Mißfelders Misstöne

Eigentlch wollte ich mich zu derartig gerülpsten Verbalrotz aus der Polit-Kaste nicht mehr äußern, aber dieses Jahr ist Wahljahr und damit die folgenden Worte des Unionspolitikers Philip Mißfelder nicht in Vergessenheit geraten, kommen sie in mein elektronisches Notizbuch:

«Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.»

Genauso platt könnte man erwidern, dass die hohen Bezüge der Politiker, Manager, Banker, Richter, TV-Moderatoren, Schauspieler und Fußballtrainer, den Koksdealer erfreuen.

Immer unverhohlener zeigen jene, die sich selbst der Elite zurechnen, ihre arrogante Verachtung gegenüber den Schwächeren in der Gesellschaft. Sie spucken ihnen nun ganz offen ins Gesicht.

Wenn ein Polit-Pausenclown wie Mißfelder über das Leben der ALG2-Bezieher urteilt, empfinde ich es so als würde der Papst über Sexualität aufklären. Beide haben keine Ahnung, vom Tuten und vom Blasen,…

[update 21.02.2008]

Ein Soziopath ist ein skrupelloser (Un)Mensch, der kein Mitleid empfindet. Er kann das Leid seiner Mitmenschen nicht nachempfinden und verspürt keinerlei Reue wenn er ihnen etwas antut. Ein solcher Mensch scheint der 29-jährige Chef der Jungen-Union (JU) zu sein.

Nach seinen verächtlichen Äußerungen über „Hartz 4 – Empfänger“ die seiner Meinung nach offenbar alle alkoholsüchtige Kettenraucher sind, hält er es nicht für nötig sich zu entschuldigen (wäre ohnehin nicht glaubhaft gewesen), sondern haut nochmals in die gleiche Kerbe:

Der 29-Jährige sagte dazu nun, viele Hartz-IV-Empfänger seien zwar unverschuldet in Not geraten. Allerdings müsse die Zielgenauigkeit der Hilfen geprüft werden, die sie erhalten. „Mir geht es darum, dass das Geld bei den Kindern ankommt“, sagte Mißfelder den „Ruhr Nachrichten“. Sein Vorschlag: Bei weiteren Erhöhungen des Hartz-IV-Kinderregelsatzes sollten Gutscheine statt Bargeld an die Leistungsempfänger ausgegeben werden.
Quelle: Spon

Wer selbst nie gearbeitet hat, sich von Steuergeldern alimentieren lässt, weniger zum Funktionieren dieser Gesellschaft beigetragen hat, als die meisten „Hartz 4 – Empfänger“ , sollte lieber seine Knabberleiste geschlossen halten. Vielleicht sollte man eher über „Zielgenauigkeiten“ im Zusammenhang mit nutzlosen Politikern nachdenken,… 😉

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5 Kommentare zu “Mißfelders Misstöne

  1. ICh krieg ja kein H4 mehr, weil ich jetzt abeite. (Bin ich als schwer schaffender Zeitarbeiter eigentlich Leistungselite?)

    Für die Tabak- und Spirituosenindustrie hätte ich aber nach einer Erhöhung des armseligen H4-Satzen auch nichts tun können, hätte man mir das dann wieder gestrichen?

    Ich wäre dafür, solche Fuzzis wie den Mißfelder mit Gutscheinen abzuspeisen. Und wenn sie Müll labern oder bauen: Dann gibt es gar nix.

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  2. Darüber habe ich mich auch schon aufgeregt, der Typ war mir gleich mal einen AmO-Award wert. Unglaublich. Erinnerst Du Dich noch an seinen Spruch vor einigen Jahren, dass 85-jährige keine künstlichen Hüftgelenke mehr bekommen sollte? Auch das ein Zeichen, wie dieser Jungdynamiker tickt.

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  3. @Daniel

    Für mich gehörst Du zur Leistungselite. Auch wenn nach Definition der Großsprecher, Einkommen=Leistung ist, sehe ich das so, dass Leistung und Einkommen vielfach in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen. (z.B. bei Top-Managern, Investment-Bankern oder auch Spitzensportler).

    @Fellmonsterchen
    Ja an den Spruch mit den Hüftgelenken kann ich mich noch gut erinnern 👿
    Man schütze uns vor diesen pseudo-christlichen Plutokraten!

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  4. Nun tönte ein Politiker und sorgt für Aufregung und es wird sich aufgeregt, es wird Verurteilt, es wird geurteilt und festgestellt wie Menschenverachtend die Äußerung doch ist. Dabei haben selbst solche Äußerungen System, sind Ausdruck für die nicht menschliche Ausrichtung dieses Systems und Futter für die Stammtische. Der Wahlkampf ist eröffnet und die „Bösen“ sind benannt, die Stoßrichtung vorgegeben.
    Hier spricht jemand öffentlich aus, was andere zwar denken, aber sich nur im kleinem Kreis zu äußern wagen. Es hat der Jungpolitiker seine Karriere noch vor sich und es wird die Zeit kommen wo er auf seine „Jugendsünden“ zurückschaut, für welche er sich Instrumentalisieren lassen hat.
    Somit handelt es sich auch nicht um Misstöne, selbst wenn diese missfallen, sondern um eine Tonart, welche auch verstanden wird und gewollt ist, sie wird von dem einen gern gehört und der andere verwehrt sich dagegen. Am Problem Hartz IV wird sich durch dessen Instrumentalisierung nichts ändern, eher lenkt es von den eigentlichen Problemen ab, die Volksseele kocht wiedereinmal auf dem Beistellherd!
    Gruß

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  5. Stimmt! Es ist nicht nur ein Misston, die gesamte Kapelle da oben spielt – mit Verlaub – beschissen! Ob Sarazin, Prof Oberender, Ludewig oder Mißfelder, es hat Methode. Immer wieder haut ein „Polit- oder Wirtschaftsgansta“ einen „Bad-Tune“ ‚raus, die Massive reagiert mit Jaulen und Toben. Ich hoffe, dass sich die Energie der Masse eines schönen Tages zu starkem Gegenwind formt, damit die großsprecherische Obrigkeit im Gestank ihrer eigen Verbalfürze das kalte Kotzen kriegt,…

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