Nothammer für das Internet

Internet-AlarmknopfDer Bund Deutscher Kriminalbeamter, die deutsche Version von Police Academy, sorgte bereits vor fast genau einem Jahr für landesweites kollektives Gelächter mit der Forderung nach einem Hauptschalter für das Internet, der bei drohender Gefahr betätigt werden soll, um das weltweite Computernetzwerk sofort abschalten zu können.  Am Mittwoch schlug der BDK einen Alarmknopf für das Internet vor, da soll der Nutzer dann draufdrücken, wenn ihm eine Webseite gefährlich, extremistisch oder nicht koscher vorkommt. Das ist so ähnlich wie im Aufzug, wenn der stecken bleibt, drückt man auch die Notruftaste. Nach dem Drücken des Internet-Alarmknopfes ertönt die beruhigende Stimme eines Internetpolizisten aus dem PC-Lautsprecher: „Bleiben sie ruhig, wir kommen gleich und holen sie raus, aus dem Internet! Ich schicke sofort eine Spezialeinheit“

Beim Personal- und Fachkräftemangel heutzutage in Deutschland wird „gleich“ und „sofort“ in Stunden gemessen, daher schlage ich eine Methode vor, die den internetreisenden Büger unverzüglich handlungsfähig macht. Ich empfehle die Anbringung eines Nothammers, idealerweise in Griffweite des PC oder direkt am Laptop. Bei drohender Gefährdung aus dem Internet, kann sofort der Bildschirm eingeschlagen werden.

8 thoughts on “Nothammer für das Internet

  1. An sich keine blöde Idee. Eine App für den PC, die man anklickt und die einem alle Seiten anzeigt die grade geöffnet sind. Und dann muss man nur die Seiten markieren die illegale Dinge beinhalten, und das wird dann zur behörde gesendet. Versuch mal Kinderpornografie zu melden, viel spaß beim Suchen. Das schafft man nur mit durchhaltevermögen und dem Wissen, das google nicht bloß ein bunter Schriftzug ist, sondern tatsächlich noch andere Funktionen hat. Wenn es ein kleines Programm gäbe mit dessen Hilfe man mit 2 Klicks Kinderpornos, fanatischen Müll usw. melden kann, wär das schon sehr hilfreich.

    Gut, dafür müsste man dann natürlich noch eine spezielle Abteilung gründen, die groß genug ist mit der Datenflut umzugehen, und die auch weiß was sie da tut. Aber da man ja kein Geld für sowas hat, brauch maneigentlich gar nicht mehr drüber reden, wird eh alles nur fantasie bleiben.

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    • Hey Sena,
      schön dass Du nach längerer Zeit wieder hier kommentiert hast🙂
      Nur sind wir dieses Mal unterschiedlicher Meinung. Ich halte das nämlich für eine Schnapsidee! Die deutschen Politiker und Kriminalbeamten haben offensichtlich nicht die geringste Ahnung, wie das Internet tickt. Wenn sie die Mechanismen des www, das Surfverhalten der User, speziell der Deutschen, die gerne anscheißen, kennen würden, könnten sie sich leicht ausmalen, das bei einem Alarm-Button-Addon, schnell mehrere zehntausend Klicks am Tag zusammenkommen. Wer soll das alles verarbeiten? Hinzu kommt noch, dass viele User Satire nicht mal erkennen, wenn sie ihnen in den Hintern beißt. Kinderpornografische Seiten finden Otto-Normal-User ohnehin nicht. Wer danach sucht macht sich selbst verdächtig, außerdem habe ich keine Lust stundenlang für die Polizei zu recherechieren, ich lasse mich nicht zum unentgeldlichen Hilfspolizisten machen. Bei der Stasi nannte man die IM.

      Was rechtsextremistische Inhalte im Netz angeht, die sind bereits hinreichend und lange bekannt. Dafür das Innenminister Friedrich jetzt schon erkannt hat, dass es sie gibt, sollte man ihm den Preis „Blitzmerker des Monats“ überreichen. Immmer und immer wieder wurden Polizei und Politik darüber informiert, viele Blogs schreiben darüber, doch was ist seitdem passiert? Nichts! Und jetzt kommen sie mit ihren dämlichen Alarmknopf👿

      P.S. Solange keine Mord- bzw Gewaltaufrufe, Rufmord oder Mobbing stattfinden, muss eine tolerante offene Gesellschaft, dessen Spiegelbild das Internet auch ist, die freie Meinungsäußerung und mag sie noch so kleingeistig sein, aushalten. Sogar die Meinung von Rechten. Die Frage ist wie geht man damit um? Ich habe zwei Wege dafür: Entweder schalte ich die Ignoranz-Performance ein oder ich mache sie lächerlich😉

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  2. Hättest Du nicht den Link zur taz und ich dort den Artikel nicht gelesen, hätte ich dieses Post für eine Ente gehalten, die im Sommerloch badet. Kaum zu glauben! Die Idee mit dem Hammer wäre ja nicht so übel, wenn die nicht immer irgendwer klauen würde😉

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    • Es wird noch besser Elvira:

      „Wer im Internet rechtsradikale Inhalte, islamistisches Gedankengut oder Hinweise auf einen Amoklauf entdeckt, muss die Seite einfrieren und an eine Alarmzentrale weiterleiten können“, fordert Klaus Jansen vom Bund Deutscher Kriminalbeamter

      Habe mir schon Eisspray zum Einfrieren und ein scharfes Teppichmesser zum ausschneiden der bedrohlichen Seiten besorgt, damit ich sie bei der nächsten Polizeidienststelle abgeben kann, von dort kann man sie ja schnellstens zur Police Academy weiterleiten;-)

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  3. Oyoyoy, Herr Tom, was sind sie heute aber zynisch!
    Aber ernsthaft:
    -ich hätte gewettet, dies sei ein Witz!)
    -der Hammer sollte bei gewissen Seiten besser im Monitor eingebaut sein, damit der User !Zack! eine auf die Birne zur besseren Durchblutung und Erleuchtung kriegt!
    Wie isses, melden wir unsere Hämmer als Patent an?

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    • Vallartina, diese Welt kann manchmal eben nur mit Zynismus, Ironie oder Satire ausgehalten werden😉 Wobei Satire immer schwieriger wird, sie wird oft von der Realsatire überholt. Yo, die Nothämmer lassen wir uns patentieren. Für Netbooks gibt es Nothämmerchen, für internetfähige Smartphones bringen wir Micro-Nothämmerchen heraus🙂

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  4. Und wo bekomme ich diesen todschicken… äh Petzbutton😉 jetzt her?

    Überhaupt, die Idee ist noch ausbaufähig.

    Ich finde daß fleissige Denunzian… äh wachsame Bürger auch belohnt werden sollten.

    Ich dachte da an so eine Art großen virtuellen Petzorden am Bande, der sie überall im Web begleitet.

    Damit jeder gleich weiss, wen man im Web besser weiträumig umgehen sollte.😉

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