Dr. a.D. K.T. Guttenberg das Opfer einer Kampagne? Ich bitte Euch!

Parteifreunde und Gutti-Fans sehen in den Plagaitsvorwürfen gegen den Selbstverteidigungsminister eine üble unanständige Anti-Guttenberg-Kampagne. Dieser beinahe weinerlich klingende Opfer-Habitus ist genauso lächerlich wie heuchlerisch, denn die eigentliche Medien-Kampagne ist die, die Guttenberg laut Umfragen zum beliebtesten Politiker Deutschlands machte. Schon als Guttenberg in seinem Amt als Bundeswirtschaftsminister eingeführt wurde, stellten ihn die Medien uns als Wirtschaftsexperten vor.

Fühlen wir doch mal dem glänzend frisierten Vorzeige-Politiker auf den Zahn und schauen was er beruflich so drauf hat:

Tja, unsere „Wirtschaftskoryphäe“ hat gerade mal sein eigenes Familienvermögen verwaltet, dabei ganze 3 Mitarbeiter beschäftigt, das ist nicht wirklich beeindruckend, aber es scheint offenbar als Qualifikation zum Bundeswirtschaftsminister zu genügen. Die einzig nennenswerte Kompetenz des adligen Schönlings schien darin zu bestehen, dass er die Interessen der Wirtschaft vetrat. Der Kampagnenjournalismus ging indes weiter. Auch als Guttenberg Verteidigungsminister wurde. Die Boulevardpresse und die zu Hochglanz-Magazinen degenerierten wöchentlich erscheinenen Nachrichten-Zeitschriften ließen kaum eine Gelegenheit aus, Guttenberg zum charismatischen Super-Politiker hochzustilisieren, so dass der selbstverliebte Medienliebling vor Stolz kaum laufen konnte. Man sah in ihm schon den deutschen Obama. Peinlicher Höhepunkt war die Inszenierung der Guttenberg-Reise nach Afghanistan mit Kerner. Anschließend hat Super-Gutti nur noch in seinem Super-Cape geschlafen. Ein Superheld muss eben allzeit bereit sein und man verzeiht ihm (fast) alles. Die Kunduz-Affäre,  seine „unglücklichen“ Äußerungen zum deutschen Afghanistan-Einsatz, wofür ein anderer wenigstens das Rückgrat hatte zurückzutreten, sein Umgang mit den Vorgängen auf der Gorch Fock, das alles und noch mehr ließen ihm die Mainstremmedien durchgehen. Das nenne ich eine Kampagne.

Nun scheint sich der Wind aus einer anderen Richtung durch den Blätterwald zu rauschen. Der Hochglanzlack des vermeintlichen Super-Politikers platzt ab, die Fassade bröckelt. Medien machen, Medien brechen. Die jüngsten Enthüllungen bedeuten einen schweren Schaden für sein Image. Hier geht es weniger um Propaganda als um harte Fakten. Sollte Guttenberg bei seiner Dissertation zu seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben, lässt sich das unschwer nachweisen, da kann er sich nicht damit herausreden, dass er die Quellenangaben vergessen hat. Wenn er abgepinnt hat, dann weiß er das auch, es sei denn er hatte einen Ghostwriter, dann wird es noch peinlicher. Dafür kann er nicht mal mehr den Linken und den Kommunisten die Schuld geben 😉

raubkopierer_Guttenberg

Bildquelle: Pennyche13

Super-Gutti muss sein Super-Cape nun erstmal einmotten und sich beim Schlafengehen mit seinem Homer-Simpson-Schlafanzug begnügen. Vielleicht kann er sich ja einmal mehr aus der Sache herauswinden und Gras drüber wachsen lassen. Seine politdarstellerischen Selbstinszenierungen dürften in den nächsten Tagen etwas seltener werden, derweil geht er zu jenem stillen Örtchen, wo selbst der Baron zu Fuß hingeht, mit der BILD-Zeitung, die immerhin noch zu ihm hält,…

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15 Kommentare zu “Dr. a.D. K.T. Guttenberg das Opfer einer Kampagne? Ich bitte Euch!

