Das faule Ei des Monats für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Achtung, wenn ein „Volksvertreter“ eine Presseerklärung abgibt, ist verstärkt mit verbalen Spritzgulasch zu rechnen!
Politiker äußern sich immer wieder in der Öffentlichkeit zu Sachverhalten, über die sie augenfällig nicht einen Funken Kenntnis besitzen, dürfen dabei in jedes Fettnäpchen latschten, wohlwissend dass Ihre absolute Inkompetenz keine negative Folgen für sie hat. In diesem Fall ist es der bayrische Innenminister Joachim Herrmann von der CSU, der sich selbst verhohnepiepelte, indem er seine Unwissenheit peinlichst emtblößte, was mir die Auswahl für das faule Ei des Monats März leicht machte.

Folgendes kam nicht aus einem bayrischen Märchenwald, sondern aus dem Mund eines Politikers:

Für Herrmann ist es wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt. „Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden.“ Mit großer Sorge sieht Innenminister Herrmann auch die Suchtgefahr, die von derartigen Spielen ausgeht. „Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Leider habe viele Eltern überhaupt keine Vorstellungen davon, welchen dauerhaften Schaden ihre Kinder hier nehmen.“ Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt. Quelle: Pressemitteilung 127/09

Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus Herr Herrmann: Weil den Jugendlichen zunehmend die Perspektiven auf Ausbildung und Beruf sowie sinnvoller Freizeitgestaltung genommen werden, flüchten sie sich immer häufiger in die virtuelle Ersatzwelt, die aber letztendlich nichts anderes als ein (verzerrtes) Abbild er Realität darstellt. Dafür tragt auch ihr Politiker die Mitverantwortung!
Wissenschaftlich erwiesen ist keinesfalls, dass der Konsum von „Shooterspielen“ die reale Gewalt fördert. Dazu gibt es Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen. So ist das mit sogenannten wissenschaftl. Untersuchungen oft: Das Ergebnis hängt häufig davon ab, wer die Studie in Auftrag gibt bzw. finanziert, machen wir uns da nichts vor.

Während die sogenannten „Killerspiele“, oft von CDU/CSU-Politikern, zu einer monströsen Gefährlichkeit aufgeblasen werden, wird dagegen das reale Töten verniedlicht und beinahe romantisch verklärt. Franz Walter Jung zum Beispiel parliert immer noch, dass in Afghanistan kein Krieg stattfindet. Herr Verteidigungsminister, wie würden Sie einen militärischen bewaffneten Konflikt denn sonst bezeichnen? „Adventure-Action in middle east“? Bundeskanzlerin Merkel nennt es einen „Einsatz“. Das Wort Krieg wird tunlichst vermieden obwohl dieser nicht virtuell sondern äußerst real ist.

Beim Beruf des Politikers, scheint das Mitleidsempfinden zu verkümmern, wie soll man sich sonst erklären, dass ein Provinz-Politiker den schrecklichen Amoklauf von Winnenden für seine eigene Publicity instrumentalisiert?
Wenn ich bedenke, welche inneren Aggressionen heuchlerische Politiker-Phrasen bei mir auslösen, dann ist jeder Ego-Shooter eine
Wellness-Entspannungs-Oase dagegen!

Das faule Ei des Monats März 2009: Joachim Herrmann (CSU)

Das faule Ei des Monats März 2009: Joachim Herrmann (CSU)

Man sollte übrigens nicht zu lange in der Sonne oder unter’m Solar-Toaster verbringen, das könnte sich negativ auf den Teint auswirken. Krebsrot ist out, habe ich im neusten „Lifestyle-Magazin“ gelesen. Außerdem kann es nicht gut sein, dauerhaft das Cerebrum zu rösten 😉

Jaja, ich weiß: Fight lookism! Sorry Sir!

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5 Kommentare zu “Das faule Ei des Monats für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

  1. „In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.“

    1. Das Verbot von einigen Drogen wird ZURECHT von vielen in Frage gestellt, da es jeglicher Logik widerspricht, Alkohol an 16jährige zu verkaufen und Erwachsenen „Stimmungsmacher“, die weit weniger schädlich sind, vorzuenthalten.

    2. Der Kinderpornographie mit Ego-Shootern vergleicht, verharmlost entweder die Kinderpornographie, oder weigert sich, sich mit Ego-Shootern VERNÜNFTIG auseinander zu setzen. Diese Spiele können nämlich auch NORMALEN Menschen OHNE SOZIALE SCHÄDEN Spaß machen. Ehrlich.

