Big Brother Brother 10, tiefer kann TV-Unterhaltung nicht gehen

Einer der absoluten Tiefpunkte der deutschen TV-„Unterhaltung“ ist für mich „Big Brother“ nun bereits in der 10.Staffel. Nicht nur dass bei dieser Überwachungsshow ein bestehendes Problem, nämlich die ausufernde Überwachung der Bürger durch ihren Staat und die damit einhergehende Quasi-Abschaffung des Privatlebens, pervertiert wird, auch das Niveau der Kommunikation unter den Containerbewohnern entspricht kaum dem, was ich in einer zivilisierten Welt als Minimalanforderung erwarten würde.

Man muss hierbei fairerweise den Containerinsassen zugute halten, dass der „Hirnzellenschrumpftransmitter“, jener Sender, der im Volksmund als RTL(2) bekannt ist, in seinen Tageszusammenschnitten die Containerhäftlinge häufig nur in extremer emotionaler Gefühlslage zeigt, was ihnen oftmals ein negatives Image im richtigen Leben einbringt. Dabei werden die Konflikte zwischen den Bewohnern, oft von außen, also von den Produzenten der Sendung induziert bzw verstärkt. Ein hoher Preis für temporären „Ruhm“ und Aufmerksamkeit. Während das anspruchslose voyeuristisch veranlagte, überwiegend junge Fernsehpublikum, diese Sendung liebt, konnte ich „Big Brother“ jeweils nur wenige Minuten am Stück ertragen, bevor sich das Vakuum in meinem Kopfraum ausbreiten konnte, drückte ich lieber rechtzeitig auf die Fernbedienung. 😉

Zu allem Überfluss gibt es auch noch Blogs, die sich ausschließlich dieser Sendung widmen. Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass der TV-Junk regelmäßig ins Internet respektive in die Blogosphäre ‚rüber schwappt. Ich habe mich schon gefragt, ob der Blogbetreiber dafür bezahlt wird (wenigstens Schmerzensgeld?) oder ob er das freiwillig macht. Was mich wundert ist, dass man sich im Blog „Big Brother 10“ über unflätige Kommentare, die sich in ihrer Ausdrucksweise sprachlich aus den untersten Schubladen bedienen, echauffiert. Damit musste man rechnen, denn schließlich geben diese „Lesermeinungen“ doch ziemlich exakt den geistigen Level der Sendung wieder :mrgreen:

Big Brother? Was guckst Du? Piss off!

what are you looking at, big brother?

Foto: nolifebeforecoffee CreativeCommons Graffito: Banksy

Mein finales Fazit: „Big Brother“ ist Fernsehödnis zum Weggucken.
P.S. Wer ist eigentlich Klaus? Who the fuck is Klaus?

4 thoughts on “Big Brother Brother 10, tiefer kann TV-Unterhaltung nicht gehen

  1. lieber tom,

    ich kann nicht mal die motivation der containerbewohner nachvollziehen. die menschlichen an/triebe sind wirklich extrem unterschiedlich. ich habe seinerzeit ab und an in die erste staffel gezappt, als ich noch film- und fernsehwissenschaft studierte. diese sendeformate sind einer von vielen gründen, warum ich seit ein paar jahren keinen fernseher mehr habe. ich vermisse nichts, denn ich brauche wenigstens in meiner freizeit genug privatsphäre. ein leben auf dem präsentierteller liegt gänzlich außerhalb meiner wünsche.

    einen schönen sonntag wünsch ich dir noch.

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  2. Liebe Wortfeile,

    du hast wirklich Film- und Medienwissenschaft studiert? In Anbetracht des Dargebotenen ein wirklich harter Job 😉
    Deinen Fernsehtotalverzicht kann ich nur allzu gut nachvollziehen, das nenne ich mal konsequent! Ich frage mich gleichfalls was Menschen dazu bringt bei solchen „Unterhaltungsformaten“ mitzumachen. Diese Leute kommen offenbar aus jenem Teil unserer Gesellschaft, den man gemeinhin als „Unterschicht“- Mir ist dieser Terminus ein Groll, da ich für eine klassenlose Gesellschaft bin – bezeichnet. Sie haben meist keinen festen Job (wie sonst kann man sich so lange frei nehmen, um monatelang bei einer solchen Show mitzumachen?) und hoffen groß ‚rauszukommen, was häufig nach hinten los geht, weil sie vom Fernsehen bloßgestellt werden. Diese Art der Bloßstellung zieht sich m.E. durch die gesamten „Real-Life-Dokus“ bei RTL, wie eine übelriechende Schleimspur. Ich frage mich immer und immer wieder, ob die Menschen, die das mitmachen, wissen worauf sie sich da einlassen, oder ob sie wirklich so naiv sind zu glauben, das Fernsehen die Wirklichkeit abbildet?
    Schaut Euch das mal an:
    Frauentausch, Konflikte für die Quote
    Das selbe Prinzip, wie bei „Big Brother“

    Früher hat man in dekadenten Gesellschaften, zur Unterhaltung der „Oberschicht“ die „nutzlosen wertlosen Subjekte“ von Raubtieren und Gladiatoren durch die Arenen jagen lassen, heute gibt es für so was das Privatfernsehen,…

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  3. Das Blog ist ja auch regelmäßig bei den „Top Blogs“ im WordPress-Dashboard gelistet. Irgendwann habe ich dann mal neugierig draufgeklickt. Es tummelten sich dort über 90 Besucher zur gleichen Zeit. Und eben, als ich auf den Link oben geklickt habe, sogar 144 gleichzeitig.
    Ein Elend…

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  4. Ach ja, die WordPress-Charts,..früher habe ich mich mal über mein Top-Ranking gefreut. Wenn ich nun dort gelistet werde, frage ich mich, ob ich scheiße gebloggt habe.

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