein weiterer Grund sei die nicht ausreichend vorhergesagte Änderung der Ernährungsgewohnheiten in Schwellenländern.
In Indien etwa nähmen inzwischen rund 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein, sagte Merkel. “Wenn die plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchen als sie das früher gemacht haben und dann auch noch 100 Millionen Chinesen beginnen, Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere”, sagte die Kanzlerin in Hinblick auf den europäischen Agrarmarkt.

Mal abgesehen davon, wie hier notleidende Menschen für Biokraftstoff-Lobbyismus verhöhnt werden, ist es erstaunlich welche Korrelationen unsere Frau Bundeskanzlerin komponieren kann. Es ist so, als wenn ich übertrieben gesagt, folgendes behaupten würde:
„Wenn ich in einer S-Bahn sitzend in einen Apfel beiße, geht bei mir zu Hause die Küchentur zu.“
Das ist Schwachsinn? Eben.
Nach China und Indien werden nur c.a. 0.1% der europäischen Milchexporte verschifft. Erschwerend, was die Plausibilität von Merkels Aussage betrifft kommt noch hinzu, dass 93% der Chinesen an einer Laktoseintoleranz leiden, also Milch nicht vertragen.
Unfassbar ihre Erkenntnis, dass die Armen jetzt für weltweite Preissteigerung der Lebensmittel verantwortlich sein sollen, weil sie nun angeblich doppelt soviel mampfen. Geben Sie doch zu, dass Sie es waren Frau Merkel:
Beweisfoto:

Schwachsinn, ist übrigens das perfekte Stichwort wenn es um weitere Verlautbarungen der weltbesten Merkel aus der Uckermark geht.
Die Musikindustrie hatte sich ja mit einem offenen Brief an Sie gewandt und im Rahmen der Datenvorratsspeicherung eine Überwachungung der Internetnutzer auf illegale Musikdownloads zur Wahrung des geistigen Eigentums gefordert. Ihre Antwort kam in Form eines „Bundes-Pottcasts“:

“Das Herunterladen von Computern” ist eine Sache die nationale Grenzen nicht schützen können….

Wie schön, dass der Mittellose nun endlich in ein Internetcafe gehen und sich einen kompletten neuen Computer aus dem Netz herunterladen kann. Nicht mal die weltbeste Merkel mit ihren nationalen Grenzen können das verhindern! Bravo Frau Bundeskanzlerin! Sicheres Auftreten bei völliger Sachunkenntnis! Einen hab‘ ich noch aus dem Monat April:
Angela Merkel zu den steigenden Kraftstoffpreisen sinngemäß:

Dann müssen die Deutschen an anderer Stelle einsparen,

hieß es lapidar. Für den geringverdienenden Pendler mit schlechter Anbindung an öffentl. Verkehrsmittel sehr hilfreich 👿
Diese Menschen können sich bald den Weg zur Arbeit nicht mehr leisten, wenn das so weitergeht. Die können sich dann gleich den ganzen Arbeitsplatz einsparen… 😦
Dafür haue ich Sie in die Pfanne mit einem faulen Ei dabei!

Mit Verlaub Frau Bundeskanzlerin, ich glaube Sie haben die Pfanne heiß!

6 thoughts on “Das faule Ei des Monats: Merkel in die Pfanne hauen

  1. Wieder mal super geschrieben 😉

    Merkel ist eben leider auch nur eine Politikerin, und Politiker können unglaublichen Mist reden…
    Zum Thema Milch kann ich nur sagen, dass ich heute im Allgäu war. Die Bauern dort streiken (meiner Meinung nach vollkommen berechtigt) und liefern ihre Milch jetzt übergangsweise nach Österreich. Das Österreich weder in China, noch in Indien liegt, muss ich wohl kaum erwähnen!
    Zudem glaube ich nicht, dass die Inder doppelt so viel essen wie früher und selbst wenn, dann hätten sie ein gutes Recht drauf.

