Rotten: Fiese Mieter und miese Vermieter

Vermieter Manni hat unter meinem Beitrag Rotten Neighbour – Verottete Nachbarn einen Kommentar hinterlassen, der seine Mieter alt aussehen lässt:

Werde zwar keinen anschwärzen oder übel nach reden,
aber sauer darf man auch sein, wenn man drei Mieter hat die mir die Miete seit Monaten nicht mehr bezahlen und nur mit Räumungsklagen aus den Wohnungen zu bringen sind.
Der Schaden beläuft sích nach Besichtigung der Objekte meistens aufs dreifache, ohne Gerichts und Rechtsanwaltskosten.
So erbärmlich verschmutzt und verdreckt sind diese Wohnungen- also wertlos!!
Man glaubt und vertraut auf Menschen die wahre Schauspieler sind!!
Traurig, dass man sich auf sein eigenes Gespür nicht mehr verlassen kann.
Man lernt daraus, alles mit Aufpreis für die Mieter! Eine Firma wird bestellt, die mir mit Sicherheit und Garantie meine Mieten einholt.
Genau jenes ist so traurig, dass keiner Respekt vor fremden Eigentum hat.
Jeder kann sich eine Wohnung kaufen, mit Sparsamkeit und fleißiger regelmäßiger Arbeit.
Ich hatte auch nicht mehr!!!

Parasitäre Mietnomaden verhalten sich asozial, ich kann Mannis Ärger verstehen, allerdings zeichnet er hier nur ein einseitiges Bild, welches ich gerne abrunden möchte.

Ein guter Bekannter, selbst Vermieter gab mir einmal den wohlmeinenden Rat: „Wenn Du auf Wohnungssuche bist, wähle deine Vermieter mit Bedacht aus, die wollen die Mieter alle nur abzocken, ich muss das ja wissen, ich bin ja selbst einer.“ Er hatte recht.

Ich habe ja schon verschiedene Unterkünfte bewohnt, mit einer Ausnahme waren immer die jährlichen Betriebskostenabrechnungen fehlerhaft! Diese (bewusste) Falschabrechnung scheint Systematik zu haben, schon seltsam, dass man sich immer zu ungunsten des Mieters „verrechnet“ oder nicht? Die Ausnahme muss ich aber lobend erwähnen. Ich hatte mal eine nette ältere Dame als Vermieterin, die auch im selben Haus wohnte. Sie machte die Betriebskostenabrechnung immer per Hand mit sauberer Schrift, Kugelschreiber auf Rechenkästchen-Papier (DIN A4). Die gute Frau brachte mir die Abrechnung stets persönlich an die Tür, immer bekam ich etwas ‚raus, bar auf die Hand, abgezählt bis auf den letzten Pfennig! Da freute ich mich immer wie ein kleiner Junge, das war wie das 2.Weihnachten im Jahr. Vermieter bzw. Wohnungsverwaltungen, die Computer und moderne Software anwenden, können zwar ihre kalten Zahlen akkurat auf Druckerpapier aufreihen und mit tollen Tabellen präsentieren um der Abrechnung einen professionellen Touch zu verleihen, aber schlussendlich ist die Berechnung meist inkorrekt bzw „frisiert“! Ich finde das infam und hinterhältig, die Leute haben an den ständig steigenden Energiekosten schon genug zu knapsen.

Ein weiteres Problem sind unrechtmässige Mieterhöhungen, die der Vermieter nicht selten mit Druck und Drohungen durchzusetzen versucht.
Ich kann nur jedem raten dem Mieterschutzbund beizutreten, so kann der Mieter seine Rechte besser wahrnehmen.

Abraten würde ich, eine Wohnung zu beziehen, wo der Hausbesitzer ebenfalls im selben Haus oder in der Nähe wohnt. Viele Vermieter stellen sich oftmals als Stalker, Mobber, Denunzianten oder Schnüffler heraus. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung und Erlebnissen aus dem persönlichen Umfeld. Mir ist auch ein Fall bekannt, wo ein Wohneigentümer, damit drohte Russen anzuheuern um die Mieter aus dem Haus zu prügeln, obwohl diese ihre Miete immer pünktlich bezahlten. Anlass war lediglich eine banale Streitigkeit. Die betroffene Familie hat übrigens genug Probleme, denn sie hat ein behindertes Kind. Asoziale Subjekte gibt es also auch unter den Vermietern, jemand der derart drohende Verbaljauche gegen eine solche Familie absondert – ich muss es so deutlich schreiben – ist ein Arschloch im Quadrat! (Zu diesem Fall später mehr in diesem Blog)

Eines noch zu „Manni“ : Die Zeiten, in denen sich jeder durch harte ehrliche Arbeit eine eigene Wohnung kaufen kann sind längst vorbei. Hier in Deutschland nimmt die Zahl der Niedriglohnjobs ohne vertraglich garantierte Langzeitperspektive rasant zu. Die Typen, in feinen Anzügen, die sich selbst Regierung nennen, bezeichnen das als „Beschäftigungserfolg“. Der prekär Beschäftige wird sich niemals ein Eigenheim leisten können, denn das was er bekommt (ich wollte erst „verdient“ schreiben, aber das wäre unpassend) ist unter dem, was man in Deutschland als lebensnotwendiges Minimum definiert. Ein Eigenheim zu besitzen wird also immer mehr zum Privileg einer Minderheit, wenn die Entwicklung so weiter verläuft (Finanzkrise, Lohneinbußen Arbeitslosigkeit), gilt das bald auch für das Auto.

Die Streitigkeiten und zunehmenden Agressionen zwischen Nachbarn, Mietern und Vermietern (c.a. 400.000 gerichtl. Auseinandersetzungen jährlich in Deutschland) ist auch ein Zeichen für die Verwerfungen in einer Gesellschaft, die scheinbar fortschreitend verottet.

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