Rotten Neighbours – Verottete Nachbarn

Wer hat’s erfunden? Die Deutschen wäre meine spontane Antwort. Doch ich werde „enttäuscht“ , denn es war der Amerikaner Brant Walker der meinte, dass es eine unheimlich tolle Idee sei, die Möglichkeit zu schaffen, den Nachbarn anonym an den digitalen Pranger zu stellen. So sagt der Gründer & Betreiber:

Die Zielsetzung von Rotten Neighbours ist, das wachsende Sicherheitsbedürfnis der Menschen auch am Immobilienmarkt zu befriedigen.

Nun, ich habe mich bereits im Kommentarbereich meines Beitrages „Nachbarschaft in Deutschland“ zu diesem Web2.0-Anscheißer-Tool geäußert und zitiere mich ausnahmsweise mal selbst:

Gutes Beispiel, welch bizarre Blüten das sogen. Web2.0 manchmal hervorbringt. Bei dieser Seite bekommen die Berufsdenunzianten wahrscheinlich feuchte Augen. Habe mir dieses hirnlose Treiben schon angesehen. Mein Fazit: Virtuelles globales Idiotentum.

Zumal Spiegel TV vorgestern darüber berichtete und sich dabei heraustellte, dass viele Behauptungen schlichtweg falsch sind, wodurch oft unbescholtene Bürger zu Unrecht entblößt werden. Wie paßt das zu einer Gesellschaft, die sich auf christliche Grundwerte beruft? Wie heißt es noch? Du sollst kein falsches Zeugnis über deinen Nächsten ablegen?

Auch Datenschützer haben zurecht Bedenken, denn das Haus des angeschwärzten Nachbarn wird auf Google-Maps rot markiert, der Standort ist dadurch weltweit einsehbar genauso wie die von Unbekannt hinterlassene Beschuldigung.

Google-Maps Europakarte: BundesrepublickDenunziantenland scheint europaweit vorne zu liegen (Screenshot 29.07.2008 Rotten Neighbours) :

Die Ansicht täuscht natürlich durch die große Entfernung. So dicht wohnen die „verotteten Nachbarn“ nicht beieinander, es gibt noch viele weiße Flecken auf der Landkarte, das stellt man beim ‚ranzoomen fest.
Auch wenn ihr nichts Böses getan habt und ein scheinbar gutes Verhältnis zu euren Nachbarn. Schaut lieber mal bei rottenneighbor.com nach, (oben rechts auf der Startseite eure Adresse eingeben, durch Komma getrennt, am Ende das Land) vielleicht ist auch euer Haus schon rot markiert, vielleicht wird auch euer Name durch den Schmutz gezogen. Ihr wißt ja:
Überall lauert der ganze große Anschiß!

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38 Kommentare zu “Rotten Neighbours – Verottete Nachbarn

  1. Da zeigt sich wieder der geistige Vefall (nicht nur) der us-amerikanischen Gesellschaft. Verdienen werden daran auf Dauer die Rechtsanwälte.

    In Köln ist übrigend das gefährlichste Gebäude überhaupt mit einem grünen Haus gekennzeichnet.

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  2. Oha, man lebt gefährlich! Wenn ich noch ein paar Vorurteile rauskramen dürfte: zum Glück sind die bösesten Lästermäuler (Ältere) eher weniger im Internet und schon gar nicht im Web 2.0 unterwegs und deswegen ist die Gefahr geringer.
    Allerdings ist das wahrscheinlich das Zielpublikum von Spiegel TV…

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  3. hab auch grade mal geguckt und festgestellt, im umkreis sind einige rote häuser. wenn man draufklickt, fühlt man sich bei den eintragungen dann eher an „lasse red’n“ von den ärzten erinnert…

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  4. @GayDissenter:

    Willkommen im Blog! Es stimmt, das eigentliche Problem ist die Gesellschaft und nicht die Plattform „rotten neighbours“. Der Betreiber nutzt nur diese Mißstände gewinnbringend aus. In der obengenannten Fernsehsendung wurde erwänt, dass die Chancen auf Klage für die Betroffenen in Deutschland gering sei, da sich sowohl Server als auch Betreiber in den USA befinden. Ich kann das nicht beurteilen.
    Das gefährlichste Gebäude in Köln? Der Kölner Dom? 😉

    @Julia

    Prinzipiell gebe ich Dir recht, aber der Fernsehbericht dürfte dieser Seite einigen Zulauf aus Deutschland beschert haben, obwohl er insgesamt kritisch war.

