Wie geht es Dir, Mama?

Wie geht es Dir Mama? Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen. Manchmal telefonieren wir, Du sagst, dass es Dir täglich schlechter geht, ich mache mir große Sorgen um Dich Mama.

Ich komme aus Dir. Vor langer langer Zeit verließ ich Dich, seitdem habe ich mich sehr verändert. Blass bin ich geworden, meine Haare sind auch ganz anders – Sie nennen es Evolution – und trotzdem hast Du mich sofort wiedererkannt, einen Deiner vielen verlorenen Söhne mit wärmender Herzlichkeit umarmt.
Sie haben Dich mir entfremdet, sie haben Dich verleugnet und verborgen, doch ich suchte und fand Dich. Sie haben Dich ausgeraubt, vergewaltigt und millionenfach ermordet, doch Du bist immer noch da, immer noch wunderschön, trotz Deiner tiefen Narben.
Bald komme ich Dich wieder besuchen, versprochen. Bis bald Mama Afrika.

Dein Sohn, Mensch

11 thoughts on “Wie geht es Dir, Mama?

  1. Die Muse ist feminin, nicht wahr? Vom Weiblichen lasse ich mich gerne küssen😉
    Diese Zeilen sind allerdings nicht mehr frisch, die „Tinte“ längst getrocknet, erstveröffentlicht am 21.Nov 2008. Ich habe den Status dieses Blogbeitrages auf „sticky“ gesetzt, so holt man ältere Einträge wieder nach oben und bekommt eventuell neue Kommentare, hat ja prima geklappt, Danke dafür🙂

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    • „Sticky“ bedeutet klebrig, meint dass ein Artikel oben auf der Startseite fixiert wird, unabhängig von der sonst üblichen umgekehrt chronologischen Sortierung. Wenn Du Dich Im Editor Artikel bearbeiten/erstellen befindest, siehst Du rechter Hand den Reiter „Publizieren“, darunter befindet sich der Menupunkt Sichtbarkeit, hier kann die Option „sticky“ bzw „Artikel auf der Startseite halten“ gewählt werden. Alles Roger?

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    • Ja, ja, meine Englischkenntnisse könnten besser sein😉
      Danke. Habe es gefunden. Und wieder was gelernt.🙂 Eine praktische Funktion. Hatte gestern aufgrund eines Posts einen alten Beitrag bei mir gesucht. Ist ja schon spannend, was man manchmal auf seinem eigenen Blog so findet.

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    • Ja, stimmt. Als ich heute durch meine mittlerweile über 700 Blogeinträge stöberte, fand ich die Mama-Afrika-Geschichte und hielt es für eine gute Idee, die mal unterm Header zu nageln, zumal ich vermutlich keinen Stammleser habe, der seit Beginn dieses Blogs dabei ist und wer durchforstet schon das Archiv?. Die „Sticky-Posts“ sehen übrigens bei den verschiedenen Blogthemes unterschiedlich aus. Bei Dir wäre so ein Post grau unterlegt, bei mir ist er durch ein eher unauffälliges „Empfehlungen“ überschrieben. Über mich selbst lachen musste ich bei dieser Geschichte🙂
      Jaja, ich hab‘ schon manchen Scheiß geschrieben:mrgreen:

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  2. Hallo Tom, Mama hat gerade Besuch bekommen, mit vielen Stiften, Heften, T.Shirts und einem großen Eimer Tafelfarbe, damit die Kinder der Baraka Primary School die Aufgaben an den Tafeln wieder besser lesen können. Ein erster Anfang ist gemacht, demnächst wird eine Bibliothek durch amerikanische Hilfe in Angriff genommen. Gleichzeitig ist von mir Entwurf für ein neuen Essenraum und Küche mit geflogen, den wir im kommenden Jahr in Angriff nehmen werden, ca. 15.000 Euro müssen wir bis dahin sammeln. Es ist schon ein beeindruckendes Gefühl, wenn man spürt das unser Anliegen auch das Anliegen Anderer also international ist. Wenn alles gut geht bekomme ich ein Patenkind über eine österreichische Hilfsorganisation unter. Vielleicht regt es ja den Einen oder Anderen an, bei dieser großen, nicht-staatlichen, nicht profitorientierten Sache der internationalen Solidarität und Hilfe dabei zu sein. Wir können jede noch so kleine Unterstützung dringend gebrauchen. Unsere Arbeit ist zu 100% ehrenamtlich und jede Spende kommt den Menschen am Empfangungsort zu Gute. Übrigens hast Du einen wichtigen Tag nur knapp verpaßt, denn der 21.06. ist der Afrikatag. Viele Grüße Michael

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  3. Hallo Mike, Du bist ein Mensch mit großen Herzen, laberst nicht nur sondern tust. Ich versuche seit Jahren mit bescheidenen Mitteln eine Familie in Kenia zu unterschützen. Ich wünschte ich hätte mehr Möglichkeiten als nur kleine „Rettungs-Pakete“ via Western Union zu überweisen,… und jedes Mal wenn die 00254 im Display meines Telefons erscheint, setzt mein Herz aus,…wieder eine Hiobsbotschaft? Mama Afrika macht mir Sorgen,..

