An jedem verdammten Tag

An jedem verdammten Tag musst Du Deine Träume aufs Neue begraben. Immer wieder musst Du Dich fragen, wann Du endlich die Früchte Deiner Arbeit ernten kannst. Du hast Dich gebildet, sogar spezialisiert, doch alles was sie Dir bieten ist ein Handlanger-Job für kargen Lohn ohne Zukunftsperspektive. Du drehst jeden müden Cent dreimal um und hast trotzdem am Ende vom Geld immer noch Monat übrig. Dann kommen sie und sagen Dir, „wir“ haben über „unsere“ Verhältnisse gelebt und dass „wir“ nun noch härter sparen müssen. Du fragst Dich wen sie mit „wir“ meinen, während Du Dich am Existenzminimum abstrampelst. Was „Deine Verhältnisse“ sind, bestimmen sie. Erneut fühlst Du Dich um Deinen Teil des Kuchens betrogen. Du fühlst Dich ohnmächtig, ausgeliefert und langsam kocht die Wut in Dir hoch. Wenn Du irgendwann den ersten Stein, den Du nicht angestossen hast, aufhebst, könnte ich es sogar verstehen,…

9 thoughts on “An jedem verdammten Tag

  1. Tja … es ist ein heikle Geschichte, das „über die Verhältnisse leben“.
    Ich frage mich , was kann eigentlich passieren, mehr als pleite geht doch nicht? Und pleite sind doch irgendwie alle Staaten, auch wir.
    Vielleicht bin ich ja besonders naiv, aber ich glaube, es geht immer irgendwie weiter, für die Griechen, die Portugiesen, für dei Amis und auch für uns.

    Gefällt mir

  2. Ja, es wird irgendwie weiter gehen, aber die fetten Jahre sind vorbei und das dicke Ende kommt noch. Sie werden den Sozialabbau weiter voran treiben und das mit dem Totschlagargument „Schuldenbremse“ bzw Sparzwang als alternativlos verkaufen. Wir sind genauso pleite wie die Griechen, unsere Staatsverschuldung liegt bei 1.762.2 Milliarden (pro Kopf 21.489,8 Euro) Griechenland hat einen Schuldenstand von 273,4 Milliarden (pro Kopf 24.280,4 Euro], was bei Griechenland ungünstiger ist, ist das Verhältnis pro Einwohner und zum BIP (115%) gegenüber 73% bei Deutschland Quelle

    Dennoch sind wir als „Pleite-Deutsche“ mit pro-Kopf-Verschuldung von 21.489, respektive unsere Medien kaum in der Position mit dem Finger auf die „Pleite-Griechen“ zu zeigen. Das könnten vielleicht die Norweger oder die Finnen. Da wird auch nicht mehr zwischen Volk und Regierung diffenrenziert, sondern es heißt immer nur die Griechen. Der einfache Malocher in Griechenland kann ebenso wenig dafür, wie der Arbeiter in Deutschland. Ich schulde niemanden 21,489 Euro! Das sind ihre Schulden, nicht meine! Es vergeht kaum ein Monat, wo nicht die pro-Kopf-Verschuldung in den Medien thematisiert wird. Von jenen, die von diesem System aus Schuld, Zins und Zinseszins profitieren hört man nie etwas. Dieses System ist m.E. geistig bankrott,…

    P.S. Sollen eigentlich „die Griechen“ gerettet werden oder jene die in griechische Staatsanleihen investiert haben?

    P.P.S. Schön, dass Du hier wieder kommentiert hast. liebe sweetkoffie🙂

    Gefällt mir

    • Tom, das mache ich gerne. Leider habe ich gar nicht soviel Zeit zum Lesen wie ich brauche um alle guten Beiträge mitzubekommen.

      Es ist sicher so, wie Du oben ausführst. Aber mal ganz offen gestanden:
      ob die Prokopfschulden nun 21.000, 210.000 oder wieviel auch immer betragen, das kratzt mich eigentlich nicht wirklich. Irgendwie´werden wir alle irgendwann dafür geradestehen müssen. Dann fangen alle wieder bei NULL an und ganz schnell sind wieder einige, die viel mehr haben als andere. Nur glaube ich, mit ehrlicher Hände Arbeit funktioniert das nicht.