    @500beine

    Ebenfalls willkommen! Damit bist Du jedenfalls auf der sicheren Seite 😉 Wenn man sich selbst mit anscheißt, gilt man als unverdächtig.

    @wortman
    Mitleidig belächeln und weitergehen. Oder: Lasse red’n , denn ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert 🙂

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  5. Jo, ich denunziere meine Nachbarn lieber in der Kneipe und im Supermarkt. Es macht vielmehr Spaß, die Reaktionen der übrigen Leute live mitzuerleben. 😉

    Trotzdem schau ich gleich mal nach, was man so über einen unebscholteten Bürger wie mich schreibt. Danke für den Hinweis. 😉

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  6. @nicky75

    Auf der Startseite von rottenneighbour.com ist oben rechts das Adressfeld. Dort gibst Du Straße, Ort (mit PLZ) und das Land (hier:Germany) ein. Alles durch Komma getrennt. Dann erhältst Du eine Karte (Google-Maps) mit Draufsicht auf die angegebene Adresse. Mit „Zoom out“ kannst Du den weiteren Umkreis noch „angeschissenen Nachbarn“ (als rote Häuschen makiert) absuchen.

    Gruß

    tom

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  7. @ tom

    Danke für die Willkommensgrüße. Am Donnerstag berichtet die ‚Aktuelle Stunde‘ des WDR-Fernsehens recht ausführlich über rottenneighbor. Damit dürfte die Seite auch hier in der Region einigen Aufwind erhalten… 😦

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  8. Am 11.August hatte RTL beim Mittagsmagazin Punkt12 auch ausführlich darüber berichtet. Ich erfuhr es erst später, ich hatte mich abends schon über den ungewöhnlich hohen Besucherstrom auf meinem kleinen Blöglein gewundert.
    Man erzählte mir, dass in der Sendung von einer Mutter berichtet wurde, die durch einen unbekannten Nachbarn verleumdet wurde, indem er sie der Kindesmisshandlung beschuldigte. Es war für die junge Frau ein harter Schlag als RTL sie mit dieser Anschuldigung konfrontierte. Sowas tut einer Mutter weh.
    Wenn man wirklich helfen will, kann man Misshandlungen von Kindern beim Jugendamt melden, aber nicht bei rottenneighbor 👿
    Wenigsten erreichte RTL beim Seitenbetreiber (Brant Walker) das dieser Lügeneintrag gelöscht wurde. Gerichtl. Schritte einzuleiten scheint schwierig, weil der Server in den USA steht.

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  9. Schön daß es sowas gibt.Endlich!!
    Nachbarn anscheißen und die anderen bekommen es mit.
    Nun haben meine Ex Freundinnen nichts mehr zu lachen, und meine Professoren, die mir schlechte Noten gegeben haben, auch nicht.
    Wenn ich danach immer noch schlechte Noten bekomme, werde ich ihn eben als Sexualverbrecher anscheißen..der wird sich wundern,aber selber schuld!!
    Ganze Stadtvierel werde ich denunzieren und dafür sorgen, daß da niemand mehr einkaufen und erst recht niemand mehr hingeht.Ich könnte meinen Arbeitgeber denunzieren, damit ich mehr Geld bekomme, meine Eltern, wenn die mich im Studium nicht unterstützen, und so weiter..
    Schade nur, daß diese Seite jetzt erst kommt..
    Der kleine symphatische Rattenfänger aus Braunau wäre davon sicher begeistert gewesen…wieviel mehr Menschen hätten umgebracht werden können.
    Die DDR hätte die teure Stasi nicht gebraucht und hätte das Geld für andere schöne Sachen ausgeben können.
    Aber ich bin mir sicher, daß findige Leute auch heute dafür eine Verwendung haben
    Einziger Kritikpunkt:
    Moralisch ist das alles ein klein bißchen verwerflich. Aber was soll das Gerede von Moral, wenn es um Sicherheit und Wahrheit. Moral stört dabei.
    Nun muss ich Schluss machen und überlegen, wen ich fertig mache..
    Sehr schön gemacht, Ami!! 100 Punkte.