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  4. Jambo tom die Welt wird von den kleinen Helden des Alltags gerettet nicht von den Feldherren der großen Schlachten. Ja ich kenne das Gefühl auch sehr gut und macht mir auch große Sorgen, gehen sie doch in den nächsten 12 Monaten einer Wahl entgegen und keiner weiß heute was danach in Kenya danach geschieht. Setzt sich Odinga durch, hat der Westen nichts mehr zu lachen. Aber unseren Politikern und Wirtschaftsbossen fällt bestimmt noch was ein, wie sie Kenya an einer progressiven Entwicklung hindern können, zum Leidwesen vieler Kenianer, aber das ist ja nicht in unserer Welt, nur in der Dritten – nach uns die Sinnflut. Ich würde mich freuen, wenn wir die Hilfe verbessern und vor allem diesen Schergen von hier aus mit helfen das schmutzige Handwerk zu legen. Nun wollen italienische Firmen, mich würde es nicht wundern, wenn die Cosa Nostra dahinter steckt in Kenya Biokraftstoff herstellen. Von wegen alles ökologisch son Quatsch, hier der link: http://www.regenwald.org/
    Ich würde mich freuen, wenn sich möglichst viel daran beteiligen. Vielleicht schreibe ich heute noch einen kleinen Post dazu. Victory and freedom or death com. mike

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  5. Hi Mike, favorisierst Du persönlich Odinga? Ich bin da eher skeptisch, zumal er bei der aufflammenden Stammesfehde, nach der letzten Wahl auch nicht ganz unschuldig war. Er sitzt am gleichen Futtertrog wie die anderen Mastviecher, in einem interessanten BBC-Artikel heißt es u.a. :

    Kenya’s MPs are among the highest paid in Africa, earning a total of about $9,300 a month.
    Quelle

    Ich wäre ja auch in Afrika für leistungsbozegenes Gehalt für alle Minister, dann müsste man die mit ’nem Pfund Ugali täglich nach Hause jagen, diese bis aufs Mark korrupten Heuchler👿

    Was die Interessen des „Westens“ bezüglich Kenia angeht: Kenia ist geostragisch wichtig, weil man von der kenianischen Regierung den Support bei der Bekämpfung der Piraten in Somalia benötigt. Für die bittere Armut dort, interessiert sich bei uns kein Regierungsheini😦

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  6. Favorisieren ist vielleicht zuviel gesagt. Es fehlt ja immer noch Teil 2 zu meinen Hintergründen, aber ich hatte 2 OP in Kenya mitfinanziert, für Jacky und da lebe ich gerade wie ein Afrikaner von Hand in den besagten Mund und so ist die Luft ganz schön dünn bei mir. Aber wir haben sicherlich ein Menschenleben gerettet. Für Afrika interessiert sich kein Polit-A…, sie schauen weg und mauscheln so lange es geht selbst noch mit, siehe Nordafrika. Bis da unten verlaufen sich die Dinge ein wenig und was Kenya betrifft, haben die europäischen Staaten die Vorherrschaft an das organisierte Kapital der Mafia verloren. Kenya ist Drogenumschlagplatz no. one. Warum sind es gerade italienische Firmen, die jetzt dort Rohstoffe für Biokraftstoff anbauen wollen…? Warum geht der Appell nicht an Kibaki sondern an Odinga, weil er das kleinere Übel darstellt. Sicherlich ist er auch nicht erste Wahl, aber der hat in der DDR studiert, hat viele Jahre zu Moi’s Zeiten im Knast gesessen, weil er mit seinem Vater entschieden für ein Mehrparteinsystem eintrat, da war Kibaki die rechte Hand von Moi und lebte einige Jahre im Exil. Für viele Stämme stellt er so etwas wie ein Volksheld dar. Wenn jemand die Gräben kleiner machen kann so glaube ich, kommt nur er in Frage. Warum hat es von Seiten der europäischen Wahlbeobachter kein Veto zum Wahlausgang 2007 gegeben, denn das Zwischenergebnis war eindeutig. Schon 10 Monate vor der Wahl war in Regierungskreisen und in allen westlichen Ländern klar, das sie auf legalem Wege die Wahl nicht gewinnen werden (Wikileaks) und es wurden Maßnahmen der Einschüchterung und der gezielten Säuberung durch Todesschwadronen vorbereitet, die zu dem Unheil führten. die Mase der Proteste verliefen so lange friedlich bis von Seiten der Ordnungsmacht restriktiv durchgegriffen wurde. Ausnahme vielleicht die Situation in Kishumu. Da kenne ich die Einzelheiten noch nicht detailliert, immerhin 400 Seiten englisch, sorry. Es sollte unter allen Umständen der Sieg Odingas verhindert werden. Normaler Weise müßte Kibaki in Den Haag sitzen und nicht seine Versallen. Der Kenya Human Right Organisation, die Zeugenaussagen gesammelt haben, ist von Kibaki das Mandat entzogen worden, vor Gericht aufzutreten. Keiner der Todesfälle ist bis jetzt behandelt worden, obwohl in vielen Fällen die NAMEN DER HAUPTVERDÄCHTIGEN bekannt sind und dies ist alles mit Wissen unserer Diplomaten geschehen.
    Ich glaube, die paar Piraten sind Kasperle-Theater, weil es um wesentlich größere Dimensionen geht und nicht nur um Kenya (Uranförderung in Tansania, Tropenhölzer u. unerschlossene Ölvorkommen am Albertsee Uganda) und die Kontrolle der Drogentransfers. Ja gegen Kibaki ist unsere Prinzessin Angela eine arme Wurst, kann ich nur sagen falsches Land ausgesucht. Aber ob sie die Umstände regeln könnte sei dahin gestellt. Teilweise hat dort der Reichtum ja auch schon eine längere Geschichte. Da sind wir noch mit der Steinaxt um Lagerfeuer gehüpft, da wurden dort schon Sklaven für den Oman und das Zweistromland ausgehoben.

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