Tacheles: Grundeinkommen, Arschloch!

Zum Thema BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) zwei Videos als Diskussionsstoff. Meine Meinung dazu? Ich bin unbedingt für ein bedingungsloses unpfändbares Grundeinkommen, welches die Lebensgrundlage des Menschen sichert. Existenzrecht ohne Zwänge, für mich ein Menschenrecht.

Grundeinkommen, Arschloch

Der bayrische Reggae-Künstler Hans Söllner im Interview. Der Musiker bringt sehr  interessante Aspekte rund um das Thema Grundeinkommen. Sehenswert:
Menschengeld aka bedingungsloses Grundeinkommen

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12 Kommentare zu “Tacheles: Grundeinkommen, Arschloch!

  1. Ist nicht dein ernst ?! ..
    Dann lehnen wir uns alle zurück und lassen die andern die arbeit machen -moment.. wer sind denn dann die anderen ? … Und wo ist denn dann noch der ansporn, überhaupt den arsch hoch zu kriegen ???
    Das leben besteht aus geben und nehmen… das war schon immer so, und ein „menschenrecht auf nehmen“ gibt es wohl nicht. Jeder darf existieren, wie er will -keine frage, aber wer WILL der muss auch was dafür tun.

    „Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach“ (Matthäus 26, Vers 41)
    Und ich bin nicht gläubig…

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    • Doch, es ist mein Ernst!

      Es gäbe immer noch Motivation zu arbeiten, die wenigsten würden sich mit dem Grundeinkommen zufrieden geben, was nur das Existenzminimum wäre, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich würde weiter arbeiten…

      Niemand bräuchte mehr für einen Hungerlohn im Rahmen von sogenannten geringfügigen Beschäftigungen bzw Zeit- oder Leiharbeit zu arbeiten. Dort wo das Geben nicht gerade die Stärke der Arbeitgeber ist, das Nehmen dagegen schon 😉

      Geben bedeutet übrigens weit mehr als Erwerbsarbeit. Eine Mutter, die kein Gehalt bezieht, aber Kinder großzieht, leistet mehr für die Gesellschaft als einen Aktien- oder Devisenspekulant. Nur ein Beispiel,…

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  2. Nee, Grundeinkommen für alle finde ich panne. Erstens muss das Geld, das verteilt wird, irgendjemand verdienen. Zweitens ist Geld auch Wertschätzung für eine Leistung, die jemand erbringt. Und drittens haben Almosen auch etwas Entwürdigendes. Ich halte diesen Menschen dadurch davon fern, sich selbst zu helfen, entmündige ihn ein Stück.
    Muhammed Yunus, Friedensnobelpreisträger und Erfinder der Mikrokredite, mit denen er vielen Menschen auf der Welt eine Existenz und Würde gegeben hat, gibt Bettlern kein Geld. Warum? Das begründet er in einem Interview so: „Wenn ich dem Bettler Geld gebe, vergesse ich das eigentliche Problem. Ich muss nicht mehr darüber nachdenken, warum dieser Mann bettelt. (…) Also: Lieber kein Geld geben und sich stattdessen bewusst werden, warum man nichts gibt. Der zweite Grund: Wenn ich einem meiner ärmeren Landsleute in Bangladesch etwas gebe, bin ich sofort von einer Gruppe weiterer Bettler umringt. Wie soll ich begründen, dass ich dem einen etwas gebe und dem anderen nicht? Das führt zum ersten Grund. Für mich ist es besser, diese Leute im Kopf zu behalten, sich schuldig zu fühlen und sich an die Arbeit zu machen.“

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    • Es macht keinen Sinn, den Menschen ein leistungsfreies Grundeinkommen zu geben und gleichzeitig das jetzige System beizubehalten. Da hängt noch mehr dran. Yunus hat recht, bezogen auf unser jetziges System. Aber es muss natürlich mehr getan werden, als ein Grundeinkommen zu schaffen.

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    • @mayarosa

      – zu 1. Wie ich oben schon schrieb, ich bezweifele stark, dass bei Einführung des BGE plötzlich alle aufhören zu arbeiten.

      – zu 2. Ja, aber nur wenn man fair entlohnt wird. Bei prekären Beschäftigungsverhältnissen wird man eher geringschätzt, was sich letztendlich in der miesen Bezahlung ausdrückt. Ausgebeutet zu werden empfinde ich als sehr entwürdigend. Beim BGE geht es mir um die Wiederherstellung der Menschenwürde, die man am Eingang der „Agentur für Arbeit“ oft abgibt.

      -zu 3. BGE ist kein Almosen, weil es jedem zustünde, egal ob reich oder arm. Ist Kindergeld auch Almosen?

