Die wahren Leistungsträger (2)

Der Begriff „Leistungsträger“ wird in der politischen Debatte, insbesondere zu Wahlkrampfzeiten, zu Lasten derer, die für wenig Lohn hart arbeiten, permanent missbraucht. In diesem Diskurs wird offenbar regelmäßig „Leistung“ mit Einkommen verwechselt.
BBC-News berichtet, über eine Studie aus England, durchgeführt von der New Oconomic Foundation, dabei stellte sich folgendes heraus:

Reinigungskräfte im Krankenhaus sind für die Gesellschaft mehr wert als Bänker

Die Studie besagt, dass für jedes Pfund, den das Reinigungspersonal in einem Hospital verdient, ein Gegenwert von 10£ geschaffen wird, wogegen Elite-Bänker durch die Verursachung der Weltwirtschaftskrise dem Land großen Schaden zugefügt haben, sie sollen für jedes Pfund, dass sie verdienten, den Gegenwert von 7£ vernichtet haben.

Die Studie sagt weiterhin aus, dass leitende Führungskräfte aus der Werbeindustrie für übermäßigen Stress verantwortlich sind. Die von Werbeschaffenden produzierten Kampagnen schaffen künstliche Bedürfnisse, die Überkonsum bewirken, dadurch letztlich Unzufriedenheit und Elend erzeugen.

Besonders schlecht schneiden die Steuerberater ab: Sie sollen laut Studie für jedes Pfund, welches sie für sich als Einkommen einstreichen, 47£ vernichten!. Dagegen sieht ein Arbeitnehmer im Bereich Abfallrecycling gut aus: Er generiert pro verdientes Pfund, 12£ als Wert für Gesellschaft und Umwelt. Arbeitnehmer im Bereich Kinderbetreuung erzeugen je Pfund einen gesamtgesellschaftlichen Gegenwert von 9.50£

Die Stiftung hat eine neue Form der Arbeitsbewertung verwendet, um den Beitrag den verschiedene Arbeitsplätze zur Gesellschaft leisten, einschließlich der Auswirkungen auf Gemeinden und Umwelt, zu ermitteln. Insgesamt wurden dazu sechs verschiedene Berufe analysiert: Elite-Bänker, Kinderbetreuer, Krankenhaus-Reinigungskräfte, Führungskräfte aus der Werbebranche, Arbeitnehmer aus dem Bereich Abfallrecycling, Steuerberater & Wirtschaftsprüfer.

Mein persönliches Fazit:

Es wurden zwar nur wenige Berufsgruppen in Bezug auf ihren gesamtgesellschaftlichen Wert untersucht, auch kann ich die Berechnungen in Pfund nicht exakt nachvollziehen, doch als wichtige Erkenntnis kann aus der Studie sicherlich extrahiert werden, dass die Marktwirtschaft keine Löhne erzeugt, die den Nutzen der Arbeit für die Gesellschaft widerspiegeln. Stattdessen wird die geringe Wertschätzung für die Arbeit von  Reinigungskräften, Müllmännern, Kassiererinnen, Regalauffüllern und Produktionshelfern durch niedrige Gehälter ausgedrückt.

Gering Qualifizierte ?
Gerechtfertigt werden kleine Einkommen, oftmals mit „geringer Qualifikation“. Was befähigt eigentlich einen Guttenberg zum Amt des Verteidigungsministers, welche Qualifikation hat eine Christina Köhler, um als Familienministerin fungieren zu können, welche Referenzen hat Wolfgang Schäuble, die ihn als Finanzminister empfehlen, welche internationale Erfahrung hat Guido Westerwelle, die ihm zum Außenminister prädestinieren, welche Fähigkeiten kann Ursula von der Leyen als Vorraussetzung für das Ministeramt der Arbeitsministerin nachweisen? Kann es sein dass in der Bundesregierung die bestbezahltesten „niedrig Qualifizierten“ beschäftigt sind? May be 😉

Man sollte dem Westerwelle und anderen Politikern diese Studie links und rechts um die Ohren hauen, solange bis sie den Begriff Leistungsträger korrekt definieren,…

Quelle: BBC

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14 Kommentare zu “Die wahren Leistungsträger (2)

  1. Also ich finde das ja eine unverschämtheit, wer einmal im Steuerbereich gearbeitet hat sollte wissen was das für eine Anstrengung ist.
    Vorallem ist es unverschämt zu behaupten wir würden 47Pfund vernichten. das stimmt nicht
    wir bewahren diese 47 Pfund nur davor Staatseigentum zu werden und das im Rahmen des Gesetzes!!

