Udo Lindenberg bewirbt Bild. Von links nach rechts?

Degeneriert man als halbwegs intellektueller Linker mit zunehmenden Alter automatisch zum Neocon? Oder wie lässt es sich sonst erklären, dass der „Panik-Rocker“ Udo Lindenberg das konservativ-neoliberal geprägte Boulevard-Revolverblatt aus dem Hause Springer bewirbt? Bei Philip Lahm kann ich es ja noch verstehen, immerhin nagt man als Fußballprofi und Nationalspieler beinahe am Hungertuch und muss sich etwas nebenher verdienen, aber Udo Lindenberg, der längst im Spätherbst seiner Karriere angekommen ist?

Hier ist er mir bereits unangenehm aufgefallen, aber dass er so tief sinken konnte, hätte ich nicht erwartet:
udo_bild
Ich habe ja echt mal mit dem Gedanken gespielt mir so eine „Best-of-CD“ von Dir zu holen, aber nun bin ich froh, dass ich das nie gemacht habe. Sorry Udo, aber wer diese Kampfgazette bewirbt, hat m.E. jeden Anspruch verloren, ein ernstzunehmender Künstler zu sein. Aber für Geld streift man schon mal seine Idiologie ab, wie einen alten Mantel, den man in die Altkleidersammlung gibt, nicht wahr Udo? Udo? Hey Udo kannst mich hören, …hallo…hallöchen, hallo?

4 Kommentare zu “Udo Lindenberg bewirbt Bild. Von links nach rechts?

  1. Pingback: Gute Gründe « Rheinrecht

  2. Udo Lindenberg ist schon seit Jahrzehnten in einer Symbiose mit der BILD-Zeitung, das hat m.W. in den 90ern angefangen. Dabei sind die gemeinsamen Werbeaktionen und Stories sind einfach zum fremdschämen. Ohne die BILD wäre er schon längst weg vom Fenster und die BILD nimmt ihn als Vorzeige-Querkopf für konservativ Denkende jeder Schichten gerne an. Der „Panikrocker“ Lindenberg ist harmlos für die Mächtigen, deren Interessen die BILD an ihre Leser vermittelt. Er gibt der BILD das Image „rebellisch“ zu sein, genauso wie sich Schnösel Kai Diekmann „rebellisch“ und „disruptiv“ gibt, dieses Image ist genau das Richtige für Stockkonservative, die sich locker zeigen wollen. Lindenbergs Lockerheit und Sprüche sind genau das, womit sich Konservative schmücken müssen, um sich in einer diverseren und bunter gewordenen Gesellschaft vormachen zu können, sie seien ja gar nicht so spießig.

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