Message to Anna

Letztens fand ich diese, wie ein verzweifelter Hilferuf wirkende Botschaft. Keine „Message in a Bottle“, sondern prima an der Wand lang:

Mein Leben ist voller leerer Versprechen. Diese „Welt“ macht mich krank.

Bemerkenswert finde ich außerdem, dass das Wort Welt in Anführungszeichen gesetzt ist. Vielleicht hält der unbekannte Botschafter jene Bezeichnung für den Ort, an dem wir uns alle befinden, nicht mal mehr für angemessen. Klingt deprimierend. Ob die mysteriöse Anna den anonymen Verfasser erhört und gerettet hat, werde ich wohl nie erfahren,..

S.O.S – Save our Souls . . . _ _ _ . . .

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6 Kommentare zu “Message to Anna

  1. jean paul erfand für dieses gefühl den begriff weltschmerz. ich glaube auch nur noch an taten. worte werden allzu häufig leichtfertig dahingesagt, blenden in ihrem glanz und verletzen in unerfüllter erwartung. man kann ihnen nur selten die bedeutung beimessen, die sie theoretisch vermitteln. die diskrepanz treibt manche in die depression, mich in phasenweise traurigkeit, die ich mit galgenhumor ummäntele. anders ist es manchmal kaum auszuhalten.

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  2. wortfeile, Du sprichst mir wie so oft aus der Seele. Auch ich höre immer öfter Worte und Erklärungen, die sich verlieren an den Grenzen einer Sprache, die sich häufig als unbeholfenes und unzulängliches, leichtfertig gebrauchtes Hilfsgerüst darstellt. Und dennoch übe ich Nachsicht, denn auch ich habe schon oft mit Worten verletzt, (mich) leichtfertig versprochen oder im Gefühlsüberschwang dummes Zeug geplappert, ohne mir dessen Auswirkungungen bewusst gewesen zu sein. Das Positive daran ist: man kann daraus lernen und Worten die passende Gewichtung beimessen, eine Sensibilität für Sprache entwickeln, und – wie Du sagst – Worte vor allen Dingen an den vorrausgegangenen oder folgenden Taten messen.

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  3. @ hilde

    glücklicherweise gehe ich beim gebrauch der sprache mit mir selbst härter ins gericht als gegen andere und versuche den abstand zwischen „es wird“ und „es ist“ klein zu halten. am schönsten sind die augenblicke, in denen man sich wortlos versteht, in denen blicke gegenseitiges verstehen signalisieren. die kostbarsten augenblicke sind leider auch die seltensten.

    tom hat hier auch ein äußerst nachdenkliches motiv hervorgezaubert. danke!

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  4. Das habe ich schon bemerkt 🙂 Deshalb lese ich Deine und auch Tom’s Beiträge sehr gerne.
    @Tom
    Schliesse mich wortfeile an – die „Welt“ durch Deine Augen zu sehen ist sehr anregend, danke dafür!

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  5. Save our souls… doch an wen geht dieser Hilfeschrei? Wer ist stark genug, sie zu retten?

    Worte sind so oft so mächtig und doch leer. Wie kann etwas so leeres uns so sehr verletzen? Woher bekommen Wörter ihr Macht?!

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  6. Schon interessant, welche Deutungen, derart kurz gefasste Botschaften zulassen. Der Weltschmerz lastet oft schwer, Menschen die ihn empfinden haben meine Sympathie, zeigen sie doch, dass ihnen nicht scheißegal ist, was um sie herum passiert.

    @Wortfeile @Hilde
    Eure Komplimente machen mich verlegen,..

    @beloveddaughter
    Der hilflose Hilfeschrei ist an Anna (vielleicht eine verlorenen Liebe?) adressiert, an die Vorrübergehenden und an die Gesellschaft. Versprechen wecken Hoffnungen und Vorfreude, leere Worte schaffen Enttäuschung und Mißtrauen,…

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