    Gefällt mir

  2. Das is ja mal wieder ne Message. Ich dächte ja, es ist was Gutes, wenn Leute mehr zu essen haben. Aber was ist schon Hunger, wenn man eine Milchquote neu erstellen muss (was zur Hölle macht man eigentlich mit einer Milchquote?).
    Naja, ist aber auch gemein, dass man als Bundeskanzler ständig gefilmt wird beim Reden, und dann auch noch immer ausgerechnet dann, wenn man Unsinn redet. Da ist also letztendlich nur die Presse dran Schuld. 😉

    Gefällt mir

  3. Zu meinem vorherigen Post: Man hat mir zwar gesagt, dass die Bauern die Milch nach Österreich liefern, aber die Österreicher streiken ja jetzt auch 😀
    Anscheinend schütten sie sie doch nur weg, IN DEUTSCHLAND (nicht in Indien^^)…

    Gefällt mir

  4. Die Weltbevölkerung hat deutlich zugenommen und der steigende Wohlstand in einigen Schwellenländern erhöht insbesondere den Fleischkonsum in diesen Ländern. Die Produktion von Fleisch aber benötigt Getreide, so schrumpfen 100 Kalorien Getreide zu 10 Kalorien Fleisch. In der Tat kann man sagen, dass der wachsende Mittelstand in Indien, Brasilien, China, Indonesien und anderen Ländern die Nachfrage nach „veredelten“ Getreideproduken wie Fleisch, Eier und Milch ansteigen lässt. Für diejenigen, die es sich leisten können schön und gut, für die anderen wird es aber knapp. So steigen dann natürlich auch in Deutschland die Lebensmittel Preise. Die Produktion von Biokraftstoffen beeinflußt natürlich auch die Lebensmittelpreise. Nur rangiert deren Einfluß noch nach den erstgenannten Faktoren. Das kann sich natürlich ändern, je nach dem wie stark die Nachfrage nach Biokraftsoffen ansteigt. Dem wachsenden Mittelstand in den Schwellenländern können wir natürlich keinen Vorwurf machen, essen wir doch alle selber gerne Fleisch. Richtig ist aber auch, die Agrarpolitik in den Entwicklungsländern hat noch Potential. Ob es allerdings ausreicht, um alle satt zu machen, das möchte ich doch bezweifeln.

    Mit freundlichem Gruß

    Noel König

    Gefällt mir

  5. Die Zunahme der Weltbevölkerung hat mit dem drastischen Anstieg der Lebensmittelpreise in den letzten Jahren wenig zu tun. Die Weltbank sagt zu den erhöhten Nahrungsmittelpreisen folgendes:

    „Ohne die Zunahme von Biosprit hätten die Weizen- und Maisvorräte nicht beträchtlich abgenommen und wären die Preisanstiege aufgrund anderer Ursachen mäßig gewesen.“ Die Preise für Lebensmittel, so schätzen die Autoren des Berichts auf der Grundlage eines Produktkorbs, sind von 2002 bis Februar 2008 um 140 Prozent in die Höhe geklettert.

    Höhere Energie- und Düngemittelkosten hätten nur einen Anteil von 15 Prozent gehabt,
    75 Prozent gehen auf Kosten des Biosprits. In den USA geht bereits ein Drittel des Getreides in die Erzeugung von Ethanol, in der EU wird die Hälfte der pflanzlichen Öle für Biodiesel verwendet. Es wird nicht nur Getreide für Sprit verwendet, sondern auch zunehmend mehr Land für die Treibstoffherstellung genutzt. Dazu kommt die Spekulation (Spekulationsverbrecher) an der Börse. Alle drei Faktoren, die bislang nicht in einen Zusammenhang gebracht worden seien, treiben die Preise in die Höhe.
    Hier nachzulesen

    Wie gesagt: Merkel hat hier vom Tuten und Blasen keine Ahnung. Vor allem Letzteres 😉

    Gefällt mir

  6. Hallo Tom,

    interessanter Bericht. Selbst wenn der Lebensmittelanstieg der letzten Jahre nur um etwa 50% auf die erhöhte Nachfrage nach Biosprit zurückzuführen ist, wäre es es schon beträchtlich.

    Mit freundlichem Gruß

    Noel König

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s