Linux: Firefox 3.0 instabil. Toms ultimativer subjektiver Browsertest

Meine persönlichen Erfahrungen mit 4 verschiedenen Internet-Browsern werden in einem subjektiven Kurztest zusammengefasst. Als Kandidaten gehen folgende Browser ins Rennen: Firefox (3.04), Opera (9.62), Konqueror (3.5.10) und Seamonkey (1.13). Testumgebung: PC Pentium4 1.8 Ghz 512mb OS: Linux (K)Ubuntu 8.04/KDE 3.5.10

Firefox wurde mit großem Tamtam zum Downloadday in der Version 3.0 eingeführt. Die anfängliche Begeisterung legte sich nach mehrmonatiger Benutzung wieder, weil der „Feuerfuchs“ sich als instabil heraustellte, mehrmals während des Ladevorgangs „einfror“, was sicherlich nicht an der momentan kälteren Jahreszeit liegt. Firefox ließ sich dann oft nur „gewaltsam“beenden, indem man ihn auf der Konsole mit killall firefox-bin abschoss oder den kompletten X-Server neu startete, in einem Fall musste ich gar das ganze System neu starten, was bei Linux ansonsten höchstens einmal im Jahr vorkommt. Am häufigsten erfolgten die Abstürze auf Seiten, bei denen viele Videos (YouTube) eingebettet sind. Ansonsten sind die Crashvorgänge meist nicht reproduzierbar. Deaktivierung sämtlicher Addons sowie Neuinstallation brachten keine Abhilfe. Der Fuchs macht mich manchmal richtig stinkig!
Wenn er nicht abschmiert, ist er der beste Browser: Schneller Programmstart, fixer Seitenaufbau und standardkonforme Darstellung.

Opera Der Browser aus Skandinavien war mir immer symphatisch. Etwa gleich schnell wie sein Kollege Firefox, ist die Seitendarstellung allerdings manchmal fehlerhaft, insbesondere bei Google-Seiten wie die personalisierbare „Startseite“ iGoogle oder der Google-Feedreader. Auch das WordPress-Dashboard wird (unter Linux) fehlerhaft angezeigt. Das Scrollen ist bei Opera auch eher unbefriedigend, wirkt hakelig bzw ruckelig vor allem wenn Videos und/oder Bilder angezeigt werden sollen. Gefallen können dagegen die vielen Features und die simple vielseitige Konfigurierbarkeit.

Konqueror Der hauseigene Linux-KDE-Browser taugt m.E. nur eingeschränkt zum Surfen. Er ist zwar ein guter Dateimanager, aber auf’s WWW lasse ich ihn selten los. Durch Ver(schlimm)besserungen ist der Seitenaufbau recht zügig weist aber oft Darstellungsfehler auf. Die Sidebar meines Weblog hier z.B. wird mit winzig kleiner kaum leserlicher Schrift angezeigt. Natürlich kann man die Buchstaben größer einstellen, aber oftmals vergewaltigt man damit das Layout.

Seamonkey Der „Seeaffe“ wird zum Testsieger meines subjektiven Mini-Test ernannt. Nur minimal langsamer im Seitenaufbau als Firefox & Opera, deutlich schneller als der Konqueror , aber im Vergleich zum Firefox absolut stabil und genauso perfekt in der korrekten Darstellung der Webseiten. Der Seamonkey ist der Nachfolger des Mozilla 1.7 (roter Dinosaurierkopf als Symbol) und somit verwandt mit dem Firefox, der meines Wissens als eigenes Projekt aus der Mozilla-Organisation hervorging. Während man sich auf die ständige Weiterentwicklung des Firefox konzentriert, wird der Seamonkey eher stiefmütterlich behandelt und eigenständig weiterentwickelt. Insofern überrascht es, dass er (auf meinem Rechner) am besten abschneidet und deshalb fürs Erste zum Standardbrowser befördert wird.