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  10. Mich hat ebenfalls die Neugierde gepackt und ich bin ganz froh, dass ich nicht auf dieser Karte auftauche. Bewertungssysteme finde ich eigentlich ganz praktisch, allerdings nur, wenn es sich um fachspezifische Dinge handelt wie die Bewertung eines Hotels oder gar eines Lehrers. So lange die Bewertung fair ist und nicht persönlich wird, kann sie anderen sehr von Nutzen sein. Meinen Nachbarn kann ich aber nicht ohne persönlich zu werden in „Guter-Nachbar-sein“ bewerten. Unglaublich…

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  11. Schade ich kann überhaupt nicht auf die Seite zu greifen.
    würde mich doch interessieren was die Leute so über mich labern… oder eben auch nicht…:)
    Nicht das man mich vergisst, dann werde ich mich gleich selber denunzieren…

    Ansonsten halte ich es wie Die Ärzte `Lasse Redn´

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  12. Ich Dneke einmal, dass jeder, der auf die Idee kommt seinen Nachbarn auf diese Art und Weise vorzuführen, ganz sicher der größere Drecksack ist.
    Unpersönlich über das Internet irgendwen anschwärzen, wo kommen wir denn da hin?
    Jeder X- Beliebe Arsch kann hier seinen Frust los werden.
    Freundin hat denjenigen verlassen und Zack, wird Sie als Hure, Schlampe oder dergleichen dargestellt.
    Also Finger von dieser Unglaubwürdigen Plattform in denen sich frusttrierte Schwachköpfe treffen.

    In dem Sinne

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  13. ich würd auch gern meine region rot färben, brauche keine neuen nachbarn, meine nachbarn sind toll und die gönne ich keinem anderen 🙂
    bin da ganz egoist 😉

    @topic: tolle seite aber wohl eher unter kategorie „Fun“ einzustufen.

    so long

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  14. Hach, was für Möglichkeiten! Da könnte ich endlich … nee, würde ich nicht machen. Ist zu billig. Ich erwarte eher, dass ich als Objekt der muffigen Nachbarschaftsrache drin stehe.

    Jetzt ist die Seite wohl offline. Das ist verständlich, wenn Deutschlands Privatsender darauf hingewiesen haben. Deren Zuschauer nutzen wahrscheinlich massenweise die Werbepause zwischen einer nachmittäglichen Schreischau mit gepiercten Zwölfjährigen (denen Mama nicht genügend Geld für Zigaretten, Alkopops und Klingeltöne gibt) und dem Letzten aus dem Strapsgericht (nur abwarten, der schwule, nichteheliche Zeuge des transsexuellen Opfers taucht bestimmt noch unerwartet auf!) zu einer pointierten Aussage über die spiessigen Ärsche von gegenüber. 😉

    -Frank

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  15. Ich halte sowas auch für vollkommenen Schwachsinn, weil hier einfach zu viel Schindluder damit getrieben werden kann.

    Andere zu denunzieren, aus Langweile , Rache oder anderen Gründen sollte keinen Platz bei uns haben.
    Wer ein Problem hat, kann sich an Stellen des Staates wenden, wie zb. die Polizei.

    Aber das die Menschen im Spiegel TV Bericht klarerweise nicht sagen werden, ja ich bin eine Schlampe die alle bescheisst und drogen nimmt ist ja wohl klar 🙂
    Obwohl in diesem Fall hat sie es ja eh gesagt: Hin und wieder (Drogen), und bin auch kein Moralapostel soll sie.

    Im großen und ganzen, vieleicht gut gemeint vom Betreiber, aber wenn
    dann sollten sich die Anschwärzer auch richtig deklarieren.

