Jobwunder. Das 127ste

Bald ist wieder Monatsende, dann werden mal wieder die offiziellen „Arbeitslosenzahlen“ mit begleitendem Geschwurbel aus Politik und Wirtschaft durch die Medienlandschaft gejagt. Ich habe schon einige Meldungen dazu gelesen. Von dem schwachsinnigen Euphemismus „Jobwunder“ ohne jeglichen Bezug zur Realität (das haben Wunder meistens so an sich) bleiben wir erneut nicht verschont. Die Zahl der Arbeitslosen ist nach Angaben der Bundesregierung auf 2,945 Millionen gesunken. Das soll angeblich der niedrigste Wert seit 1992 sein.

Müsste es nicht richtigerweise heißen, dass seit 1992 noch nie so viele Arbeitslose in der Statistik versteckt worden sind wie heute? Im Vergleich zum Vormonat sei die Zahl der Arbeitslosen um 86.000 zurückgegangen. Wieviele von den neuen Beschäftigungsverhältnissen basieren auf Zeitverträgen ohne Perspektive auf Festeinstellung? Wieviele prekäre Arbeitsverhältnisse sind darunter? Wieviele von den 86.000 müssen aufstocken, damit es zum Leben reicht? Journalisten würden da nachhaken, Schreibhuren und Mietmäuler dagegen schreiben und reden was sie sollen. Für Geld. Was sonst? Nach meinem Verständnis sollte Journalismus kritischer hinterfragen, eine Art Kontrollinstanz der Staatsmacht sein. Stattdessen sieht es so aus: Tritt man der Regierung in den Hintern, trifft man die Medien am Kopf!

Ein Funken Wahrheit steckt immerhin in der Hurra-Vokabel „Jobwunder“: Es grenzt beinahe an ein Wunder, wenn der Arbeitssuchende heutzutage noch einen fair entlohnten Job mit Festanstellung bekommt,…

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2 Kommentare zu “Jobwunder. Das 127ste

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