E10, ein neues Kürzel für überflüssig?

E10 steht für den heftig umstrittenen neuen Ottokraftstoff mit 10% Bioethanol. Wer braucht ihn oder besser gefragt, wer profitiert davon? Die Umwelt? Eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauches ist damit nicht zu erreichen, im Gegenteil: Es ist zu erwarten dass der Verbrauch um bis zu. 1,9 % ansteigt. Wenn durch die Erzeugung von Bioethanol zusätzlich Wälder gerodet werden, fällt die Umweltbilanz eher negativ aus. Vernünftige Umweltpolitik sieht anders aus.

Nützt es vielleicht der Autoindustrie?  Durch Fehlbetankung ältere Fahrzeuge, die diesen „Biosprit“ nicht vertragen fallen schließlich Reparaturkosten an. Möglicherweise könnte sich der deutsche Autofahrer zum Kauf eines moderneren Vehikels animiert fühlen. Bisher wird der E10-Kraftstoff bereits vor seiner flächendeckenden Einführung vom Verbraucher mehrheitlich abgelehnt, aber nicht aus Solidarität mit den Hungernden in der Welt, die durch steigende Lebensmittelpreise immer mehr an den Rand der Existenz gedrängt werden. Nein, der deutsche Autofahrer macht sich nur Sorgen um sein liebstes Kind, nämlich sein Auto. Nur deshalb wird er sich an der Zapfsäule für den teureren Superkraftstoff entscheiden. Sollte es den Biosprit-Lobbyisten mit einer groß angelegten Kampagne trotz aller berechtigten Zweifel gelingen, E10 am Markt zu etablieren, dürften sich die Agrarspekulanten die Hände reiben,…

Demnächst kaufe ich mir übrigens ein neues Fahrrad und radele regelmäßig zur Arbeit. Human-Power ist immer noch der beste Bioprit 😉

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5 Kommentare zu “E10, ein neues Kürzel für überflüssig?

  1. Hallo Tom, das begrüße ich, das mit dem Fahrrad meine ich natürlich. Du fragst, wer sich die Hände reibt… Der Staat, Du wirst es nicht für möglich halten, die Mineralölsteuer, die für fossile Brennstoffe ja mal eingeführt worden ist, wird auch für das „Bioethanol“ erhoben. Noch dreister kann man wirklich nicht lügen. Denen sind nicht nur die Hungernden Wurscht(suppe), sondern wir auch.
    Egal wie die Geschichte ausgeht, ich tanke keinen Sprit, der die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treibt, da ich ja doch ab und zu Strecken zurückzulegen habe, die mir mit dem Fahrrad dann doch etwas schwer fallen würden. Das schimpfen wir über jede weggeworfene Schnitte und die kippen es gleich in den Ausguß.
    Das „Dreiliterauto“ gibt es schon seit Jahren auf dem Reißbrett…

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  2. Wieder einmal triffst du ins Schwarze! Ich stelle mir bei jeder Einführung dieser wahnsinnig tollen „Erfindungen“ die Frage, wer davon profitiert. Um nichts anderes geht es doch letztendlich. Wie oben schon geschrieben, die Industrie ist schon seit Jahren dazu in der Lage Autos zu bauen, die deutlich weniger Sprit benötigen. Warum bringen sie die nicht auf den Markt?
    Was macht eigentlich die „Schweinegrippe“? Habe ich schon mal gefragt oder? 😉

    Liebe Grüße an dich, Emily

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  3. @Mzungumike

    Wir zahlen an der Zapfsäule ja gleich 3 Steuern: Mineralölsteuer, Ökosteuer, Mehrwertsteuer. Apropos Staat: Polizei darf Dienstfahrzeuge nicht mit E10 betanken Die trauen diesem „Biosprit“ selbst nicht, aber wir sollen ihn aufgedrückt bekommen!

    @Emily
    Genau. Marktwirtschaft ist eigentlich Machtwirtschaft, nicht das bessere Produkt setzt sich durch, sondern die Produkte jener Konzerne, die Macht, bzw einen guten Draht zur Politik haben, dafür gibt es zahlreiche Beispiele 😦

    Liebe Grüße retour, tom

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  4. Das Thema kocht derzeit wieder hoch, in den deutschen (Boulevard)Medien. Der Verbraucher lehnt die Pseudo-Biospritplörre noch ab, die Erzeuger bleiben drauf sitzen. Habe einige Interviews mit deutschen Autofahrern an der Tanke gesehen, die haben nur Angst um ihr heißgeliebtes Auto, einer führte den erhöhten Verbrauch als Ablehnungsgrund an, aber niemand äußerte sich zum negativen Einfluss auf die Lebensmittelpreise. Mein Eindruck, den ich in obigen Text zum Ausdruck brachte, hat sich leider bestätigt 😦

    P.S. In Brasilien fahren sie übrigens mit E85, dazu sind entsprechende Motoren notwendig. Der Regenwald muss dann wohl für zusätzliche Anbauflächen weichen,…

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