Die ultimativen TV-Tipps für das Wochende

Hier die ultimativen TV-Tipps fürs Wochenende von Freitag, den [hier beliebiges Datum eintragen] bis Sonntag, den [hier beliebiges Datum eintragen].
Das frühabendliche Fernsehwochenende beginnt mit einer Seifenoper. Deutsche Seifenopern, wie z.B. verbotene Triebe oder Gute Zeiten – Böse Zeiten sind Serien, die genauso unendlich erscheinen, wie das Weltall und absolut realistisch, also mitten aus dem Leben gepfiffen.
Man darf auf keinen Fall in den Urlaub fahren oder aus anderen Gründen zu viele Folgen verpassen, es kommt nämlich häufiger vor, dass die Schauspieler keinen Bock mehr haben, dauerhaft nur Soap-Opera-Darsteller zu sein, dann werden die Figuren aus der Serie nämlich vom Drehbuchautor für immer auf Weltreise geschickt oder gleich ermordet. Also dran bleiben, sonst droht der Verlust des Durchblicks.

Vorsicht Unterhaltung!
Wenn ausnahmsweise keine Casting-Show wie DSDS (Dilettanten suchen Deppen-Star) oder GNTM (Germaniens neuste Torf-Nudel) läuft, dann kommt:
Die ultimative Chartshow, die immer ultimativer wird, weil man sich immer neue, noch aberwitzigere Kategorien ausdenkt, um stets die selbe abgestandene Mainstream-Musik durchorgeln zu können. Wie wär’s denn mit „die-beste-Popowackel-Musik“, „die-beste-Musik-die-transsexuelle-Elefanten-beim-Bumsen-hören“ oder „die-beste-Frühstücksflocken-Begleitmusik“, oder gar „die-beste-Amoklauf-Musik“ grrr👿
Wenn dann ausnahmsweise mal doch gute Musik läuft, stören ins Bild ploppende Pseudopromis mit Kommentaren, deren Dämlichkeit immerhin Seltenheitswert haben. Der Abend könnte hier bereits enden, weil man vom Moderator und seinen langweiligen C-Promi-Gästen in den erlösenden Schlaf gelabert wird.

Der Deutsche Krimi
Den Tatort gibt es garantiert, wenn nicht zur „Prime-Time“ am Sonntag, dann garantiert auf mehreren Regionalprogrammen übers Wochende verteilt. Dieses Mal lautet der Titel Der eingeschränkte Tote. Die „Handlung“: Hauptkommissar Hand, langjährig durch seinen harten Job gezeichnet, deshalb alkoholsüchtig und sein junger neurotischer Kollege Fuß, getrennt lebend, untersuchen den Fall einer Leiche, die im Schrank gefunden wurde. (Deshalb der Filmtitel, der eingeschränkte Tote) Da alles, was dieses unschlagbare Team ermittelt, Hand und Fuß hat, wird in der 87.Minute selbstverständlich der Mörder gefunden und nach einer wilden Schießerei verhaftet. (Ich nehme es vorweg: Es war der Schrank!).

Und Aktion!
Für die Freunde des einfachen Weltbildes ist auch beinahe jedes Wochenende etwas dabei. Wer keine kompliziert verstrickten Handlungen oder vielschichtige Charaktere mit differenzierten Sichtweisen mag, stattdessen lieber leicht verdaulichen Brain-Junk mit einfachen Dialogen konsumiert, also die simple gut/böse-Darstellung, ist mit Chuck Norris, Steven Segal oder Arnold Schwarzenegger, den Superhelden aus der Mottenkiste, bestens versorgt. Manchmal hilft hier auch der Bruce aus Willis aus. Schliesslich muss man regelmäßig daran erinnert werden, dass die Amerikaner immer die Guten sind.

Anspruch!
Wem das alles zu banal ist, dem sei etwas Anspruchsvolles empfohlen:
Der Indianer und sein Atomkraftwerk oder so ähnlich lauten die Filmtitel jener Plots, die alles zu bieten haben: Eine anspruchsvolle Handlung, kulturelle Unterschiede, atomberaubende Naturlandschaftspanoramen, atomare Erotik, Endzeitstimmung, hochintellektuelle Dialoge, eine versteckte Botschaft, die keiner findet, Starbesetzung selbstredend, die beste Filmmusik sowieso (als CD erhältlich), Action und ein offenes Ende, was die Zuschauer auch nach mehrmaligem Ansehen noch mit tausend Fragezeichen auf der Stirn zurücklässt.

Horror!
Zur Geisterstunde (spätestens) gibt es bestimmt einen Horrorfilm als Absacker. Vielsagende Titel wie Drei Tote schwimmen um ihr Leben deuten auf einen Zombiefilm hin, der irgendwie an die Arbeitskollegen erinnert…

Die brutalsten blutreichsten „Kopf-ab-Streifen“ werden in jenem Land, wo Politiker sogenannte „Killerspiele“ und Paintball verbieten wollen, am häufigsten an christlichen „Friedensfeiertagen“ wie zum Beispiel zu Ostern oder an Weihnachten gezeigt.

