Milliardärspresse oder wie man zum Antisemiten gemacht wird

Paul Sethe war deutscher Publizist, Journalist und Geisteswissenschaltler. Bereits am 5.Mai 1965 schrieb er einen Leserbrief an den Spiegel (Auszug) :

[…] „Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ […] „Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.“ […]


An den Verhältnissen bezüglich Informations- und Meinungsmacht hat sich bis heute kaum etwas geändert, dementsprechend sagte Peter Scholl-Latour, ebenfalls Journalist und Publizist, fast das Gleiche:

Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen.

Beiden würde ich uneingeschränkt zustimmen. Ich käme auch nicht im Entferntesten auf den Gedanken, Paul Sethe oder Peter Scholl-Latour, aufgrund dieser Aussagen, Antisemitismus zu unterstellen. Oskar Lafontaine machte kürzlich bei „Illner intensiv“ prinzipiell eine identische Aussage:

Lafontaine hatte in der Sendung davon gesprochen, dass die Medien in Deutschland in den Händen von zehn reichen Familien lägen und diese hätten kein Interesse, die Linke groß zu machen. Quelle: Telepolis

Wenn Oskar Lafontaine so etwas verlautbaren lässt, wiegt das natürlich doppelt schwer. In einem Elaborat bei FR-Online wird daraus gar Antisemitismus konstruiert:

Jetzt muss er nur noch von jüdischen Familien reden, dann darf er bei der NPD eintreten, die redet genauso.

Herr Schmidt, das ist mieser Kampagnenjournalismus aus der untersten Schublade. Wenn dieser schäbige Artikel auch in der Printausgabe der Frankfurter Rundschau erschienen ist, hätte das Papier auf dem er gedruckt wäre, nur den Nutzen, dass man damit Hundehaufen einwickeln kann, um sie sauber entsorgen zu können.
Ich bin kein Lafontaine-Anhänger, würde mich aber trotzdem freuen, wenn Journalisten wieder vermehrt Journalismus betreiben würden, ansonsten sind sie nur die schlechteren Blogger,…

Es gibt bestimmt auch Menschen, die diesen Artikel toll finden. Ein Leser meinte:

FR-Eigentümer DuMont-Schauberg sowie die SPD werden aber zufrieden sein mit derlei Pampflehten.

So wird es sein. Wie war das noch? Wes Brot ich ess, des Lied ich sing?

2 thoughts on “Milliardärspresse oder wie man zum Antisemiten gemacht wird

  1. Pingback: Die Uhr tickt immer lauter … sind wir alle taub? « Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s