„Wir brauchen eine neue Wirtschaftsordnung“

Man kann Heiner Geißler sicherlich für Vieles kritisieren. Zum Beispiel dafür, dass er in der falschen Partei ist, auch seine Rolle als Schlichter bei Stuttgart 21 mag kritikwürdig sein. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Politikerkollegen hat sich Geißler bei zunehmenden Alter zu seinem Vorteil verändert. Bei folgendem Filmausschnitt kann ich nur konstatieren: Wo er Recht hat, hat er Recht!

Heiner Geisler: „Das bestehende System muss ersetzt werden durch eine neue Wirtschaftsordnung“

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5 Kommentare zu “„Wir brauchen eine neue Wirtschaftsordnung“

  1. Damit da oben nicht nur so ein komischer Kommentar steht:

    Es ist ja nicht so, dass die Idee einer neuen/alternativen Wirtschaftsordnung irgendwie neu wäre, von daher sollte da schon etwas mehr kommen als nur eben diese Aussage. Außerdem sind die Alternativen in der Vergangenheit grandios gescheitert oder krebsen gerade vor sich hin, was diese Aussage noch interessanter macht. Wenn also schon praktisch getestete Alternativen gefloppt sind, wie sehen dann neue aus? DAS wäre tatsächlich eine interessante Frage.
    Das da oben ist nur heiße Luft oder Wasser auf die Mühlen derer, die auf solche Aussagen ansprigen.

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  2. Blablabla? Lassen wir doch mal die Aussagen Geißlers aus dem Filmausschnitt Revue passieren:

    „Wir erleben, dass wir in einem Wirtschaftssystem leben müssen, was ausschließlich und allein den Kapitalinteressen dient und über die Interessen der Menschen und der Natur hinweggeht“

    Stimmt auffallend. Später untermauert Geißler:

    „Dieses Wirtschaftssystem, was man auch dadurch kennzeichnen kann, dass der Börsenwert eines Unternehmens steigt, je mehr Leute wegrationalisiert werden, ein solches System ist nicht konsensfähig, es ist undemokratisch, und muss ersetzt werden durch eine neue Wirtschaftsordnung…“

    Keine leeren Worte, Tatsache.

    „Wir haben 300 Menschen, aufgrund dieser ganzen Entwicklung, die haben ein Vermögen von einer Billion $ zusammengenommen, genauso viel wie die Hälfte der Menschheit, nämlich 3Milliarden, an jährlichen Einkommen hat, ein solcher Zustand ist unhaltbar“

    Auch richtig. Ein solcher Zustand ist in der Tat untragbar oder besser ausgedrückt: Unerträglich! Vielleicht hat Herr Geißler ja später noch ausgeführt, wie er sich eine andere Wirtschaftsordnung vorstellt und der Filmausschnitt gibt das nicht her.

    Findest Du, dass so wie es ist, in Ordnung ist? Soll das so weiter gehen? Willst Du ernsthaft betreiten, dass die Kluft zwischen arm und reich wächst (Tendenz steigend) ? Ich fände es besser, wenn die Realwirtschaft Priorität gegenüber der Finanzwirtschaft hätte, ich würde die leistungslose Geldvermehrung stark besteuern, einschränken oder ganz abschaffen. Ich würde es lieber sehen, wenn sich die Einkommensstruktur anderes gestalten würde, dahingehend dass Leistung und Einkommen korrelieren und zwar in einem vernünftigen Verhältnis! Wäre es nicht besser, wenn afrikanische Kleinbauern auf dem angeblich freien Markt eine faire Chance hätten? Nur einige Dinge, die ich ändern würde,…

    Nach dem 2.Weltkrieg waren wir eigentlich auf einen recht guten Weg, bis Anfang der 80er als „Reagganomics“ und „Thatcherismus“ kamen,…

    Global gesehen sind bislang alle Systeme gescheitert, das beweist die Armut in der Welt, die kein natürlicher unabänderlicher Zustand, sondern menschverursacht ist. Dass sich am bestehenden System fundamental etwas ändern muss, steht für mich außer Frage. Jeder, bei dem der moralische Kompass noch halbwegs eingenordet ist, müsste das ähnlich sehen.

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  3. Tom, ich habe nie gesagt, dass momentan alles in Ordnung ist. Nirgendwo in diesem Blog. Und ich gebe gerne zu, dass er mit einigen Argumenten durchaus richtig liegt. Mir missfällt allerdings dieser Begriff einer neuen Ordnung. Viel besser fände ich eine AUseinandersetzung mit einzelnen Mechanismen, die dann auf die Probe gestellt werden. Als zum Beispiel die Wirtschaftskrise gerade angelaufen war, waren sich erstaunlich viele Menschen einig, dass die Gier einiger weniger diese ausgelöst hat. Die Tatsache, dass damals noch Clinton in einem Anflug sozialer Phantasien allen Menschen ein Haus ermöglichen wollte, das dann über die Wertsteigerung mit der Zeit finanziert wurde, darüber sprachen nur wenige. Die Idee mag gut gewesen sein, hat aber dann den Mechanismus der Spekulation ausgelöst und dadurch eine gewisse Gier gefördert.
    Natürlich sollen Bauern in Afrika vernünftig für ihre Arbeit bezahlt werden. Das liegt vielleicht auch aber bei weitem nicht nur am bestehenden Wirtschaftsystem, sondern auch daran, dass viele Länder des Kontinents korrupte Regierungen haben, die sich nur um ihren eigenen Vorteil kümmern und die „Untergebenen“ ihrem Schicksal überlassen. Natürlich lockt das dann im nächsten Schritt große Firmen aus allen Teilen der Welt an, die das ausnutzen.
    Wir sollten also im Kleinen anfangen und analysieren, was im Detail zu verbessern ist, bevor gleich die große Keule einer neuen Ordnung rausgeholt wird.

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  4. Vielleicht sollte einfach jeder dort, wo er etwas bewegen kann, die Welt ein kleines bisschen besser machen. Bewusst leben. Achtsam leben. Nicht selbst die höchste Rendite aus dem angelegten Kapital schlagen wollen. Bei kleinen Händlern und am Markt einkaufen. Auf Ökostrom umstellen. Mal das Fahrrad benutzen. Freundlich mit sich und seinen Nachbarn umgehen. Bei Unternehmen, die er für unmoralisch befindet, nichts mehr einkaufen. Die eigenen Vorurteile kritisch hinterfragen. etc.
    Seien wir doch ehrlich. Mit unserem Konsum, unseren Ansprüchen nach viel und billig und dem jedem eigenen Egoismus tragen wir selbst zu so manchem Auswuchs bei, den wir dann beklagen.
    LG mayarosa

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