Landshut: Schon wieder ein „Amoklauf“!

Man hätte auch vermelden können: „Schießerei im Landshuter Landgericht“, aber „Amoklauf“ geht seit Winnenden besser, bringt mehr Quote und Auflage für die Boulevardmedien. Wenigstens bleiben uns in diesem Fall eines 60jährigen, der bei einem Zivilprozess um sich schoß, sich am Ende selbst richtete, die hohlphrasierten Politiker-Plattitüden über die „Killerspiele“ erspart.
Wie üblich werden wieder sogenannte Experten bemüht und in Szene gesetzt. In ein paar Tagen legt sich der Rummel wieder und die sensationsgeile Karawane zieht weiter zum nächsten „Massaker“.

[update]
Die Taz hat aus „Amoklauf“ Schießerei gemacht, geht doch😉
Ich klicke mich gerade durch die Online-Medien. Der bei ersten Meldungen inflationär gebrauchte Begriff „Amoklauf“, rückt immer mehr in den Hintergrund und wird zur Schießerei, jetzt wird es offenbar selbst denen zu peinlich. Da ist wohl nicht genug herauszuholen, gab zu „wenige“ Tote, nicht wahr?
BILD (Online) & Co baden allerdings immer noch im Blut,…

Mehr informative sachliche unaufgregte Berichterstattung würde ich mir wünschen.

Quelle: Taz. Artikel wird möglicherweise noch mehrmals aktuallisiert

6 thoughts on “Landshut: Schon wieder ein „Amoklauf“!

  1. Was eine sachlich kompetente Berichterstattung angeht, hab ich die beste journalistische Aufarbeitung von Winnenden ausgerechnet in der Gamestar gefunden.

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  2. Ich bin da mit Euch einig, dass die Berichterstattung qualitativ unter aller Würde ist.
    Viele suhlen sich direkt in dem Dreck, nur um Schlagzeilen abzuliefern. – Und warum wird das gemacht?
    Ganz einfach, weil die (Dumm)Leser auf so etwas abfahren. Es ist traurig – aber wahr!
    Wer einen Klickanzeiger auf seiner Homepage hat, wo einzelne Themen bewertet werden, dann stellt man fest, dass die krassesten Themen die meisten Zugriffe haben.
    Mit Katastrophen und vielen Toten lässt sich viel Geld verdienen.

    Dass einer vor Gericht ausrastet, ist eine völlig andere Sache. Ich habe dafür in vielen Fällen Verständnis, natürlich nicht für diese Ausmasse. – Wer einmal dort war, wird festgestellt haben, dass die besten Lügner dort das Recht zugesprochen bekommen!! Dabei wird man vor Gericht zur Wahrheit verpflichtet. Nimmt man das ernst, kann man schnell zum Verlierer werden!
    In dem Fall spürt man das Unrecht und ist wütend.
    Ich verstehe nur eines nicht: Wie kommt einer mit Knarre in ein Gericht? Bei uns müssen wir durch eine Schranke gehen, wo es piepst, wenn wir einen metallischen Gegenstand bei uns haben. Taschen – Begleitgepäck werden durchsucht!
    In NRW kommt keiner mit einem Eisen herein. Vermutlich hat man schon auf die Unrechtssprechung vorbeugend reagiert!

    Noch einmal zur Medienlandschaft. Ich glaube mittlerweile, dass gewisse Dinge nach Belieben ausgeschlachtet werden dürfen, wenn es den politischen Vorgaben genehm ist!!
    Freie Presse? – Das war mal! – Die Medien steuern doch die Leute in die politische Richtung, oder nicht??
    Wenn die Werbetrommel eine Woche lang für oder gegen etwas geschlagen wird, dann findet Bürger das am Ende doch in Ordnung! Es wird nur immer schön verpackt – gerne als SICHERHEIT!

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  3. Hallo Chistel,

    danke, dass Du erneut mit einem Kommentar mein Blögchen bereicherst🙂

    Offenbar gibt es in Bayern bei kleineren Gerichten, dort wo z.B. Zivilprozesse stattfinden, keine Einlasskontrollen bzw Sicherheitsschleusen. Nach der Tat fordern Politiker (wie üblich) Änderungen.

    Dass Recht haben und Recht bekommen oft zweierlei ist, da kann ich Dir nur zustimmen. Justitia ist eben doch nicht blind und lässt die größten Ganoven meist laufen,…

    Was in Landshut passiert ist, war übrigens keine Premiere. BR-Online listet „Bluttaten vor Gericht“ auf, die sich bereits zuvor ereigneten. Hier Interessant.

    Gruß

    tom

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  4. Hallo Tom und Leser,

    ich war zuletzt wegen einer Mietrechtssache vor einem winzig kleinen Gericht, hier in unserer Nähe, wo alles „klein“ ist. Da gibt es nichts Grosses.
    Aber auch die hatten die Sicherheitsschleuse. Bei mir „piepste“ es nämlich, hatte meine Schlüssel in der Jacke.
    Einmal war ich wegen einer „Einstweiligen Verfügung“ an einem kleinen Gerichtchen.
    Der Antrag und alle Ausführungen wurde ja in einem Schreibzimmer, in einem Nebenbereich erledigt. – Als ich dann jedoch später nach oben, zu einem Richter sollte, der seinen Segen dazu geben sollte,
    musste ich durch diese Sicherheitsschleuse!
    Diese geschilderten Ereignisse liegen schon eine Weile zurück, woraus man folgern kann, dass es das schon länger hier in NRW gibt.

    Vielleicht werden in NRW auch absichtlich die ungerechteren Urteile gefällt, so dass die Richter vorab mehr Schiss haben?
    Vielleicht haben die Richter auch zu dem „Arbeiterführer“ Rüttgers einen besseren (parteien) Draht? Weiss man`s?

    Übrigens Tom, ich schreibe hier gerne und komme gerne wieder!
    Sollte man sich vorher nicht mehr lesen, dann wünsche ich allen im Bunde schöne freie Ostertage, schönes Wetter und eine angenehme Atmosphäre.
    Lassen wir den alten Mief mal heraus, atmen tief durch, tanken Sonne und neue Kraft. – Wir werden es noch brauchen, für das, was noch kommt! – Was wir haben – das haben wir, nicht wahr?

    Der Frühling ist doch eine herrliche Jahreszeit. Wir brauchen die Blätter an den Bäumen nicht neu aufhängen. Sie wachsen von alleine, was man der Natur auch immer antut. Das Gras wird wieder so schön grün – die Natur erwacht! – Man könnte meinen, dass das Leben schön ist – würde es uns nicht immer künstlich versaut! winke-winke

    Christel

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  5. Danke für Deine guten Wünsche auch Dir alles Gute zur Osterzeit.
    Wir werden aus der Frühlingssonne weitere Kraft schöpfen um gemeinsam weiterhin gegen den grassierenden Weltwahnsinn anzuschreiben. Abgemacht!

    Liebe Grüße

    tom

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