„Gute Aufstiegschancen für Geringverdiener“

Unter der Überschrift „Niedriglohn als Aufstiegschance“ meldet ARD-Teletext auf Tafel 115 heute um 18:50:

Geringverdiener haben laut einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gute Aufstiegsperspektiven. Der Aufstieg vom Geringverdiener zum Normalverdiener gelinge jedes Jahr einem Viertel der Beschäftigten im Niedriglohnbereich.

Die Objektivität dieser „Studie“ wird durch das von mir fett vorgehobene Wort „arbeitgebernah“ massiv in Frage gestellt. Gehen wir trotzdem davon aus, dass die oben genannten Zahlen stimmen, blieben immer noch 75% der prekär Beschäftigten, die keine Aussicht auf bessere Entlohnung haben. Ein Chancenverhältnis von 25:75 als „gute Perspektive“ zu interpretieren ist mindestens gewagt, wenn nicht gar zynisch.

„Geringverdiener“ ist meines Erachtens eine verunglückte Wortwahl, trefflicher wäre ‚Unterbezahlte‘, denn das Mindeste was jemand für Vollzeitarbeit verdient ist, dass er davon leben kann ohne Zuschüsse vom Staat. Das Resultat einer solchen „Studie“ mit „guten Aufstiegsmöglichkeiten“ zu bewerten, ist in meinen Augen nichts anderes als der Versuch die Realität mit Schokoguss zu ummanteln. Für die Betroffenen bleibt es bitter,…

8 thoughts on “„Gute Aufstiegschancen für Geringverdiener“

  1. Mich würde auch interessieren, wie viele Normalverdiener im gleichen Zeitraum den Abstieg zum Geringverdiener geschafft haben? Ich kenne z. B. Arbeitnehmer, die lange lange Zeit (2 Jahre) auf 10 % ihres Gehaltes verzichteten und mehr als die vertraglich vereinbarten 40 Stunden arbeiteten, weil das arbeitgebende Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten war. Gewonnen hat dabei letztlich keiner – verraten und verinsolvenzt!
    Aber solche Fälle werden wohl eher nicht Gegenstand der Studie gewesen sein – oder?

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  2. …warum gibt es denn immer mehr „Geringverdiener“?
    Die Unternehmen wollten schon immer bilige Arbeitskräfte und bekommen sie auch immer leichter. Das begann mit den einfachen Jobs und reicht inzwischen sogar weit in den Bereich der hochqualifizierten Jobs.
    Wie geht das? Ganz einfach – immer dafür sorgen dass das Angebot größer ist als die Nachfrage. Also muß ein entsprechendes Umfeld dafür geschaffen werden.
    Gerade in Deutschland ist das immer sehr gut gelungen.
    Einführung der EU mit freiem Arbeitsmarkt und einhergehende Abschaffung der Arbeitnehmerrechte. Permanente Zuwanderung aus dem Ausland.
    (Falls mich wieder jemand als Nazi beschimpfen will… es geht auch durch Zuwanderung aus Mecklenburg-Vorpommern in die prosperierenden Bundesländer)
    Wenn die geholten Arbeitnehmer nicht mehr gebraucht werden, bekommen sie eben Harz 4, das von denen finanziert wird die gerade noch über die Runden kommen.
    Diese Welt wurde immer angestrebt und schon weitgehend realisiert.
    Initiert durch das Großkapital, unterstützt durch die Gutmenschen. Haben sich die Kapitalisten eigentlich schon bei euch bedankt, brauchen sie nicht ihr merkt das ja nicht mal!
    Solange diese beiden Gruppen zusammenarbeiten wird es immer schlimmer.

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  3. @Eva
    Wirtschaftsinstituten kann mann nicht trauen, sie liefern die Steilvorlagen für die Gehirnwaschmeister von der „INSM“, die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie gesponsert wird und das Marketing übernimmt. Dann wird aus Niedriglohn der Euphemismus „Einstiegslohn“. Dieser Neusprech dient dazu dem negativ konnotierten Begriff Geringverdiener ein nach außen hin postives Image anzuheften. Hierzu ein interessanter Bericht
    -> Mit Neusprech zur Vollbeschäftigung
    Aufschlußreiches Foto, die Spindoktoren bei der Arbeit.

    @Mot
    Dein Kommentar ist gar nicht so übel, die Problematik hast du durchaus korrekt erkannt, aber deine Konklusion ist schwach, wieder verfällst du in die einfältigen Argumentationsmuster deines politischen Umfelds mit der typischen Gutmenschen-Attitüde…gähn.

    @Alle
    Hier noch ein Bericht über die Ausbeutung von Paketzustellern:
    ARD-Exklusiv:Das Hermes-Prinzip

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  4. Oh wie schön, da habe ich doch von Herrn Oberlehrer Tom immerhin ein „ausreichend“ bekommen. Wenn ich das nächste mal das pöse pöse Wort Gutmenschen weglasse gibts vielleicht sogar befriedigend. Wenn ich dann noch ein Loblied auf eine mulikulturelle Zukunft einstimme gibts sogar ein „sehr gut“ mit persönlichem Lob vom Herrn Oberlehrer. Hoffentlich holt er nicht den Rohrstock raus wenn ich noch mal was böses sage.
    Wie schön dass ich so einen klugen Lehrer habe der mir den rechten Weg aufzeigt.

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  5. @Mot
    Es liegt mir fern, irgendjemanden zu belehren oder zu missionieren. Im Optimalfall rege ich zum selber denken an. Bei dir scheint das ein aussichtsloses Unterfangen, da du es offenkundig vorziehst dein Denken „auszusourcen“, weil du hier nur unreflektiert Schlagworte und Parolen abseierst. Komm gib dir einen Ruck und leiste dir einen eigenen Standpunkt, tut auch nicht weh, versprochen!😉

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  6. @Mot
    Nachdenken ist für mich etwas anderes als sich an indoktrinierten Feindbildern abzuarbeiten oder habe ich die Sentenz deiner Aussage „Die Ausländer sind Schuld an Arbeitslosikgeit und Niedriglöhnen und die ‚Gutmenschen“ weil sie die Migranten ‚reingeholt haben“ falsch verstanden? Klingt jedenfalls sehr banal. Hier der richtige Typus Politiker für dich:

    Die Deutsche Volldeppen Union
    Bruharharhar:mrgreen: Manchmal glaube ich die Rechtsextremen müssen gar nicht bekämpft werden, diese Politdilettanten stellen sich durch ihre Rhetorik selbst ins Abseits🙂

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