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    • @ Enrico Mombasa

      Zitat:
      „…..wir bewahren diese 47 Pfund nur davor Staatseigentum zu werden und das im Rahmen des Gesetzes!!“

      Nun mal nicht so edel !
      Die Gesetze, auf die Sie sich berufen, stammen von wem ?! Und sind deshalb für wen gemacht ?

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  2. @ Ritter1

    Natürlich…

    … ohne Gesetze könnten wir selbstverständlich weit mehr Geld davor bewahren Eigentum des Staates werden.
    Aber wissen Sie ohne Gesetze geht es nunmal nicht.
    Es wäre schön wenn es ginge, aber es geht nunmal NICHT ohne Gesetze,
    das sind kindische Vorstellungen von denen Sie sich noch befreien müssen.

    MfG

    Enrico Mombasa

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    • @ Enrico Mombasa

      Meine „kindischen“ Vorstellungen gehen in Richtung „geeigneter Gesetze“. Gesetzlosigkeit ist mir wesensfremd.

      Vielleicht lesen Sie einmal meinen Einwand in diesem Kontext, und versuchen zu verstehen !

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  3. geeignete Gesetze…
    die Gesetze eignen sich bereits dazu das sie vom Staat in seinem Sinne ausgelegt werden. Wenn Sie verstehen was ich meine.
    Bitte konkretisieren Sie und definieren Sie „geeignet“.

    Es dankt Ihr

    Enrico Mombasa

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  4. Wissen Sie „tom“
    es wäre schön wenn es wahr wäre, was dieser Staat uns da einredet.
    Wir wären er selbst.
    Sind es wir den dann auch, die Bomben auf Afghanistan scheißen?
    Sind es wir den dann auch, die Regierungen die uns nicht passen destabilisieren?
    NEIN!
    Ebenfalls eine kindische Vorstellung…

    Mfg

    Enrico Mombasa

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    • Ich schrieb vom Idealzustand nicht vom Istzustand. Etwas mehr Textverständnis würde ich von einem Steuerberater schon erwarten, oder können Sie nur Zahlen lesen ? 😉

      Und nein „wir“ werfen keine Bomben auf Afghanistan, das geschieht vermutlich im Interesse der „Leistungsträger“ , die sich die besten Steuerberater leisten können,..

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  5. So ein Quatsch, wir sind der Staat oder seid ihr alle staatenlos ihr armen looser. Diese Frage muß anders gestellt werden, bist du Bürger oder Lemming? Will damit vorsichtig andeuten, das wir diese Staatszugehörigkeit auch ausleben und nicht nur am Biertisch darüber jammern müssen – civil courage! Dann würde die Diskussion um die Leistungsträger, den Steuerberater genau so beachten wie die Putzfrau. Es geht ja ohne beide nicht oder?

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  6. Da kann man mal wieder sehen, es gibt kein richtiges Leben, im falschen…
    Die Bagaluten aus der Politik wissen sehr wohl um solcherlei, but guess what,
    und werden alles tun, dass die Bilanz weiterhin so positiv zu (Un-) Gunsten des
    Niedriglohnsektors ausfällt….

    soloezistische Grüße

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  7. @Tom
    entschuldige den Ausraster, ick bin eben … und dann noch so einen Namen, na gut Freiheit….
    Der post gefällt mir sehr! Danke
    Ich bin in eine community besonderen Ausmaßes eingetaucht „Mein Figaro“, hat heute ihr einjähriges Bestehen, also basisdemokratisches Rückradio (das war so was wie ein brandheißer Tip). Im Osten rührt sich wieder was, nicht nur gerade in Dresden. Vielleicht sollten wir doch mehr Zeit füreinander haben? Tschönes Wochenend mike

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