Herr Sarrazin, Sie ätzen!

Es gibt Leute, die sind wichtig und es gibt Leute die machen sich wichtig. Der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), der kein bedeutendes politisches Amt ausübt, gehört zweifellos zu Letzteren. Aus seiner Visage quillt seit Wochen und Monaten regelmäßig veritabler Verbaldünnschiss hervor, den die Gossengazetten nur allzu gerne auflagensteigernd drucken. Herr Sarrazin, Sie ätzen! Wenn Sie wieder einmal etwas zum öffentlichen gesellschaftspolitischen Diskurs beitragen möchten, gurgeln sie bitte vorher mindestens drei Minuten Lauge, damit es nicht so ätzt! Oder noch besser: Einfach das Fressbrettchen zugeklappt lassen.

Wer das Faule Ei des Monats
bereits dreimal gewonnen hat
(Thilo, September 09, Februar 10 und März 10),
darf es als Nadelabzeichen tragen.


Es lohnt kaum inhaltlich auf Sarrazins Auslassungen einzugehen, das würde voraussetzen, dass sie überhaupt einen wesentlichen Inhalt transportieren. Stattdessen werden nur oberflächlich Ressentiments geschürt und Öl in soziale Brennpunkte gegossen. Bei der SZ sind seine markigen Sprüche der letzten Monate in einer bebilderten Klickstecke zusammengefasst. Ich empfehle vor der Lektüre einen geeigneten Behälter zur hygienischen Magenentleerung bereitzustellen.
– > Ein Mann und seine Sprüche
Er steht allerdings mit seiner Meinung nicht alleine da. Interessant wird es, wenn man sich anschaut, wer für Sarrazins Äußerungen Beifall spendet, dann findet man nämlich eine recht(s) illustre Gesellschaft vor. Nur einige Beispiele:
Die NPD-Sachsen möchte ihn zum Ausländerbeauftragten machen, sein Konterfei grient den Besucher des rassistisch islamophoben Blogs „Pi-News“ aus der Sidebar mit der Aufforderung „support Sarrazin“ an und ein  kleiner europäischer Ableger des KuKluxKlan, die „europaen white knights of the burning cross“ finden den Thilo auch ganz dufte:


Ausschnitt eines Screenshots. Wer das überprüfen möchte, gebe einfach „europaen white knights“ bei Google ein, das erste Suchresultat anklicken, das wirrköpfige Geschreibsel möglichst ignorieren, nach unten scrollen, et voila und der Sarrazin grüßt aus der Kutte!! Aus verständlichen Gründen werden die  zipfelmützigen Bettlakenvollpfosten, die sich die „weißen Ritter“ nennen, nicht verlinkt.

In diesem Kontext erscheinen Sarrazins rhetorische Eskapaden im rechten Licht, oder?

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