    Joachim Herrmann sollte seinen Posten meiner Meinung nach an einen Arbeitslosen abtreten und sich selbst mit seinem Verstand – soweit vorhanden – auseinander setzen. Setzen, sechs minus.

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  2. Ich wollte eigentlich noch folgendes im Blogbeitrag einbringen:

    Herr Herrmann, sie behaupten PC-Aktionspiele seinen „Tötungstrainingssoftware“. Wenn es so wäre, könnte man nicht daraus folgernd, die Wehrpflicht abschaffen, schließlich lernen Ihrer Meinung nach, die jugendlichen „Nachwuchs-Killersoldaten“ das töten nun virtuell, so dass die reale Tötungsausbildung überflüssig wäre. Man bedenke das Steuereinsparpontential, dieses „Argument“ hätten Sie bringen müssen Herr Heuchler Herrmann, da hätten sie bei manchen Wähler punkten können. Das Ganze könnte man nun noch weiter ausführen: Wenn Gewalt dem Wertekonsens unserer friedlichen Gesellschaft widersprechen, müssten wir dann nicht die ganze Bundeswehr abschaffen und sämtliche Waffen abwracken?

    habe es dann allerdings wieder ‚rausgenommen, um den Artikel nicht zu lang werden zu lassen.
    Politiker, wie Herrmann sollte man ächten, durch Verweigerung der Wählerstimme! Nicht wegen seiner Meinung zu „Killerspielen“ sondern weil er hier m.E. deutlich seine heuchlerische Doppelmoral entlarvt.

    Mit dem sogen. „Betäubungsmittelgesetz“ bin ich übrigens auch nicht einverstanden: Lieber hochprozentigen Alkohol verbieten, statt Marihuana 😉

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  3. Pingback: Sockenblog » Killerspiele… Nummer 53762

  4. Hi ihr wollte mich nun auch mal Äußern dazu!
    Also ich habe gelesen das Alkohol und Zigaretten mehr Schaden im Körper anrichten als Marihuana. Aber ich bin er Überzeugung das Drogen wie Extasy, Teile, Pilze, Kokain, LSD und Herion verboten werden sollten, da diese nicht nur stark abhängig machen sonder auch Stark den Körper schädigen. Marihuana (THC), ist vielleicht nicht jedem bekannt, ein sehr erfolgreiches Mittel gegen Rückenschmerzen und Schlafprobleme wenn es in maßen genommen wird die außreichend sind um diesen Effekt zu erreichen. Zu den Shootern (Baller spielen) noch mal was gesagt, also ich spiele selbst sowas HIN UND WIEDER, will aber nicht sagen was wegen Werbung usw., und ich habe die Erfahrung macht das man bei gewissen Situationen lachen muss z.B. wenn einem gegenüber in einer Fallsituation eine Granate an den Kopf fliegt und die abprallt, oder sich ärgert wenn man nicht getroffen hat, aber auch angst, schweißausbrüche und anspannung dazugehören oder einfach nur spaß an der Sache hat wiederrum musste ich feststellen das wenn man eine gemeinschaft hat Clan, Gilde oder sonst was gehts eigendlich garnicht mehr so ums KILLEN sonder um die gemeinschaft die man im realen Leben (DRAUßEN) nicht mehr hinbekommt weil jeder sich der nächste ist. Ich habe durch dieses Ballerspiel viele neue Freunde kennen gelernt die ich mittlerweile auch Privat besuche oder die mich besuchen. Viel schlimmer als diese Baller Spiele finde ich die MMORPG’s wo man jegliches Zeitgefühl vergisst. Hab selbst sowas gespielt geld ausgegeben und nichts mehr um mich rum mitbekommen.
    So das war nun meine Meinung dazu und ein ganz großes Lob an TOM der hier wirklich gute Arbeit leistet und seine Berichte mir schon gute Stunden beschert und geholfen haben. XD
    Mit freundlichen Grüßen
    Andree Wierzba (Burningwave)

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  5. @Burningwave

    Danke für Deinen aktuellen Kommentar zu einem älteren Beitrag 🙂

    Freut mich, dass ein „stiller Leser“ aus der „Deckung“ gekommen ist.

    Hier hat einmal mehr ein Hermann die geballte Sachunkenntnis nicht weniger Politiker zum Ausdruck gebracht,…

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