Referrer-Spam

Spam ist ekelig, verstopft das Internet, raubt Zeit und nervt. Kürzlich wurde ich mit einer für mich neuen Variante des Spam konfrontiert, dem Referrer-Spam. Zum besseren Verständnis hier eine kurze Erklärung, was ein Referrer ist:

Ein Referrer ist die Internetadresse der Webseite, von der der Benutzer durch Anklicken eines Links zu der aktuellen Seite gekommen ist (engl. to refer „verweisen“).
Ausführlicher bei Wikipedia

Die WordPress-Blogsoftware zeigt die Referrer an, dadurch sieht der Betreiber über welche Internetseiten die Besucher auf das eigene Weblog gelangen. Sporadisch verfolge ich diese Links zurück, um zu erfahren in welchem Zusammenhang „TOMS WOCHENSCHAU“ erwähnt wird. Meist lande ich dabei in anderen Blogs, oft bei Foren, immer häufiger aber auch auf Kommerziellen Webseiten, bei denen ich nicht den geringsten Bezug zu diesem Blog herstellen kann.

Vorgestern klickte ich auf folgenden Referrer, den meine WordPress-Statistik unter vielen anderen auflistete:

Eigentlch hätte ich schon am Namen erkennen müssen, zu welcher Seite dieser Link führt, aber ich war neugierig und klickte drauf. Natürlich traf ich auf eine mit Werbecontent zugepflasterte Webseite, trotzdem suchte ich nach dem Link der zu „TOMS WOCHENSCHAU“ führt und fand dieses:

Referrer-Spam Auf der Grafik links, die einen Auschnitt der Sidebar darstellt, fordert der Betreiber die Besucher seiner Webseite explizit dazu auf, die eigene Seite durch den Besuch anderer Webseiten zu promoten. Zuerst dachte ich nur: Hä? Wie geht das denn? Dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Was man auf dem Bild links nicht erkennt, das blaue Feld ist eine Laufschrift, wie man sie vom Börsenticker her kennt, nur das hier keine Aktienkurse durchlaufen, sondern Blog-URLs. Meine muss irgendwann auch mal dabei gewesen sein. Auf dem ausgeschnittenen Screenshot läuft gerade „jasepustus.blogspot.com“ durch.  Bei Klick wird in der Blogstatistik dieses Blogs ein Referrer erzeugt, dadurch sollen die Klickzahlen der Kommerzseite hochgetrieben werden, um eventuell zusätzliche Werbeeinahmen zu generieren., die ja nicht selten an Besucherstatistiken gekoppelt sind.

Ich halte diese Spam-Methode nicht für sehr effektv, obwohl die Idee gut ist, beinahe genial. Spam funktioniert überwiegend nach dem Prinzip „Viel Kleinvieh macht auch ein wenig Mist“. Für mich ergibt sich daraus die Konsequenz, dass ich mir meine Referrer-Links ab jetzt sehr genau anschaue, bevor ich sie anklicke. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie Intelligenz für Marketingscheiß verschwendet wird.

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3 Kommentare zu “Referrer-Spam

  1. lieber tom,

    ja, das ist mir auch schon aufgefallen. ich dachte aber bisher immer, daß wären die links, die zu den absendern von spamkommentaren führen und nicht noch extra werbeseiten. meistens klicke ich nur noch auf referrers, bei denen ich eindeutig einen blog dahinter vermuten kann. hab schon genug andere probleme mit dem computer. wer weiß, ob man sich dort nicht noch mit dummheit infiziert ;-).

    ein schönes wochenende!

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  2. Hm, ich glaube, die „richtigen“ Spammer haben das gar nicht nötig, ihre User zum Besuchen einer Seite zu animieren. Es ist ja relativ easy, den HTTP-Referer zu manipulieren, den man an andere Webserver weitergibt, dafür gibt’s bspw. zahlreiche Browser-Addons, wie z.B. RefControl. Der Vorteil des User Generated Spam sind natürlich die seitens wordpress.com nicht blockierbaren, weil verteilten, IPs. Aber ich frage mich, ob es wirklich viele User gibt, die auf eine Spamseite kommen und dort erstmal auf einen „Support us“-Button klicken.

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  3. @Wortfeile

    Ich hatte mir schon gedacht, dass dieses Sache ein halter Hut ist, aber gelegentlich habe ich das Bedürfnis, Dinge, die ich für mich neu entdeckt habe, sofort in die Welt hinaus zu posaunen 😉

    Dir einen schönen sonnigen Sonntag

    @Frank

    Ja, ich denke auch, dass diese Spam-Methode nicht sehr wirksam ist, zumal die Referrer, wenn überhaupt, nur durch einen einzigen Klick erzeugt werden, infolge dessen ganz unten auf der Referrer-Liste landen und daher selten zurückverfolgt werden. Inwieweit das Erzeugen von Referrer-Links fürs Google-Pageranking relevant ist, kann ich nicht sagen. Meines Erachtens dürfte das keine Rolle spielen, da das WordPress-Dashboard ja nicht publik ist und ich nie Referrer-Links veröffentliche.

    P.S. Danke für Deinen Erstkommentar hier. Ich freu mich kaputt 🙂

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