Der tiefbraune Sumpf

Dass die NPD nur den äußeren Schein einer „rechtsdemokratischen Partei“ zu wahren versucht, dürfte jedem der sich nicht taub und blind stellt oder ist, völlig klar sein. Das SPON-Interview mit Uwe Luthard, Aussteiger und Ex-Vorstand der Jenaer-NPD, gewährt einen Blick hinter die Kulissen:

SPIEGEL ONLINE: Gegenüber der Presse gerieren sich NPD-Funktionäre als rechtslastige Demokraten, verfassungsfeindliche Äußerungen versucht man zu vermeiden. Wie radikal ist die Partei wirklich?
Luthardt: Ziel ist die Wiedereinsetzung des Reichs, in dem sich eine neue SA an den Andersdenkenden rächt.

Darum werden sie auch m.E. zurecht Neonazis genannt. Dass die glätzköpfigen Kameraden, von (Noch)Parteichef Udo Voigt „der starke Arm der Straße“ genannt, genauso wenig im Schädel wie auf dem Kopf haben, sprich: Die nützlichen Idioten für die krawattierten scheindemokratischen NPD-Parteifunktionäre sind, unterstreicht diese Aussage:

Luthardt: Viele in JN (Junge Nationaldemokraten – d. Red.) und Kameradschaften haben einen IQ im Bereich meiner Schuhgröße. Die meisten sind einfach gescheiterte Existenzen: Hilfsschüler, Leute, die die Schule oder die Lehre abgebrochen haben, Alkoholiker, die woanders keinen Fuß auf den Boden kriegen, Schläger. Es gibt aber in jedem Ortsverband drei bis fünf Mann, die nicht vorbestraft sind. Die werden dann zur Presse oder an die Infostände geschickt.

Muharharhar 🙂 Sparlampe statt „White Power“. Sind diese „stupid white Baldheads“ eigentlich merkbefreit auf Lebenszeit?
Das passt wie Hakenkreuz in Mülltonne! Das Interview ist absolut aufschlussreich und lesenswert. Man erfährt auch etwas über diffuse Spendenkanäle und „getürkte“ Quittungen.

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6 Kommentare zu “Der tiefbraune Sumpf

  1. Ich habe nichts anderes erwartet, aber ich denke für viele Menschen ist es ganz gut, wenn sie das auch einmal aus so einer Quelle lesen.

    Dass das gemein NPD-Mitglied vor der Presse nichts zu sagen hat, weiß man ja aus einigen YouTube-Berichten. Beim Ziel der Partei frage ich mich aber immer wieder, wie man so doof sein kann. Nur mal angenommen, die Brownie-Band gewinnt bei einer Bundestagswahl 60% aller Stimmen und schmeißt dann alle Ausländer auf ihre Weise raus. Davon versprechen sich die Mitglieder dann wieder Arbeit…aber wer von denen würde denn bitte die Arbeit machen, die vielen Ausländern bei uns zugemutet wird? Ich habe jedenfalls noch keine Glatze beim Kloputzen gesehen.

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  2. „Ich habe nichts anderes erwartet, aber ich denke für viele Menschen ist es ganz gut, wenn sie das auch einmal aus so einer Quelle lesen.“

    Für wen? Die, die es kaum überrascht – also Leute wie Dich, Tom und mich zB – haben mit der NPD nie was am Hut gehabt. Und diejenigen, die von diesen braunen Vollpfosten total begeistert sind, die werden sich von so nem Aussteiger ebenfalls nicht beeindrucken lassen.

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  3. Pingback: “Ziel ist die Wiedereinsetzung des Reichs, in dem sich eine neue SA an den Andersdenkenden rächt” « Weltrundguck

  4. Es ist gut für die Leute, die die NPD als normale Partei ansehen. Für die, die sie nicht wählen, aber davon ausgehen, dass diese Menschen auch nur gute Politik für Deutschland machen wollen. Für all diejenigen, die sich nicht gegen die NPD wehren und ihre Demonstrationen akzeptieren. Und von diesen Menschen gibt es einen ganzen Haufen.

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  5. Und dann gibt es nicht wenige Webseiten und Blogs, die mit einseitiger „Berichterstattung“ die oben genannte Partei als „rechtsdemokratisch“ verkaufen wollen. (z.B. das patholigische Forum Südschmarrn). Immer wieder fallen welche darauf herein,…

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  6. Bin gerade über das Interview gestolpert. Man darf nicht vergessen, dass es ein faktisch vorhandenes Bedürfnis nach klaren, einfachen politischen Antworten gibt.

    Dieses Bedürfnis erfüllen die Braunen mehr als anderen Parteien. Ich befürchte, es gibt in unserem Land (und seltsamerweise nicht nur bei uns) ein riesiges Potenzial nach sog. Heimatgefühl.

    Stimmt schon: die Glatzen sind nicht die geistige Elite und über ihren IQ muss nicht spekuliert werden. Aber: mit eben diesen einfachen Tricks ist damals viel Erreicht worden. Auch dazumal hat man sich nicht vorstellen können, dass diese „Hohlbirnen“ mal eine politische Größe werden würden.

    Leider ist das Thema „Rechts“ von Jahr zu Jahr stärker in den Vordergrund gerückt. Wir dürfen diese Stömung nicht unterschätzen!!

    Gruß, Kandit

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