ARGE: Essen oder Anwalt?

Eigentlich suchte ich etwas ganz anderes, zufällig stieß ich dann auf folgenden Forenbeitrag vom „webmaster“:

Im August des letzten Jahres wurde ich auf dem Weg zur Arbeit ( einem 1€-Job ) auf der Strasse, morgens um 6.45 Uhr hinterrücks überfallen, zu Boden geschleudert und zusammen getreten. Dadurch hatte ich einen epileptischen Anfall ( bin Epileptiker ) und andere schwere Blessuren. Daraufhin sofort zum Krankenhaus, wurde dort untersucht und 6 Tage einbehalten. Als ich wieder nach Hause entlassen wurde, begab ich mich zur Arge um mich dort zu informieren ob ich recht auf einen Anwalt habe. Wobei mir die Dame an der Anmeldung sagte:
„Entweder essen sie von ihrem Geld oder nehmen sich einen Anwalt“. (Hervorhebung von mir)
Quelle

Dieser Umgang ist kein Einzelfall. Steht ARGE für arg entmenschlicht?
Der Foreneintrag ist zwar vom 31.07.2007, also beinahe 2 Jahre alt, dokomentiert aber dennoch die immer noch gegenwärtige Abwicklung des Menschseins durch die Arbeitsagenturen und ihre sogenannten „Fallmanager“.
Als Hartz4-Empfänger kann man eben nicht alles haben, entweder Rechtsanspruch oder Lebensmittel, so scheinbar die Auffassung der „Empfangsdame“.

Doch auch der Job- und Besitzlose hat (noch) ein Anrecht auf sein Recht, nämlich auf Prozesskostenhilfe, welche die Kosten für den Anwalt übernimmt. Doch Vorsicht, verliert man als ALG2-Bezieher den Prozess, – Recht haben und Recht bekommen ist auch in einem „Rechtsstaat“ oftmals Zweierlei, das Risiko zu verlieren besteht immer, wenn der Richter schlecht geschissen hat – sind die Gerichtskosten zu erstatten, falls der Richter so entscheidet. Dann würde sich das, was die „Empfangsdame“ im Jobcenter gesagt hat, bewahrheiten, nämlich dass der Arbeitslose das Essen einstellen muss, um für die Gerichtskosten aufzukommen,…

Man spricht ständig über die globale Erderwärmung, während die menschliche Kälte Tag für Tag zunimmt,…

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Ein Kommentar zu “ARGE: Essen oder Anwalt?

  1. Schon beim Lesen dieser Ungerechtigkeiten sträuben sich meine Nackenhaare.
    A b e r, gerade in solch einem Fall, müsste der menschliche Überlebenswille doch einmal greifen und eine Empörungsexplosion auslösen. Wenn die Menschen einmal konsequenter reagierten, wären sie nicht in solch einer Situation, wie sie jetzt sind! – Sie sind immer zu angepasst und wegen Ihres Unwissens auch sehr leicht beeinflussbar.
    Das gilt in dem Fall hier nicht für den Geschädigten, weil er als Epileptiker garantiert starke Medikamente einnehmen muss.
    Bei mir hätte sich kein Sachbearbeiter gewagt, solch eine Aussage von sich zu geben: Essen oder Anwalt?? – Allerdings habe ich das auch erst einmal lernen müssen
    Es liegt doch sehr nahe, dann zu fragen: „Wollt Ihr mich sterben lassen, weil ich mein Recht haben möchte? Und zeigen Sie mir mal bitte diesen Paragraphen im Grundgesetz, der so etwas vorsieht?“

    Kann man einer Person, die nur noch über dieses Minimaleinkommen verfügt, etwa auch noch etwas pfänden? Wenn man einer Person, die mit dem Lebensnotwendigsten ausgestattet ist, davon noch etwas nimmt, dann gefährdet man sein Leben und kommt einem Mordversuch gleich! So sehe ich das. Das Denken mag falsch sein, ist jedoch menschlich nachvollziehbar.

    Meine Erfahrungen sind die: Ist ein Mensch nicht mehr voll verwertbar und wirkt psychisch schon angeknackst, dann trampelt man umso mehr auf ihm herum. – So verroht ist das System geworden.
    Da gibt es nur eines: Entweder man lässt sich auf diese Weise in kleinen aber stetigen Schritten umbringen, was ein qualvolles Leben bedeutet – oder man setzt seinen Verstand ein, informiert sich überall und agiert zur passenden Zeit, mit allen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen.
    Setzt Euch vor die Haustür der Stadtväter, vor das Rathaus mit einem entsprechenden Transparent. Eine der Möglichkeiten ……..

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