Halloween, ein Angriff auf christliche Traditionen?

Philip Mißfelder, der sich bereits mehr als einmal spöttisch verächtlich und herablassend über die Benachteiligten unserer Gesellschaft geäußert hatte, damit seine persönliche Vorstellung von christlicher Nächstenliebe zum Ausdruck brachte, scheint erneut an mentalen Blähungen zu leiden. Der Chef der Jungen Union gab jüngst folgendes zu Protokoll:

In der “Bild am Sonntag“ (neue Ausgabe) schreibt Mißfelder: “Wir sind in der Pflicht, christliche Traditionen gegen den Zeitgeist zu verteidigen, mag er noch so locker daherkommen.“ Der von Kürbissen geprägte Karnevalsersatz verdränge die Zeit der Besinnung um den Reformationstag und Allerheiligen. […]
Quelle: DA-imNetz.de via blog.rebellen

Dieser christlich lackierte Vierkant-Hohlpfosten, sollte bevor er zu Reden beginnt, vielleicht erstmal Kontakt mit seinem Gehirn aufnehmen. Hätte er was halbwegs Kluges von sich geben wollen, wäre ein Hinweis auf die zunehmende Kommerzialisierung von Halloween angebracht gewesen.

Halloween muss nicht zwingend im Widerspruch zu christlichen Traditionen stehen, immerhin kommt die Bezeichnung von „All Hollows‘ Even“ (Allerheiligenabend). Probleme haben unsere Taufscheinchristen eventuell mit der heidnisch-keltischen Herkunft dieses Brauches, die aber nicht zweifelsfrei geklärt sein soll. Analogien zwischen Christentum und Halloween: Die sogenannten „christlichen Werte“ kommen auch nicht selten als Verkleidung daher, wahlweise als Anzug, Kutte, Talar oder als aufgesetzte Moral, der man sich nach Gutdünken entledigt.

Was meint Herr Mißfelder mit „Besinnlichkeit“? Bei der Jungen Union könnte es besinnungslos besaufen heißen. Drückt dem Philip erst mal einen Straßenbesen (den mit den roten Borsten) in die Hand, dann kann er vor seiner eigenen Tür kehren. Er hätte vermutlich zum ersten Mal in seinem Leben Schwielen an den Händen und etwas Nützliches vollbracht. Anschließend bekommt er einen Kürbis über seine Rübe gestülpt und wird dreimal um den Block gejagt! Süßes oder Saures? Gebt der JU-Ballerina Saures :mrgreen:

Happy Halloween an Alle und lasst es krachen 🙂
happy_halloween
Bild: fx.worth1000.com

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5 Kommentare zu “Halloween, ein Angriff auf christliche Traditionen?

  1. Werteverletzung? Kommerzialisierung? Amerikanisierung? Alles Unfug. Halloween ist einfach hässlich und dumm. Verkleiden kann ich mich auch zum Karneval. Grusel ist nichts weiter als hollywood’sche Horrorgeilheit. Und Kürbis schmeckt auch gut, wenn er kein Gesicht hat. Also kann ich gut auf Halloween mitsamt seiner Optik und Akustik verzichten.

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  2. @Wortfeile

    Die kommerziellen Interessen dürften auch der Hauptgrund sein, warum dieser, ursprünglich aus Irland stammende Kult, über’m großen Teich zu uns ‚rübergeschwappt ist. In meiner Kindheit hat sich hier kein Mensch für Halloween interessiert.

    @Jan

    Deine Ablehnung kann ich immerhin nachvollziehen, während Mißfelders „Argumente“ das scheinchristliche Deckmäntelchen benötigen. Ich bin mir gerade nicht sicher was ich gruseliger bzw dämlicher finde, Michael Myers oder den Boss der JU 😉

    Abgesehen von der aufdringlichen werbemäßigen Vermarktung durch die Tinnef- und Kürbisindustrie stört mich Halloween nicht sehr, Leben und Leben lassen, bzw Feiern und Feiern lassen, sage ich nur 😉

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  3. Zu Mißfelders „christlichen Traditionen“ sei angemerkt, dass diese recht gern heidnischen Ursprungs sind, auch deren „schönste“ und bald anstehende könnte terminlich mit den Rauhnächten zusammenhängen…

    Zur Kommerzialisierung von Halloween, war das für Deutschland so geplant:
    „Unsere Strategie war aus der Not geboren“, sagt Tschorn. Der Golfkrieg hatte 1991 den Karneval ausfallen und das Geschäft mit Kostümen, Masken, Fastnachtsperücken und -zubehör zusammenbrechen lassen. Und dann treibt die Branche von Haus aus noch ein Problem um: Der Karneval dauert aus kalendarischen Gründen von Jahr zu Jahr unterschiedlich lange. „Wir mussten unbedingt in das Geschäft eine Konstante bringen“, sagt Tschorn. Und da kam man auf Halloween.

    Seit 1994 propagiert die Spielwarenbranche den Grusel-Karneval, der vom Geschäft her inzwischen längst nicht mehr nur eine Nacht, sondern ein, zwei Monate dauert.
    Quelle süddeutsche.de

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  4. Pingback: Ich empfehle diesen Kram… | Endgueltig

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