Nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, aber: Vom Hartz4-Empfänger zum Rattenfänger?

Ein Einfallspinsel namens Henner Schmidt, seines Zeichens FDP-Vice in Berlin, hatte eine „tolle“ Idee: Er möchte den Langzeitarbeitslosen eine neue innovative Karrierechance eröffnen. Die Berliner Morgenpost berichtete gestern:

Henner Schmidt, FDP-Fraktionsvize im Berliner Abgeordnetenhaus, hat eine Idee: Arme Berliner sollen künftig Ratten jagen und töten. Pro Ratte soll es einen Euro geben. Das ist besser, findet Schmidt, als Flaschen zu sammeln und das Pfand zu kassieren.

Quelle
Der Liberale scheint allerdings ein Weichei zu sein, nicht wirklich von seiner Inkompetenz überzeugt, denn kaum verspürt er den Gegenwind, knickt er ein wie ein alter vertrockneter Strohhalm. Der Zurückruderer:

Nun versucht Schmidt den Eindruck zu entkräften, er wolle vor allem arme Berliner für die Rattenjagd einspannen. Vielmehr soll es um bürgerschaftliches Engagement gehen. Nach Angaben aus der FDP-Fraktion hat der 44-jährige Abgeordnete in weiteren Stellungnahmen klargestellt, dass er keinesfalls arme Menschen und Sozialhilfeempfänger zur Rattenjagd verpflichten wollte. Es sei ihm immer nur um freiwillige Aktionen, um bürgerschaftliches Engagement gegangen, um die Ratten zu bekämpfen.

Quelle
Also Berliner, unterstützt den Mann, bevor seine, aus freiem Unternehmergeist geborene Vision, in den bürokratischen Mülleimer getreten wird. Henner Schmidt, jetzt!
spasspartei3

4 thoughts on “Nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, aber: Vom Hartz4-Empfänger zum Rattenfänger?

  1. Tolle Idee, aber wieso ist das besser als Flaschensammeln? Weil sie – vermutlich – weniger Geld damit verdienen? Weil sie krank werden, sterben, und dem Staat somit nicht zur Last fallen? Ganz schön makaber, diese Späße!

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  2. Leider hat er das ernst gemeint, wollte sogar einen entsprechenden Antrag einbrngen, fand teilweise bei seinen Parteifreunden in Berlin Unterstützung. Die Berliner Liberalen dürften aber inzwischen von der Wirklichkeit geerdet worden sein. (Passiert den Liberalen öfters).

    Mal abgesehen davon, wie hier Joblose geringschätzt werden, ist der Vergleich mit dem Pfandflaschensammeln total daneben. Leere Flaschen leben nämlich nicht und laufen auch nicht weg – es sei denn es handelt sich um Polit-Flaschen – genausowenig schwimmen sie in der Kanalisation. Die meisten ALG2-Bezieher sind wohl kaum qualifizierte Kammerjäger oder Schädlingsbekämpfer. Das Aufspüren und Töten von (vierbeinigen) Ratten erfordert Kentnisse und Erfahrung. Aber woher soll Henner Schmidt das wissen? Er ist ja nur Politker und Ingeneur,…

    Und Überhaupt: 1Euro pro Ratte ist definitiv zu wenig, da ist noch jede Menge Luft nach oben. Wieviel gibt’s denn für zweibeinige Ratten?🙂

    „Sollte die FDP tatsächlich ihren absurden und menschenverachtenden Vorschlag am Donnerstag in die BVV einbringen, können wir eigentlich nur noch Berliner Hartz-IV-Bezieher dazu auffordern, dass sie anstatt Jagd auf Ratten zu machen, besser Jagd auf Berliner FDP-Politiker machen“, erklärte der Sprecher des Erwerbslosen-Forums, Martin Behrsing

    Quelle: SPON
    Das hat er sicherlich ironisch gemeint und nicht wortwörtlich🙂

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  3. Pingback: Sockenblog » Deutschland wählt, und ich auch

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