Rotten Neighbours jetzt auch in deutscher Version

Es war zu befürchten: Rotten Neighbours gibt es jetzt auch in deutsch! Nachbarn bewerten nennt sich die deutschsprachige Variante und ist unter Nachbarn1bis6.net erreichbar. Bei Eingabe der URL, landet man auf der Startseite, eine Registrierung ist erforderlich. Das Registrierungsformular verlangt nur die Eingabe der eMail-Adresse. Erst nach erfolgter Anmeldung ist Einblick ins Forum möglich. Laut Impressum ist der Verein für soziale Aufgaben in Brandenburg e.V. für diese Seite verantwortlich. Wenn es nach dem Schema wie beim Original rottenneighbor.com abläuft, wäre das blanker Zynismus, denn ein anonymer „Nachbarschafts-Anschiss“ wäre wohl eher asozial!

Das Denunziantentool 2.0 welches in den USA scheinbar sehr „erfolgreich“ ist, wurde in letzter Zeit reichlich in den deutschen Medien (TV & Print) gehyped, zuvor war es hierzulande relativ unbekannt. Seit der medialen „Werbung“ nahmen deutsche Einträge deutlich zu. Folgerichtig war es nicht anders zu erwarten, dass man nun im deutschsprachigen Raum an diesem Hype partizipieren möchte, zumal speziell in Deutschland eine nachbarschaftliche Streitlust reichlich vorhanden ist.

Ist dieses meist verleumderische öffentliche Denunziantentum eine moralische Bankrotterklärung der offenen Gesellschaft?

[Nachtrag: 12.07.2009] Die Domain Nachbarn1bis6 wird inzwischen anderweitig genutzt. Die gleichnamige Anschwärzseite existiert nicht mehr. Dafür gibt es jetzt nachbarvz 😦

[update 01.04.2010] rottenneighbor2.0 ist da! Für alle! ->rottenneighbor2.0

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57 Kommentare zu “Rotten Neighbours jetzt auch in deutscher Version

  1. Seine Nachbarn aus dem Hinterhalt anzuschwärzen ist sicher eine miese Art und Weise. Im Normalfall sind diese aber erwachsen und sollten damit umgehen können. Was man bei diversen Foren für Schüler sieht, geht aber in die gleiche Richtung und trifft Kinder.
    Wie die solche Hetzattacken verkraften und damit umgehen steht auf einem anderen Blatt.

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  2. Es sind ja nicht nur Nachbarn, die man auf solchen Portalen „anschwärzt“, sondern auch Menschen, die ganz woanders wohnen und oft überhaupt nicht dem entsprechen, was dort über sie verbreitet wird. Oft genug denkt man sich einfach besonders fiese Dinge über Personen aus, einfach um denen eins auszuwischen oder vielleicht dem Geschäft eines lästigen Konkurrenten zu schaden oder einem Ex-Partner, Vorgesetzten oder Lehrer oder wem auch immer.

    Solche Denunziantenportale gehören in den Sondermüll und wenn der Müll für deutsche User geblockt wird, ist es auch gut so!

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    • Das gleiche gibt es bei Quipe.de, hier werden Geschäfte in den Dreck gezogen, wenn es nicht dem persönlichen Geschmack des Betrachters entspricht.
      Das ganze web ist hierfür eine geeignete Plattform, um anonym – oder feige – seine Meinung kund zu tun.

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    • @Sandra,

      Wer oder was ist quipe?

      Mal abgesehen von quipe: Auch diese Medaille hat 2 Seiten. Es gibt auch Geschäfte, die nicht durch den Schmutz gezogen werden müssen, sondern per se dreckig sind –> In Fällen wie hier und hier finde ich es gut und richtig Roß und Reiter zu nennen, um weitere mögliche Opfer vor mieser Abzocke zu warnen und evtl. davor zu bewahren.

      Man muss das Ganze differenziert betrachten, nicht immer handelt es sich um Denunziantentum oder Rufschädigung, wie bei den „Nachbarschafts-Anschiss-Seiten“

      Windige Geschäftsleute agieren auch oft anonym (Briefkastenfirmen, Falschnamen)

      Allerdings gebe ich Dir dort Recht, wo Geschäfte (Shops) fälschlicherweise schlecht bewertet werden, man sollte schon substantiell begründen können, anstatt einfach nur Behauptungen abzusondern.

      Gruß

      tom

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  3. Und nun ist wieder etwas auf dem „Markt“ des Denunziantentums :

    mywot.com erlaubt es jedermann und zu jeder Zeit, diffamierende Äußerungen über Webseiten ins Netz zu stellen.

    Wenn man das richtig organisiert macht, wird dann die betreffende Seite mit einem „Warnhinweis“ versehen und die Kommentare sind öffentlich lesbar.