Fazit Nach dieser unvollständigen (mehr war nicht zumutbar) Rundreise durch die Fernsehlandschaft, komme ich zu dem Ergebnis, dass der beste Zustand des Fernsehapparates der folgende ist:
TV-Prollbox
Nämlich der Ausgeschaltete! Und fragt jetzt bloß nicht warum ich noch in die Röhre gucke und keinen Flachbildfernseher habe.
Weil das Fernsehprogramm flach genug ist:mrgreen:

Schönes Wochende (egal welches)🙂

9 thoughts on “Die ultimativen TV-Tipps für das Wochende

  1. Wenn dann ausnahmsweise mal doch gute Musik läuft, stören ins Bild ploppende Pseudopromis mit Kommentaren, deren Dämlichkeit immerhin Seltenheitswert haben.

    Da könnte ich immer wieder kotzen. Man schaltet den Fernseher ein, sieht die EAV ihren Banküberfall singen und denkt sich „Geil, es gibt ja doch noch Musik in der Glotze“, bis dann plötzlich ein verdummter Z-Promi ins Mikro rülpst und das Lied nicht parodiert, sondern mit den Mitteln eines Scheißhaufens verarscht. Ich hab es sowas von Satt, dieses niveaulose Scheißfernsehen…

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  2. Genauso geht es mir auch! Da liest man doch lieber ein gutes Buch oder interessante lustige Blogs.

    Es sitzen viele Idioten vorm Fernseher, aber die größten Idioten sitzen im Fernseher😉

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  3. Du hast die Samstagabend-Unterhaltung mit meilenweiter Überziehung und das Liebeskomödiendrama für die Frau vergessen!

    Aber ansonsten genau mein Erlebnis an diesem WE. Habe gestern zufällig nach Monaten (oder Jahren?) nochmal einen Versuch gestartet, das vorgegegebe Programm zu nutzen. Habe „Die Geisha“ angefangen, aber da ich das Buch gelesen habe, habe ich nach der ersten Werbepause nicht mehr zurückgefunden.
    Da lobe ich mir doch meine ausgezeichnete DVD-Sammlung, die ich auf meinem (Röhren-)Fernseher genießen kann.

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  4. Dank Euch für Eure schönen Kommentare🙂

    Dieses Wochenende habe ich nach c.a. 10 min. durchzappen – Ich befürchte der Mensch mutiert vom Homo Sapiens zum Homo Zappiens – beschlossen, den Fernseher wieder in den Idealzustand (siehe Bild) zu versetzen.

    Hat Niemand meinen Schreibfehler bemerkt? Anstatt „atomberaubende Naturlandschaftspanoramen“ wollte ich eigentlich „atemberaubende Naturlandschaftspanoramen“ schreiben. Lol, wie schön, dass ich auch über mich selbst lachen kann.

    An die Physiker(innen): Gibt es wirklich „Atomberaubendes“ ?

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  5. Es gibt noch einen besseren Zustand des Fernsehgerätes: den des Nichtvorhandenseins. Ich bin vor fast 5 Jahren umgezogen und just in time war der alte Kasten hinüber. Anfangs habe ich mit einem großen flachen geliebäugelt, konnte mich aber einfach nicht entscheiden, welchen denn nun. Nach ungefähr einem Jahr fernsehfreier Zeit hab ich dann beschlossen, keinen mehr zu kaufen. Es hat sich klar erwiesen, dass ich es nicht mal vermisse, vielmehr Zeit zum Lesen und für andere Dinge habe, auch mal wieder ins Kino gehe, und wenn ich einen wirklich guten Film unbedingt sehen will, es gibt genug DVDs, auch zum Ausleihen. Fazit: seit fast 5 Jahren gehöre ich zu den Exoten in D-land. Und dann auch noch ohne Auto…
    Das geht, und zwar sehr gut! Wenn ich das Fernsehprogramm lese – ja genau, das tue ich ab und zu, weil es meiner abbonierten Zeitschrift beiliegt – stelle ich immer wieder fest, dass ich praktisch nichts verpasst habe. Also: hau wech!

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  6. P.S. Jetzt muss ich grad lachen über meinen eigenen Beitrag, es heisst natürlich abonniert und wie das aussieht, wenn das Fernsehprogramm der Zeitschrift „beiliegt“ (geschickte Wortwahl!) bzw. was dabei rauskommt…sorry, das ist albern, ich weiss😉

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  7. Seit 5 Jahren ohne Fernseher? Glückwunsch🙂 Ich denke auch ich könnte ohne „Gehirmwaschmaschine“ auskommen.

    Das „abboniert“ ist nicht albern, sondern nur ein Tippfehler. Sympathisch, weil menschlich. Ich habe ja auch in meinem Beitrag anstatt atemberaubend, atomberaubend geschrieben, fand ich auch irgendwie spaßig, deshalb hab‘ ich es so stehen gelassen,…

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