  1. Wie armselig ist diese Hetzjagd von selbsternannten Sachverständigen, die selbst zum Großteil niemals eine akademische Arbeit in Angriff nehmen würden. Oder eine mündliche Doktorprüfung bestehen – oder soll die auch jemand anderes für ihn gemacht haben, ohne dass es die Prüfer merkten? Wer von diesen hämischen Aasgeiern würde so eine Arbeit und Prüfung hinbekommen, nebenbei arbeiten und sich um kleine Kinder kümmern?
    Mir geht es nicht darum, ob es Guttenberg, der Kaiser von China oder der Obdachlose von nebenan ist. Ich finde Abschreiben auch nicht gut. Ich bin Autorin und mag es auch nicht wenn meine Texte geklaut werden. Die Sachverständigen werden zu einer Einschätzung und einem Urteil kommen, und das ist in Ordnung.
    Nicht in Ordnung finde ich das Verhalten der bellenden und geifernden Meute, die sich daran aufgeilen, ohne Ahnung zu haben. Wieviele davon haben in der Schule nie abgeschrieben? Und man sage nicht, das sei was anderes. Ist es nicht. Wieviele davon haben nie bei der Steuererklärung getrickst? Auch das ist nichts anderes. Es ist vorsätzliche Täuschung.
    Vor allem aber haben sie keine Ahnung von der Materie. Wenn jemand den Blinddarm herausgenommen haben muss, kommt auch nicht eine Meute von Sonntagssurfern und setzt das Messer an.
    Sollte Guttenberg (mit Vorsatz) betrogen haben, ist das verwerflich. Nicht minder verwerflich ist diese Art von Vorverurteilung in einem Rechtsstaat. Selbstjustiz ist immer noch verboten.
    Und wenn sie schon stattfinden muss, dann möge man diese Maßstäbe auch auf alle anderen ansetzen. Da dürfte man jahrzehntelang zu tun haben. In allen Parteien. Und auch bei den Jägern im Netz, die so laut, selbstgerecht und oft genug in fehlerhaftem Deutsch mit dem Finger zeigen.
    Und niemand sage mir: „Jaaa…aber der ist eine öffentliche Person mit Verantwortung, der muss ein Vorbild sein“: Richtig. Aber jeder, jeder einzelne der sich zum Richter ernennt, hat in seinem eigenen kleinen Umkreis ebenso Vorbild zu sein. Und wenn er nur den Briefträger kennt.

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    • Hallo Patricia,

      leider muss ich Tom Recht geben….

      Und sorry, man kann Gutenbergs copy-paste nich mit der Schule o.ä. vergleichen.
      1. Man schreibt in der Schule keine (höhere) Doktorarbeit
      2. Sich auf Kosten der Steuerzahler zu bevorteilen geht gar nicht

      Außerdem hat er so viel Geld, dass er sich durch den Positiven-Feedback-Effekt noch mehr Vorteile beschafft.

      Ich freuen mich, dass heutzutage durch SocialMedia immer mehr leute CrowdSourcing betreiben und mal hiner die Türen der hohen Tiere guckt.

      Wer hoch hinauf von den Medien gepuscht wird, muss eben bereit sein auch tief zu fallen. Das ist eben der Preis des Ruhms.

      Ich verstehe nicht, wie sich die Leute auch blenden lassen von diesen „hübschen“ und jungen Blendern. Worum geht es eigentlich in der Politik? Nett aussehen oder was leisten? Diese Apple-Mentalität heutzutage…. haupsache schön, aber nicht fragen, was dahinter ist. Faker.

      Und was hat denn Gutenberg schon geleistet, dass er so hochgesetzt wird. Machen wir schon das Friedensnobel-Komitee nach und beschenken ihn mit Ruhm, obwohl noch keine Gegenleistung erfolgt ist? Siehe Obama.

      Davon mal ab…. Er drängt sich mit Kerner und seiner Frau mit den Medien in den Afganistan…. Er muss damit rechnen können.
      Wenn er sich als Showmaster nach Afganistan

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  2. Hallo liebe Patricia,
    auch Dir ein herzliches Willkommen als Erstkommentatorin hier im Blog,

    immerhin hast Du bei Dir selbst abgeschrieben und mal eben Deinen Blogpost hier in meinen Kommentarbereich herüberkopiert, das finde ich aber in Ordnung so 😉
    Mir wäre es allerdings lieber gewesen, wenn Du konkreter auf meine Punkte eingegangen wärst. Mit der „Hetzjagd“ gegen Guttenberg hast Du ein Problem, mit der Pro-Guttenberg-Kampagne, die seit Jahren läuft dagegen nicht? Merkwürdig.

    Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass wenn Angeber auf die Schnauze fallen, die Häme umso größer ist, da muss er jetzt verdientermaßen durch.

