Todesursache: Überdosis Kapitalismus.

Dass es auch im 21.Jahrhundert immer noch Sklaverei gibt, ist traurige Realität und ich bin glücklicherweise noch nicht abgestumpft, deshalb werden mich derartig inhumane Missstände niemals kalt lassen. Es erschüttert mich immer wieder, wenn ich solche Meldungen lese:

Arbeiterin schuftet sich in Fabrik in Bangladesch zu Tode

Dhaka (AFP) — In einer für den deutschen Handelskonzern Metro produzierenden Textilfabrik in Bangladesch hat sich eine junge Frau laut einer Hilfsorganisation unter dem Druck ihrer Chefs zu Tode geschuftet. Die 18-jährige Fatema Akter sei im Dezember während ihrer Schicht tot zusammengebrochen, berichtete die US-Organisation National Labor Committee (NCL). Demnach musste das Mädchen an sieben Tage in der Woche 13 bis 15 Stunden in der Textilfabrik in der Hafenstadt Chittagong arbeiten und pro Stunde bis zu hundert Jeanshosen reinigen.

Im entmenschlichten Business-Sprech der sogenannten „Global Player“ anonymisiert man fühlende leidende Menschen wie Fatema Akter, man nennt sie nur „Human Resources“, aus denen bei minimalen Kosten die maximale Produktivität herausgeholt werden soll. Es kommt noch schlimmer:

Der 18-jährigen wurde dem zu Wochenbeginn veröffentlichten NLC-Bericht zufolge trotz Erschöpfung und Schmerzen in Brust und Armen ein freier Tag zur Erholung verweigert. Stattdessen habe der Vorgesetzte das Mädchen hart ins Gesicht geschlagen und ihr befohlen, ihre Arbeit fortzusetzen. Demnach waren für die Arbeiter in der Fabrik 14-Stunden-Schichten ohne Pause, erzwungene Überstunden und Schläge an der Tagesordnung.

Welch widerwärtige mörderische Ausbeutung! Der Mensch ist unwichtig, Hauptsache die Zahlen stimmen 👿

Rund 80 Prozent der in der Fabrik hergestellten Textilien wurden laut NCL für den deutschen Handelsriesen Metro produziert. Der Konzern bedauerte den Todesfall der 18-Jährigen in einer Erklärung „zutiefst“ und kündigte den Vertrag mit dem für die Fabrik verantwortlichen Hersteller in Bangladesch mit sofortiger Wirkung.

Klar, den Vertrag musste Metro kündigen, denn der Image-Verlust durch den öffentlichen Druck, hätte sich möglicherweise in der Geschäftsbilanz niedergeschlagen…

Quelle: AFP via Lysis

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2 Kommentare zu “Todesursache: Überdosis Kapitalismus.

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