Screenshot (Ausschnitt) Analoguhr und Datum bei iGoogle. Links Firefox/Seamonkey (korrekte Darstellung), rechts Opera (fehlerhafte Darstellung):

mozilla_opera_darstellung

Screenshot (Ausschnitt) Schrift in der Sidebar bei Toms Wochenschau (Theme: Connections). Links Firefox/Seamonkey, rechts der KDE-Browser Konqueror:

mozilla_konqueror_schrift

So ergibt sich für mich folgendes Testresultat:

  1. Seamonkey 1.13
  2. Opera 9.62
  3. Konqueror 3.5.10
  4. Firefox 3.04*

* Instabilität führte zur Abwertung

Und wie sind Eure Erfahrungen?

[Nachtrag 07.06.2009]
So. Jetzt muss ich bei Mozilla Abbitte leisten und den Fuchs zärtlich streicheln. Für seine Abstürze war nämlich ein Multimedia-Plugin, respektive der Flashplayer in der Version 9.x, der älteren Linux-Distributionen (bis einschl. Ubuntu 8.04) beiliegt, verantwortlich. Wer sich den Flashplayer in der Version 10.x bei Adobe herunterlädt und installiert, hat das Problem behoben. Mittlerweile nutze ich Kubuntu 9.04 mit Firefox 3.010, der hier völlig stabil und absturzfrei, auch bei Seiten voller YouTube-Videos, läuft!
Firefox ist wieder die Nr.1!

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7 Kommentare zu “Linux: Firefox 3.0 instabil. Toms ultimativer subjektiver Browsertest

  1. Mit Firefox 2.x hatte ich auch keine Probleme. Vielleicht ist es auch abhängig vom OS bzw von seiner Konstellation.
    Übrigens: Bloggerin Wortteufel hat auch Probleme mit dem Fuchs und ist
    genervt

    Bemerkenswert finde ich auch, dass die Webseiten bei verschiedenen Browsern immer noch unterschiedlich dargestellt werden. Zur Entlastung der Browserprogrammierer kann ich aber sagen, dass viele Web-Designer einen ganz schönen „Wurschtelcode“ fabrizieren und dadurch teilweise dafür mitverantwortlich sind. Die verschiedenen Browser gehen scheinbar unterschiedlich damit um, wodurch es möglicherweise zu den Abweichungen bei der Darstellung von Internet-Seiten kommt.

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  2. Zum Thema Scrollen im Opera:

    Extras -> Einstellungen -> Erweitert -> Browser -> Fließendes, weiches Scrollen

    ICh glaube mich zu erinnern, dass es besser ist, dies unter Linux abzuschalten.

    Und hey, wo ist der IE in Deinem Test? 😉

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  3. @Daniel,

    danke für die Info, dass fliessende Scrolling im Opera habe ich deaktiviert, ansonsten wäre es noch schlimmer.

    Den Internet Explorer konnte ich mangels des dazu erforderlichen Betriebssystems nicht testen 😉

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  4. „Schrift [Größe/Format] in der Sidebar bei Toms Wochenschau“
    Die Anzeige fällt immer dann unterschiedlich aus, wenn keine Schrift definiert wurde. Konqueror benutzt so z. B. für Ihre „Sidebar“ die voreingestellte „Minimale Schriftgröße“.

    Ps.: Für Ihren Text haben Sie die doppelten Anführungszeichen vergewaltigt.

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  5. Danke für den Test
    Dir ist allerdings ein kleiner Fehler unterlaufen: Die Darstellung der Sidebar deines Blogs ist in KDE und Opera richtig, im Seamonkey und Firefox jedoch falsch
    mfg
    genodeftest

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  6. Nett, dass ältere, im Archiv verstaubende Beiträge, noch kommentiert werden. Habe den Beitrag um einen Nachtrag erweitert, was längst überfällig war. Siehe bitte oben.

    Der aktuelle Konqueror (unter KDE 4.22) zeigt sich nun stark verbessert, stellt auch dieses Blog (mittlerweile verwende ich ein anderes Theme, nämlich K2) einwandfrei dar.

    Warum wird die Sidebar im Firefox falsch dargestellt? Sieht bei mir (Firefox-Version 3.010) astrein aus,…

    Gruß

    tom

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