    Und das werden die wenigsten, dann tun. Weil darunter versteh ich, nicht irgendeinen namen einzugeben, sondern nachprüfbare Fakten.
    Damit auch klar ist, das es von dieser Person verfasst wurde.

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  16. Pingback: Crime Mapping anstatt Rotten Neighbors « The Gay Dissenter

  17. rotten neighbours – wieder ein weiterer brick in the wall, den die NWO aufbaut, um die Bürger in der bald von der Herrschaft erwünschten Neigung zu üben und zu testen, ihre Mitmenschen zu bespitzeln, zu diffamieren und anzuschwärzen und an die Staatsmacht auszuliefern.

    Und der dumme Bürger merkt es nicht einmal, daß ihm auch hiermit wieder der Anstand noch weiter abtrainiert werden soll.

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  18. Ich finde es gut dass es endlich eine so interessante seite auch in deutsch gibt.ich bin mein leben lang allein selbstständig im beruf tätig.ich mache mir für jeden cent den buckel krumm.die harz 4 empfänger (jedenfalls der grösste teil)nutzen den staat aus un gehen schwarz malochen.die machen mehr kohle weil sie sich um die grundsicherung keine gedanken machen müssen.von solchen leuten bekommt man noch doofe bemerkungen.ich muss für den „LUXUS“ arbeiten und die sozialhilfeempfänger hängen vorm pc die kinder haben pc playstation un man sieht premiere trinkt kokakola und raucht marlboro.man kleidet sich in marken!diesen sozialschmarotzern geht es jetzt an den kragen denn die behörden schlafen nicht und kontrollieren das internet.ich finde das ist gerecht denen gegenüber die arbeiten gehen und ihre steuern zahlen.auch wenn sich männer an ihren frauen vergehen und sie verprügeln.solls doch jeder wissen!intregante nachbarn hier nennen ist auch in ordnung.die meisten leute wissen garnicht was der bekannte von der strasse in wirklichkeit zuhause treibt.kurz:ich liebe diese seiten.auf gute nachbarschaft und ein herzliches glück auf !

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  19. Ach herrje, eine Neiddebatte von „oben“ ?

    Wer derart pauschalisierend Hartz4-Empfänger als sozialschmarotzende Schwarzarbeiter diffamiert, befindet sich mit jenen motorisierten Grenzposten, die sich auf Plattformen wie „rotten neighbors“ als verleumderisch denunzierende Blockwarte betätigen, in bester Gesellschaft.

    Hier kann man übrigens mehr über Sozialschmarotzer erfahren,…

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  20. von wegen,NEID!solchen leuten sollte man manieren beibringen und vielleicht lernen sie auch mal ein pflichtbewusstsein gegenüber unserer demokratischen gesellschaft zu entwickeln.diese barfüssigen subjekte passen einfach nicht ins bild einer modernen gesellschaft.in den usa werden solche leute in arbeitslager gesteckt.aber wie das nun ebend mal so ist! bis diese sache über den grossen teich gekommen ist wird wohl noch einige zeit vergehen.mit bedauern muss ich feststellen das man da noch einiges lernen muss und sich noch vieles absehen kann.in der ddr hats gut funktioniert.nur schade das man das nicht mit in den grundlagenvertrag aufgenommen hat.ich habe europa bis petersburg bereist und habe gesehen wie kinder vin sozialschmarotzern auf der strasse leben und ums überleben kämpfen.alle hatten ein asoziales zuhause und wollten nur raus.soll das so weiter gehen ?????

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  21. @ Golalokus

    Was hat das jetzt noch mit dem Thema des Artikels zu tun?

    Zum letzten Mal „Off Topic“:
    Arbeitslager gab es u.a. im dritten Reich bei den Nazis. (Arbeit macht frei) Den Letzten der über Arbeitslager phantasierte, traf ich in einem Pflegeheim, ein alter Greis, er trug eine Jogginghose, saß apathisch vorm Fernseher und sabberte,…

    So, jetzt beim Thema bleiben, sonst wird die Löschtaste mein bester Freund 😉

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