Gay West kann dem Kolonialismus auch gute Seiten abgewinnen

Lieber Adrian, bei allem Respekt, aber manchmal sollte man vielleicht zweimal überlegen, bevor man seinen Gedankenschrott in die Blogosphäre ablädt. Unter der Überschrift „Warum Kolonialismus manchmal gar nicht mal so schlecht ist“ steht folgendes zu lesen:

Die in der Karibik gelegenen Niederländischen Antillen haben bei der Judikative des Mutterlandes Protest eingelegt, weil sie auf ihren Inseln um gar keinen Preis die in den Niederlanden legalisierte Ehe für gleichgeschlechtliche Paare anerkennen wollen. Die Antillen berufen sich dabei auf ihren Autonomiestatus, der es ihnen erlaube, gewisse Eigenheiten zu pflegen.

Und auch wenn

Experten erwarten, dass die Antillen-Regierung kaum Aussichten auf Erfolg haben wird

könnte man sich den ganzen homophoben Hickhack sparen. Wie wäre es zum Beispiel, den Niederländischen Antillen ihren Autonomiestatus abzuerkennen und sie wieder vollständig nach Amsterdam zu integrieren? Quelle: Gay West

Adrian sei daran erinnert, dass die Kolonialherren der sogen. westl. Welt, welche sich selbst für kulturell höherwertig hält, bereits in der frühen Neuzeit damit begann die Homophobie durch ihre christlichen Missionare in die Welt hinauszutragen.

Die Kolonialzeit mit dem einhergehenden Völkermord ist ohne Zweifel eine der dunkelsten Epochen der europäischen Geschichte, wie diese Liedzeilen andeuten:

Es legten große Schiffe irgendwo in Afrika an, sie nahmen die Menschen mit und steckten Hütten in Brand und es war nicht irgendjemand, sondern der schlaue weisse Mann. (…)
Sie töteten und mordeten ohne Sinn und Verstand, die Parasiten und der Schmerz hält noch immer an. (…)
Jedes Fürstenhaus wollte Gold und Sklaven haben und alle sind sie in die weite Welt hinausgefahren, haben geplündert okkupiert, nach Schätzen gegraben, Weisheit zerstört und Krankheiten übertragen, Frauen vergewaltigt und das in Gottes Namen, damit die Heidenkinder einen Christenvater haben (…)
(Songtext: Ganjaman – Christoph Columbus/Santa Maria)

Ich kann dem Kolonialismus nichts aber auch gar nichts Gutes abgewinnen, genausowenig wie dem 3.Reich und dem Holocaust, der an den Juden begangen wurde.

Zweifelsohne ist der Schwulenhass in vielen Kulturkreisen ein riesiges Problem. Aber hat nicht unsere westl. Welt, welche die moralisch höchste Reinheit vielfach für sich beansprucht, dieses Problem erst geschaffen oder zumindest einen großen Anteil daran?

So sehr ich die gesetzl. Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen überall, also auch auf den niederl. Antillen begrüßen würde, so wenig bin ich der Auffassung, dass man das durch Rekolonialisierung erreichen kann, zumal durch aufgezwungene Gesetze die Homophobie aus den Köpfen der Menschen nicht verschwindet.
Oder wie hat sich das Adrian von Gay West vorgestellt? Soll der „primitive Neger“ dem man über Jahrhunderte die christlich-westlichen Grundwerte eingeprügelt hat, nun wieder umerzogen werden?

400 Jahre – Gleiche Philosophie 👿

P.S. Übrigens der Regierungssitz der Niederlande ist Den Haag 😉

Passt zwar nicht ganz zum Theme, ist aber in diesem Zusammenhang lesenswert:
Die Heteronormalisierung der islamischen Welt

2 thoughts on “Gay West kann dem Kolonialismus auch gute Seiten abgewinnen

  1. Obwohl wahrscheinlich ironisch gemeint, trifft die Selbstbeschreibung von Adrian (Hervorhebungen von mir) den Nagel auf den Kopf.
    Darauf braucht man nicht wirklich zu antworten, oder? Das sagt doch alles! Mehr wollte ich gar nicht 😉

    Wie soll man auch mit einem regressiven Rechten diskutieren, der, in einer Ego-Blase lebend, seine gesamte politische Einstellung offensichtlich nur über seine sexuelle Neigung definiert? Damit wurde beispielhaft eine weiteres Klische über Schwule widerlegt: Sie sind grundsätzlich auch nicht toleranter und weltoffener als Heteros.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s