Warum (deutsche) Politiker twitteruntauglich sind.

Ein kurzer persönlicher Rant anläßlich des Politcamps vom 2.-3.Mai 2009:
Politiker haben die „Fähigkeit“ mit möglichst vielen Worten, möglichst wenig auszusagen. Aber bei Twitter ist genau das Umgekehrte gefragt. Politiker bei Twitter klingen meist wie PR-gesteuerte Phrasenautomaten. Darüber hinaus fragt man sich, ob sie überhaupt authentisch sind oder ob PR-Schreiber die lästige Arbeit verrichten. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn deutsche „Politikmacher“ von Barack Obama lernen und die neuen Kommunikationskanäle nutzen, um mit den Netzbürgern zu interagieren, doch das enthebt sie nicht von ihrer Pflicht den Arsch hoch zu kriegen und sich in die sogenannten „Problembezirke“ zu begeben, mit den Menschen dort persönlich zu sprechen, um ihre Sorgen und Nöte zu verstehen und ernst zu nehmen. Die gesellschaftlich Ausgegrenzten können sich die modernen Medien schlichtweg nicht leisten und sind so einmal mehr abgekoppelt.

Solange die Inhalte nicht stimmen, bringen auch die neuen Medien, wie z.B. das Microblogging, die Politiker nicht einen Millimeter näher ans Volk. Es sollte nicht nur darum gehen, Politik werbewirksam mit „Web2.0-Geschenkpapier“ zu verkaufen, so schießen unsere „Volksvertreter“ den (Twitter)Vogel im wahrsten Sinne des Wortes ab!

Was bislang passierte, wenn sich deutsche Politiker der virtuellen Welt zuwenden, haben wir bereits erlebt. Ich denke dabei an unsere Familienministerin, im Internet besser als Zensur-Ursel bekannt oder an den Überwacher Grövaz SSchäuble sowie an das realitätsferne völlig absurde Telemediengesetz. Und Frau Justizministerin Zypries: Ein Browser ist immer noch keine Tüten-Suppe!
Sie haben das Internet bis dato noch nicht wirklich verstanden,…

Die Menschen brauchen Offenheit, Mut und eine ausgestreckte Hand, die ihnen hoch hilft. Ich empfinde bei der deutschen Politik auch im Web2.0 kein „Yes we can“ sondern nur ein „You are nothing!“

Passend zum Thema Politiker und „neue Medien“:
Kinder befragen Politiker zum Internet

Sehr aufschlußreich😉

9 thoughts on “Warum (deutsche) Politiker twitteruntauglich sind.

  1. ZOMFG! Dass solche Leute über Kinderpornos im Internet, Computerspiele, Tauschbörsen, etc. entscheiden dürfen, ist doch absoluter WAHNSINN. Ich mische mich doch auch nicht in die Herstellung von Strickjacken ein…

    Dass die Politiker hierzulande noch lange nicht im Netz angekommen sind, ist echt klar. Ausnahmen sind da echt nur ITler wie die Piratenpartei, aber die werden von StudiVZ natürlich gelöscht, weil sie sich – im Gegensatz zu allen anderen Parteien – mit dem Web-2.0 auskennen. Eigentlich ist es unglaublich, dass ich nicht ständig am Kotzen bin…

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  2. Also hört mal, Ihr könnt doch mit unseren Politikern nicht so hart ins Gericht gehen! Die haben schließlich schon genug um die Ohren!… Und außerdem ist so’n Liptap oder wie die Dinger heißen, nicht gerade billig und die Zeit, um die ganze Schose mit dem Internet zu lernen, knapp. Warum einen Kurs- oder sich schlau machen, wenn man Leute hat, die sich um so was kümmern? Ich kann Herrn Glos verstehen, dass er „da fast nie reingeht“, was solla denn da auch, wenn draußen so schön die Sonne scheint? Außerdem bringt das Ganze nur Ärger, wenn man nicht genau weiß, wo es im Internet langgeht und versucht, sich dort selbstständig zurechtzufinden! Guckt Euch doch bloß mal den armen Herrn Thauss an! Der wollte sich lediglich mal ein bisschen informieren und jetzt hat er soviel Stress an der Backe, mein je! Das Internet ist die Ursache allen Übels, vermutet der Herr Thauss. Die versprechen einem das Blaue vom Himmel…
    … und dass der Herr Thauss auf den Download-Button gedrückt hat, um sich „so schmutzige Sachen“ runterzuladen, ist schlichtweg ein Versehen. Denn seit Monaten leidet der Arme an einer seltenen Krankheit, die Schuld ist, dass er unter ständigen, unkontrollierbaren Zuckungen leidet. Da kann es schon mal vorkommen, dass man auf der Tastatur abrutscht, sich anschließend „verläuft“ und nicht mehr zurückfindet. Ja, doch.

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  3. Ha! Kannst mich ja als Gastblogger engagieren, als Gage verlange ich drei lächerliche Götterspeisen pro Mahlzeit, ein Emma-Jahresabo oder nen Hunni pro Wort. Denk mal über mein Angebot nach!🙂
    … bevors ein anderer macht.

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  4. Dank Euch für Eure schönen Kommentare🙂
    Damit das nicht in den falschen Hals kommt: Die Veranstaltung selbst (Politikcamp 2009) war eine tolle Sache. Kompliment an die Mädels und Jungs, die das auf die Beine gestellt haben! Dieses Event war ganz großes Kino! Die Hauptdarsteller, die Clowns aus dem Politzirkus, kriegen von mir die goldene Himbeere verliehen.

    @thecadier

    Ich würde auf das Angebot von Verena eingehen, das geforderte Salär ist mindestens angemessen😉

    @edithelisa
    Dein Kommentar übertrifft locker den Artikel🙂

    Was ist eigentlich ein Hunni? Eine junge Dame aus den USA nennt mich auf Twitter immer so (Kopfkratz).

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    • Lieber Tom,
      dankeschön.
      Ein Hunni ist ein Hunderter oder besser sind 100€. Da hätte Thecadier aber ganz schön was zu berappen, wenn er diese Summe pro Wort zahlen müsste:-)
      ———-
      Bei der jungen Dame aus den USA wäre ich an deiner Stelle vorsichtig:-)

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