      -zu Muhammed Yunus: Ich unterstelle dem Friedensnobelpreisträger gute Absichten, aber sein Mikrokredit-System sehe ich gescheitert. Zahlreiche von Zins und Zinseszins versklavte Kreditnehmer fanden ihren Frieden im Freitod. Lies mal hier nach:
      Mikrokredite: Auswegslos verschuldet
      Das ist die bittere Realität. Traurig aber wahr. Willkommen im Kapitalismus.
      Hier noch ein sehr lesenswerter Blogbeitrag dazu:
      Tödliche Rendite durch Mikrokredite

      @HF

      Ja, das System muss verändert werden, weil es im Laufe der letzten c.a 30 Jahre über etwa. 6 Millionen Menschen allein in Deutschland „ökonomisch überflüssig“ gemacht hat. Durch automatisieren (Maschine ersetzt Mensch), durch den Export von Arbeitsplätzen bzw durch Auslagerungen von Produktionstätten in Billiglohnländer (sogenannte „asiatische Werkbänke“) und durch Rationalisierung (Mehr Arbeitslast auf weniger Schultern. Der Aktionär, der leistungslos sein Vermögen vermehren möchte, freut sich). Dem gegenüber stehen c.a 450.000 offene Stellen. Mit anderen Worten: Millionen Menschen wurde die Chance genommen ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten.
      Das Appellieren an die Eigenverantwortung ist ja schön und gut, aber dafür fehlen die Möglichkeiten. (in den 70er Jahren sah das noch anders aus) Es ist so, als würde man einen Kleinbauer in die Wüste schicken und zu ihm sagen: „Jetzt sieh mal eigenverantwortlich zu, wie du dein ‚Feld‘ beackerst“

      Das BGE wäre nicht unbedingt „leistungslos“, denn leisten heißt nicht nur erwirtschaften.

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  3. Und all die Aldiverkäuferinnen, Fabrikarbeiter, Altenpflegerinnen und Müllwerker sollen dann von ihrem Einkommen ein Grundeinkommen finanzieren? Dann frag die mal, ob die das wollen. Ich möchte es nicht!
    Zum Kindergeld: Mir wäre es viel lieber, anstatt Kindergeld zu kassieren, gäbe es gut ausgestatte Kinderbetreuung, Schulen und Universitäten sowie Unterstützung für Eltern, um Beruf und Familie unter einen Hut zu kriegen, so dass sie selbst für ihre Familie sorgen können. Ich bin alleinerziehende Mutter. Glaub‘ mir, ich weiß wovon ich rede. Ich will weder allimentiert werden noch ein System allimentieren, was Menschen durch Transferleistungen ausgrenzt.
    Deswegen bin ich auch für einen Mindestlohn. Denn warum soll der Steuerzahler per Sozialleistungen für Aufstocker, Wohngeld und andere Transferleistungen den Unternehmen unter die Arme greifen, die selbst zu wenig Lohn bezahlen? Dafür sehe ich keinen Anlass. Zudem der heutige Niedriglohnsektor insbesondere im Bereich der Dienstleistungen anzutreffen ist, die nicht ohne weiteres in ein so genanntes Billiglohnland exportiert werden können. Putzen, Haare schneiden etc. kann man eben nur vor Ort.
    Die Förderung von Chancengleichheit ist ein weiteres Thema.
    Zu Yunus: Leider finde ich das Interview nicht online. Mikrokredite funktionieren normalerweise ohne Zinsen. Den Fall, den du ansprichst gibt es und es muss geschaut werden, was da vor Ort schief gelaufen ist. Aber deswegen ein weltweit seit vielen Jahren funktionierendes System zu verteufeln, halte ich für nicht angemessen.
    LG mayarosa

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  4. Tom, mayarosa hat da gar nicht mal so unrecht. Wie soll denn so ein Grundeinkommen finanziert werden? Und nein, die Reichen sind kein Argument, die werden schleunigst ihre Kohle ins Ausland schaffen oder gar gleich ganz auswandern. Dann fehlen kurzerhand nicht nur die geplanten Mehreinnahmen, sondern gleich alles, was diese Leute hier an Steuern zahlen oder konsumieren…Die nächste Stufe wären dann jene, die zwar nicht superreich sind, sich aber ein ordentliches Leben leisten können. Die werden sich dann Schlupflöcher suchen, um Abgaben einzusparen oder gleich weniger arbeiten, wenn sie keinen Mehrnutzen haben. Und dann kommen wir bei der Frage nach denen, die so etwas finanzieren, wirklich sehr nahe an die oben erwähnten Arbeiter und Verkäufer(innen). Die werden sich bedanken.
    Und deshalb bleibt so ein Grundeinkommen eine Träumerei. Ob nun „leider“ oder „zum Glück“ möchte ich jetzt nicht beurteilen.

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  5. Pingback: TOMS WOCHENSCHAU- Roboter mit Seele

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