    Schnell werden völlig unverfängliche Seiten zu denen von Abmahnbetrügern, Abzockern usw.

    Niemand will dem Einhalt gebieten, “ es ist doch informativ“

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  4. Ist schon richtig, daß Rotten…. beendet wurde !
    Diese ganzen unüberprüfbaren und meist auch schmutzigen Vorwürfe gegen unbescholtene Mitmenschen, gemacht von feigen Kommentatoren, die natürlich anonym blieben, gehörte der Sperrriegel vorgeschoben ! Ich hatte mir diesen Dreck mal angeschaut, als es noch möglich war: Ätzend !

    Es ist schon ein unglaublich schiefes Rechtsverständnis, wenn jemand so etwas unter der Rubrik „Freiheit“ verbuchen will.

    Denunziantenpack gehört der Garaus !

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  5. Im Prinzip finde ich die Idee von Rotten Neighbor nicht schlecht, denn sie verhindet, daß man unangenehme Überraschungen erlebt. Um niemand persönlich an den Pranger zu stellen ( zumal die Bedürfnisse auch sehr unterschiedlich sind; der eine mag es laut und fröhlich, der andere ist sehr ruhebedürftig ), fände ich es jedoch besser, das Ganze etwas anonymer zu gestalten. Sprich: Man beschreibt sein Wohnumfeld oder Stadtteil, jedoch ohne zu kennzeichnen, in welchem Haus nun die Tratschtante und in welchem der nachts herumgrölende Besoffski wohnt und erst recht ohne Namensnennung. Es reicht ja zu wissen, daß es dort solche Leute gibt. Außerdem – gibt’s denn kein Forum, in dem man etwas Positives über seine Nachbarn schreiben kann? Denn zum Glück überwiegt auch hier die Zahl der Netten die der Unsympaten.
    Ich schildere jetzt mal die Gegend, in der ich wohne (Stegerwaldsiedlung, zwischen Köln-Deutz und -Mülheim) so, wie ich sie in ein solches Nachbarschaftsforum stellen würde, um sie jemand zu beschreiben,der hierher ziehen möchte:
    Schön finde ich, daß die Häuser hier nicht dicht an dicht stehen, sondern das Ganze durch große Grünflächen aufgelockert ist. Oft kann man hier Eichhörnchen und Kaninchen beobachten, und einmal sah ich sogar ein Entenpärchen über die Wiese watscheln.
    Mit Ärzten sind wir auch gut versorgt; es gibt ein großes Hausarztzentrum sowie zwei Zahnärztinnen.
    Negativ finde ich fehlende Einkaufsmöglichkeiten. Gut, es gibt einen Schlecker, eine Apotheke, eine Bäckerei… aber als Lebensmittelgeschäft nur den Penny, wodurch ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind und mal eben in benachbarte Stadtteile fahren können, keine Möglichkeit haben, Angebote zu vergleichen.
    Ferner gibt es zwar 3 Kioske, aber keine Kneipe oder Gaststätte.
    Für die Kinder gibt es 3 Spielplätze, für die Jugendlichen das TeenTown ( dennoch scheint es für einige von ihnen ein interessantes Freizeitvergnügen zu sein, nachmittags und abends auf der Straße herumzustehen, na gut, wenn sie meinen, jedem das Seine… ), aber nichts, wo sich auch die „Junggebliebenen“ treffen können, wenn sie nicht gerade einen Kurs im Familienbildungszentrum besuchen.
    Vielleicht hat eines der beiden größeren Hotels die Möglichkeit, einmal im Monat Disco / My Generation Parties zu machen?
    Hier lebt eine kunterbunte Mischung an unterschiedlichen Menschen, was sich nicht ausschließlich auf den Mix an Nationalitäten bezieht, sondern auch auf unterschiedliche Generationen und Berufe. Es scheinen einige sympatische und interessante Leute dabei zu sein, schade, daß man einfach nur so nebeneinander her lebt und sich nicht kennenlernt, aber ich kann ja auch keine wildfremden Menschen auf der Straße anquatschen und fragen, ob sie z.B.Lust haben, mit zu McFit oder ins Schwimmbad zu kommen, eine Fahrradtour zu machen, zu grillen….
    So kenne ich nur wenige. Eine kenne ich jedoch auch, auf deren Bekanntschaft ich lieber verzichtet hätte, da sie garantiert immer etwas zu meckern und zu keifen findet. Sollte gerade mal keiner die Wäsche zu lange auf dem Speicher hängen haben, zu laut Musik hören oder seinen Kinderwagen in den Weg gestellt haben, sucht sie irgendeinen Grund und findet ihn auch.

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