      Grüßle und schönes Wochenende :-=

      Gefällt mir

    • Da stimme ich mit ein, mich juckt die Prokopf-Verschuldung auch nicht, sind nicht meine Schulden. Und gerade stehen tue ich sowieso, vor dem Kapital bücken, das machen schon genug andere😉

      Schönen Sonntag noch.

      Gefällt mir

  3. Ja, ja der Mamon. Tom das Lied kenne ich jeden Monat. Ich brauche immer den ganzen Sommer, um aus der Winterflaute mich zu erholen. Ich bin dafür, die „Nutzlosen“ sollten einen eigenen Staat oder Stamm gründen und sich dem einfach durch Ungehorsamkeit und passiven Widerstand entziehen. Oder Flucht nach vor, wir fordern einfach die Verfassung ein die uns seit über 20 Jahren vorenthalten wird! Warum wohl das keine Partei in ihr Wahlprogramm aufnimmt?

    Gefällt mir

    • So sieht es leider aus, lieber Mike. Ich merke schon, dass Du wenig Zeit hast, machst Dich ziemlich rar. Wir müssen reinhauen, damit die die ihr „Geld arbeiten lassen“ ihre Pfründe gesichert haben, während die die arbeiten dafür sorgen, dass deren Geld überhaupt etwas wert ist. Es ist schon betrüblich, wieviele kapitlal- und medienhörige Blogger meinungsmäßig auf Kurs gebracht wurden und beim Griechen-Bashing einsteigen, dabei müssen wir Pleitedeutsche uns erstmal an die eigene Nase packen:

      Deutschland muss allein mit 45 Milliarden Euro jährlich dafür sorgen dass wohlhabende Beamte und Selbstständige nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen

      Dieses Zitat stammt aus einem interessanten lesenswerten Artikel auf den ich hier verweisen möchte -> Warum das reichste Land der Welt eine linkssozialistische Finanzministerin hat
      Und da heißt es immer, die „Sozen“ können nicht mit Geld umgehen, die Neocons können es auch nicht😉
      Beim Spiegelfechter gibt es auch einen gescheiten Artikel zu Griechenland, der sich wohltuend vom blogosphärisch-medialen Einheitsbashing abhebt, ist schon vor über einem Monat erschienen:
      Schock-Strategie für Griechenland

      Gefällt mir

    • @der-emil

      Herzlich Willkommen, freue mich über Deine Erstkommentare hier. Hatte Dich auch schon auf dem Radar, nun nehme ich Dich endgültig auf die (Blog)Rolle😉 Deine Langfassungen sind sehr kurzweilig,….)

      Gefällt mir

  4. Der obige Text könnte auch die Situation der Afghanen beschreiben, die wegen Perspektivlosigkeit ihr Land verlassen, um im Iran Arbeit zu finden:

    Sie wollen gar auf keinen Fall nach Europa oder in die USA auswandern, denn der Iran ist ein islamisches Land und ein Nachbar ihrer Heimat.
    Viele Afghanen sprechen die persische Sprache und es gibt Arbeit für sie. Inzwischen sind die afghanischen Einwanderer ein wichtiger Faktor in der Wirtschaft des Iran geworden – auch wenn sie dort nicht immer und überall mit offenen Armen empfangen werden.
    Die ARTE-Reporter zeigen die harten Arbeitsbedingungen der afghanischen Arbeiter auf den vielen Baustellen in Teheran.
    Sie sind es vor allem, die das neue Teheran erbauen – sie arbeiten Tag und Nacht, leben in Barackensiedlungen und die jüngsten unter ihnen sind gerade einmal 13 Jahre alt.
    Quelle

    Was hat „der Westen“ eigentlich bislang in Afghanistan bewirkt? Die afghanischen Auswanderer meinten in der Arte-Reportage, es sei schlimmer geworden, seit die Amerikaner im Land sind.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s