    Man muss übrigens weder selbst eine Doktorarbeit verfasst haben, noch Ahnung von der Materie haben, um zu sehen ob jemand abgeschrieben hat, man muss nur lesen können. Von „Vorverurteilung“ würde ich nicht sprechen, denn die Beweisführung scheint ziemlich handfest, z.B. hier reichlich:
    GuttenPlag-Wiki oder auch hier:
    Guttenberg kopierte auch von Bundestagsdienst
    Das schreibt übrigens der selbe Spiegel, der noch vor Monaten in seiner Printausgabe im hochnotpeinlichen „Bunte-Stil“ Die fabelhaften Guttenbergs titelte. Der Wind dreht sich und bläst Guttenberg nun ins Gesicht, ob seine Frisur das aushält? 😉

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  3. Der Theo-Guttenberg-Song:
    Alles nur geklaut

    Denn ich hab‘ alles nur geklaut
    [chorus] Theo, Theo [/Chorus]
    ich bin der Fußnotenentferner
    [chorus] Theo [/chorus]
    mein Doktortitel ist versaut
    [chorus] Theo, Theo [/Chorus]
    Da hilft mir nicht mal mehr der Kerner…

    Sehr schön :mrgreen:

    Hier das Original von den Prinzen:

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  4. Pingback: Das Volk bekommt… « Mayarosasweblog

  5. Liebe Mayarosa,

    spontan würde ich ausrufen: „Du hast Geschmack!“ aber als Mann kann ich das Aussehen anderer Männer eher weniger gut beurteilen, weil ich lieber Frauen anschaue 😉

    „Schönling“ ist übrigens eher negativ konnotiert, der Ausdruck beschreibt einen eitlen Menschen, der sich selbst für schön hält. Einige. Synonyme:
    Lackaffe, Zieraffe, Beau, Snob, feiner Pinkel, Fatzke, Pomadenhengst etc. pp

    Pomadenhengst gefällt mir am Besten :mrgreen:

    Noch besser sähe er mit dem faulen Ei des Monats aus, oder nicht?

    LG tom

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  6. Ja, Pomadenhengst passt. Lackaffe auch. 🙂
    – ich kann nix für, ich finde Guttie einfach abstoßend und das liegt noch nicht mal an der Parteizugehörigkeit. Aber für mich wäre ja auch Brad Pitt kein Mann – das hatten wir glaube ich schon mal auf deinem Blog? Jonny Depp schon eher. Oder – ah – da habe ich den Namen vergessen, ein britischer Schauspieler mit einem deutsch klingenden Vor- und französisch klingenden Nachnamen. Zum Dahinschmelzen 🙂

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  7. Merkel legt es gar als „Charakterstärke“ aus, dass er freiwillig auf seinen Doktortitiel verzichtet, obwohl aufgrund der erdrückenden Beweislast ohnehin bereits klar war, dass die Uni Bayreuth ihm den erschummelten Titel aberkennen würde. Aufgrund seiner „hervorragenden Leistungen“ als Minister sei seine Betrügerei verzeihbar. So ähnlich lautete der Tenor unserer Domptöse vom Bundeskasperle-Theater. Ich fass es nicht! Welche herausragenden Leistungen hat der Mann in seiner bisherigen Amtszeit erbracht?? In meinen Augen ist Guttenberg ein Hochstapler! Er kann ja jetzt sein Jodeldiplom machen, dann hat er wenigstens was Eigenes.

    P.S. Schauspieler mit deutsch klingenden Vor- und franz. Nachnamen?. Sir Theo Guttenprix ist es nicht, oder? 😉

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  8. Mann ey, ich ärgere mich selbst, dass ich den Namen nicht mehr weiß. Der war wirklich lecker. Hatte ihn in einem Film bei arte gesehen. Blöderweise weiß ich auch nicht mehr, wie der Film hieß. Dabei ist der nach google-Recherchen noch nicht mal in festen Händen 😉
    Was ich zu Guttie, Angie und der allgemeinen Wahrnehmung des Lügenbarons zu sagen habe, look here: http://mayarosasweblog.wordpress.com/2011/02/24/das-volk-bekommt/

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    • Jepp, den kenn‘ ich, hat er nicht auch bei der Neuverfilmung der Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ mitgespielt? Er wird nächstes Jahr 50. Mann im besten Alter? 😉

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  9. Na, jetzt mach‘ ihn halt nicht älter als er ist. Er ist doch gerade 48 geworden. Dauert also noch fast zwei Jahre bis zum Runden. Mayarosa ist schließlich auch keine 20 😉 – wo der sonst mitgespielt hat – keine Ahnung. Hatte ihn in einem Film auf arte gesehen.

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  10. @willi

    Jepp, Johann Gutenberg hat die Gutenberg-Presse erfunden. Die „Guttenberg-Presse“, offiziell „BILD“ genannt, hat den Shooting Star Theodor Guttenberg erfunden 😉

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