Gestern bei Beckmann

Der selbstdarstellerische Johannes B. Kerner (wofür steht eigentlich das B? Für Blödmann?) und sein Kollege Beckmann wären besser beim Sport geblieben, da können sie wenigstens keinen Schaden anrichten, stattdessen müssen diese Knallchargen auch noch Politiktalk machen. Bei Fußball-Übertragungen kann man ja zur Not den Ton abdrehen und trotzdem gucken, bei Politiksendungen macht es evtl. Sinn, wenn man  den O-Ton der Moderatoren und Studiogäste durch Tierlaute aus „Unsere kleine Farm“  ersetzt. Gestern waren bei Beckmann zwei der größten Politflachpfeifen gleichzeitig zu Gast. Friedrich Merz, der in seiner CDU längst nichts mehr zu melden hat, kurz nach der Finanzkrise das Buch „Mehr Kapitalismus wagen“ herausbrachte und der ehemalige „Superminister“ Wolfgang Clement, der einem möglichen Rauswurf aus der SPD durch seinen Austritt zuvorkam und nun offizieller FDP-Supporter ist.

Natürlich ging es um die NRW-Wahl. Da hamse ja die „richtigen Experten“ eingeladen, dachte ich mir. Sportreporter Beckmann spielte einen Steilpass nach dem anderen, um auf die Linkspartei zu schießen, die ja dummerweise in den NRW-Landtag eingezogen ist. Die beiden Gäste, insbesondere Clement, nutzten die Vorlagen natürlich. Das war so einfach, wie Elfmeter ohne Torwart. Die Linke, so der Tenor, eine „extreme Partei“, die Schmuddelkinder der Politik, mit denen spricht man nicht, mit ihnen spielt man auch nicht, erst recht koaliert man nicht mit diesen „Kommunisten“. Inhaltliche Argumente? Fehlanzeige. Wie originell, dachte ich. Bashing gegen Links hatten wir ja noch nie im deutschen Fernsehen…gähn. Ich wollte schon umschalten, da wurden Trittin und Nahles live zugeschaltet. Ich hätte mich geärgert, wenn ich den Strike vom ehemaligen Umweltminister der Grünen gegen Clement verpasst hätte:

„Ich halte die FDP mit ihrem Marktradikalismus mindestens für so extremistisch wie die Linkspartei mit ihrem Staatsfeteschismus” (Trittin)

Peng! Der hatte gesessen. Clement fand das unerhört und atemberaubend, er hätte ein anders Freiheitsverständnis als Trittin, erwiderte er sichtlich empört. Zum Freiheitsverständnis von Herrn Clement gehört u.a. das Knechten von Arbeitnehmern in Zeit- und Leiharbeit, fiel mir spontan zum Agenda-Architekten ein. Dann schaltete ich ab, ich hatte genug Muppet-Show gesehen und sehnte mich nach den guten alten Zeiten der Augsburger-Puppenkiste zurück, da konnte man die Fäden wenigstens noch gut erkennen,..

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